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26.06.2011

11:27 Uhr

Staatsanleihen

Griechenland-Absturz würde NRW hart treffen

Finanzminister Wolfgang Schäuble hält die Auswirkungen der Griechenland-Krise auch im Falle einer Staatspleite für beherrschbar. Doch auch in Deutschland könnte ein Bankrott böse Folgen nach sich ziehen.

Griechenland-Akademie in Athen. Quelle: dapd

Griechenland-Akademie in Athen.

Berlin/DüsseldorfEine mögliche Staatspleite Griechenlands würde Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg viel Geld kosten. Beide Länder halten Schuldtitel aus Athen. Mit 220 Millionen Euro entfällt der größte Teil davon auf Nordrhein-Westfalen, wie ein Sprecher des Finanzministeriums in Düsseldorf erklärte. Die Papiere sind demnach Teil der Versorgungsrücklage für Beamtenpensionen, in der 3,4 Milliarden Euro angelegt seien, 6,5 Prozent davon in Griechenland-Anleihen. Diese seien 2004 und 2005 erworben worden, also lange vor Ausbruch der Staatsschuldenkrise.

In der baden-württembergischen Versorgungsrücklage befinden sich nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums in Stuttgart griechische Schuldtitel über zehn Millionen Euro.

Die anderen von der Nachrichtenagentur dapd befragten Länder sind nach eigenen Angaben nicht in Athen investiert. Dazu zählen Sachsen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Hamburg. Sachsen-Anhalt besitzt allerdings spanische und italienische Anleihen, Hamburg hat Italien Geld geliehen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält indes die Auswirkungen der Griechenland-Krise auch im Falle einer Staatspleite für beherrschbar. Auch 2008 sei die Welt in der Lage gewesen, „gegen eine globale und nicht vorhersehbare Finanzmarktkrise koordiniert vorzugehen“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Natürlich gab es schwere Auswirkungen, unser Bruttoinlandsprodukt brach um 4,7 Prozent ein, aber wir haben es gemeistert.“ Die Staaten der Euro-Zone würden aber bereits Vorsorge für den Fall treffen, dass das griechische Parlament am kommenden Mittwoch entgegen aller Erwartungen das Sparpaket ablehnt und das Land zahlungsunfähig wird.

„Wir setzen alles daran, eine krisenhafte Zuspitzung für Europa zu verhindern, müssen aber gleichzeitig auf alles vorbereitet sein. Das ist unsere Verantwortung und darauf bereiten wir uns vor“, sagte Schäuble.

Kommentare (19)

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Grimms_Maerchenstunde

26.06.2011, 11:32 Uhr

Bei der Rettung des Euro und der EU geht es nicht um Deutschland und den Souverän, sondern um den Erhalt von Macht-, Finanz- und Wirtschaftsinteressen.
Der deutsche Bürger ist Merkel, Schäuble & Co. scheissegal.
Denen geht es um weltweiten Machtanspruch.
Der Finanzlobby gehts um ihre Boni und um leichtverdientes Zinsgeld, welches die Bürger realwirtschftlich erst erarbeiten müssen, oder man bescheisst einen anderen, der die Zinsen dann zurückzahlt.
Die EU und der Euro ist für Wenige ein Riesengeschäft.
Die arbeitende Allgemeinheit zahlt wie immer drauf und muss trotz Produktivitätssteigerung und Lohn-/Gehaltsstagnation den Gürtel von Jahr zu Jahr enger schnallen, um die expotenziell anwachsenden Schuldzinsen zu bedienen.
Gleichzeitig dreht sich die Lohn-/Preisspirale immer weiter nach oben und schwächt zusehens die Kaufkraft der Bürger.
Fakt ist, das es mir und Millionen anderen Deutschen zu D-Mark Zeiten wesentlich besser ging und ich mir bedeutend mehr von meinem verdienten Geld leisten konnte.
Heute muss ich jeden Euro zweimal umdrehen und überlegen, ob ich mir das jetzt noch leisten soll oder überhaupt noch leisten kann!
Das fängt bei einem Restaurantbesuch an und endet im Supermarkt beim täglichen Lebensmitteleinkauf.
Ein harter Euro wäre in Ordnung gewesen, ohne Bail-Out und Euro-Rettungspakete.
Aber im jetzigen Zustand ist der (T)Euro untragbar für Deutschland und dessen Bürger.

Account gelöscht!

26.06.2011, 11:41 Uhr

"Griechen-Pleite würde NRW hart treffen"




Griechenland ist Pleite !

mono

26.06.2011, 11:41 Uhr

Der Wirklichkeit ins Auge schauen und die Wirklichkeit zu akzeptieren mag schmerzlich sein, aber viel schlimmer ist es, die Wirklichkeit zu ignorieren und zu versuchen durch Taschenspielertricks das Notwendige und vermutlich sowieso Unausweichliche abzuwenden.

Mit der Angst vor Pleiten ist die Politik erpressbar geworden und hat sich dem Diktat der Finanzservice-Industrie ergeben. Solange sich daran nichts ändert wird gar nichts mehr besser.

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