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09.01.2007

09:20 Uhr

Sreit mit Landrätin Pauli

Stoiber gibt Fehler zu

CSU-Chef Edmund Stoiber schlägt versöhnliche Töne an. Laut einem Zeitungsbericht räumte er jetzt Fehler im Umgang mit seiner innerparteilichen Kritikerin Gabriele Pauli ein. In einem Vier-Augen-Gespräch will er schon bald die Wogen glätten. Indes wird über angebliche „Nebenabsprachen“ zwischen Stoiber und dem stellvertretenden CSU-Vorsitzenden Seehofer spekuliert.

HB WILDBAD KREUTH. Laut „Passauer Neue Presse“ soll Stoiber vor der CSU-Führung am Montag eingeräumt haben, es sei falsch gewesen, Pauli nicht früher ein Gespräch angeboten zu haben. Das Blatt berief sich auf Präsidiumskreise, nach deren Angaben Stoiber erklärt habe: „Wir machen alle Fehler. Was hätte man denn machen sollen?“

Nach Informationen des „Münchner Merkur“ will sich der bayerische Ministerpräsident bald mit Pauli zu einem Vier-Augen-Gespräch treffen. Seine Mitarbeiter hätten der Fürther Landrätin einen konkreten Termin für nächste Woche in Stoibers Büro in der Münchner CSU-Zentrale angeboten. Sie habe bislang nicht zugesagt, berichtete das Blatt unter Berufung auf Parteikreise.

Pauli ist dagegen, dass Stoiber zur Landtagswahl 2008 erneut als CSU-Spitzenkandidat antritt. Die Führung der CSU hatte dem Vorsitzenden am Montag geschlossen das Vertrauen ausgesprochen und erklärt, er bleibe über 2008 hinaus die Nummer eins in der bayerischen Politik. Anschließend fuhr Stoiber nach Wildbad Kreuth zur Klausur der CSU-Landesgruppe im Bundestag, die sich ebenfalls hinter den Parteichef stellte.

Doch in der Partei rumort es weiter. Die Bundestagsabgeordnete Maria Eichhorn kritisierte einem Bericht zufolge in Kreuth in einer Aussprache zwischen Stoiber und der Landesgruppe das Verhalten des CSU-Chefs. Laut „Passauer Neue Presse“ hält sie die Debatte für nicht ausgestanden. „Es ist noch einiges an Überzeugungsarbeit bei der Parteibasis zu leisten. Die Stimmung ist aufgeladen und problematisch“, sei Eichhorn von Teilnehmern zitiert worden.

Vertrauliche Absprache mit Seehofer?

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende und Bundesagrarminister Horst Seehofer dementierte indes angebliche „Nebenabsprachen" mit Stoiber über eine Machtverteilung. „Es gibt null Nebenabsprachen zwischen ihm und mir. Ich wurde nicht deshalb Minister, um mich zum Dank dafür gegenüber Stoiber wohl zu verhalten. Es gibt keinerlei Absprache, dass zu irgendeinem Zeitpunkt ich die Parteiführung von ihm übernehme. Für solche Geschäfte wären weder er noch ich zu haben“, sagte Seehofer der „Leipziger Volkszeitung“.

Die Zeitung hatte zuvor berichtet, der CSU-Chef und sein Stellvertreter Seehofer hätten sich vertraulich verständigt: Sollte sich Stoiber bis Sommer nicht von seinen schlechten Umfragewerten erholen, werde der Bundesminister den CSU-Vorsitz übernehmen.

Die CSU-Landesgruppe setzt heute in Wildbad Kreuth ihre traditionelle Klausurtagung mit Beratungen zur Europapolitik fort. Der erste Klausur-Tag war von dem parteiinternen Streit über die Zukunft Stoibers überschattet. Die CSU-Spitze stellte sich hinter ihn: Sie will im Gegensatz zu Pauli und Teilen der CSU- Basis auch nach der Landtagswahl 2008 an Stoiber als Ministerpräsident und Parteichef festhalten.

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