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11.04.2013

11:28 Uhr

Spurensuche im Gefängnis

Fahnder bleiben am Neonazi-Netzwerk dran

Ein geheimes Neonazi-Netzwerk in deutschen Gefängnissen hatte Schlagzeilen gemacht. Fahnder suchen nun in mehreren Gefängnissen nach weiteren Spuren – über mehrere Bundesländer verteilt.

Ein Justizbeamter in der Justizvollzugsanstalt in Hünfeld (Hessen). Fahnder machen sich auf die Suche nach weiteren Spuren eines Nazi-Netzwerks. dpa

Ein Justizbeamter in der Justizvollzugsanstalt in Hünfeld (Hessen). Fahnder machen sich auf die Suche nach weiteren Spuren eines Nazi-Netzwerks.

BerlinNach den Enthüllungen über ein geheimes Neonazi-Netzwerk in deutschen Gefängnissen suchen Fahnder in mehreren Bundesländern nach weiteren Spuren. Neben der Haftanstalt im hessischen Hünfeld hatten in Bayern mehrere Gefangene in drei Justizvollzugsanstalten Kontakt zu dem Netz, wie ein Sprecher des Justizministeriums in München sagte. Auch in anderen Bundesländern läuft die Spurensuche, darunter in Schleswig-Holstein und Berlin. Nach Angaben des Berliner Justizsenators Thomas Heilmann (CDU) hatte der Neonazi aus Hünfeld einen Briefkontakt zu einem Gefangenen in Berlin-Tegel hergestellt.

Der Grünen-Politiker Wolfgang Wieland forderte größere Anstrengungen zur Resozialisierung inhaftierter Neonazis. „Es gibt immer braune Netzwerke“, sagte der Grünen-Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. „Die Vorstellung, ich bringe jemanden hinter Schloss und Riegel und dann passiert da nichts mehr, ist falsch. Er kommuniziert, er hat seine Kontakte nach außen.“

Nach Ansicht des rechtspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, müssen Gefängnismitarbeiter besser geschult werden. „Sie müssen die Symbole und Codes der Szene kennen. Sonst wird man solchen Strukturen nicht auf die Spur kommen“, sagte Lischka der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Donnerstag). Außerdem müsse man versuchen, die Mitläufer vom harten Kern abspalten, sagte der SPD-Politiker.

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Das von hessischen Justizbehörden entdeckte rechtsradikale Netzwerk soll auch Kontakt zur mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe gesucht haben. Am 17. April beginnt in München der Prozess gegen Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer der Terrorzelle NSU. Nach derzeitigem Erkenntnisstand gibt es in Bayern keine Anhaltspunkte für einen Kontakt des Netzwerks zur Terrororganisation NSU.

Der SPD-Innenexperte Michael Hartmann forderte alle Bundesländer auf, in ihren Justizvollzugsanstalten nach ähnlichen Strukturen zu suchen. „In Deutschland wird immer noch nicht ausreichend dem Phänomen der nationalsozialistischen Netzwerke nachgegangen“, sagte Hartmann der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Polizei, Justiz und Verfassungsschutz müssten sich noch besser austauschen.

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Eine zentrale Figur der rechtsextremen „AD Jail Crew 14er“ soll ein im hessischen Hünfeld inhaftierter und mehrfach verurteilter Neonazi aus Kassel sein. Im Namen des 38-Jährigen war im Oktober 2012 in einer Motorradzeitschrift eine Anzeige geschaltet worden, die für eine bundesweite rechtsgerichtete Gefangenenhilfsorganisation warb.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

11.04.2013, 11:56 Uhr

Der eigentliche Skandal ist doch das:
Ende November 2012 antwortete Justizminister Hahn(FDP) noch auf eine Anfrage der Linken im Landtag nach Neonazi-Strukturen: „Zurzeit ist in keiner hessischen Justizvollzugsanstalt die Existenz einer neofaschistischen und neonazistischen Subkultur bekannt oder erkennbar.“

Numismatiker

11.04.2013, 12:19 Uhr

"Fahnder bleiben am Neonazi-Netzwerk dran"

Hört sich so an, wie "Blinder will mit seinem Stock eine Wolke sehen"

Meine Güte, wenn die gleichen Organe, die zehn Jahre lang die NSU übersehen haben, wieder einen braunen Sumpf ausheben sollen, na dann gute Nacht.

Account gelöscht!

11.04.2013, 12:50 Uhr

Da sehen sie mal, wie schnell sich der Zustand "zur Zeit" ändern kann.

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