Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.05.2015

17:49 Uhr

Staatsanwaltschaft

Edathy wurde vor Ermittlungen gewarnt

Die Staatsanwälte aus Hannover sind entnervt. Während sie strikt darauf geachtet haben, dass niemand von den Kinderporno-Ermittlungen gegen den Abgeordneten Edathy erfährt, zieht dies andernorts schon weite Kreise.

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy wusste wohl vorher von Ermittlungen gegen seine Person. dpa

Wurde gewarnt

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy wusste wohl vorher von Ermittlungen gegen seine Person.

BerlinDie Staatsanwaltschaft Hannover geht davon aus, dass der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy lange vor der Hausdurchsuchung von dem Kinderporno-Verdacht gegen ihn erfahren hatte. Oberstaatsanwalt Thomas Klinge sagte am Donnerstag als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Edathy-Affäre: „Ich hatte so ein Bauchgefühl, da stimmt doch was nicht, der muss doch irgendetwas erfahren haben.“ Der Leiter der Anklagebehörde, Oberstaatsanwalt Jörg Fröhlich, sagte den Abgeordneten: „Herr Edathy war über alles informiert.“

Über ein Treffen mit Edathys Anwalt Christian Noll am 22. Januar 2014 sagte Klinge: „Ich hatte immer das Gefühl, er weiß was.“ Noll hatte zuvor mehrfach beim niedersächsischen Landeskriminalamt und bei verschiedenen Staatsanwaltschaften nachgefragt, ob gegen seinen Mandanten ermittelt werde.

Edathy-Affäre

Kinderporno-Prozess wird eingestellt

Edathy-Affäre: Kinderporno-Affäre: Edathy gesteht vor Gericht

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

„Diese Hartnäckigkeit hat mich stutzig gemacht“, erinnerte sich Klinge. Auch habe er bei der Durchsuchung von Edathys Wohnung den Eindruck gehabt, es seien Beweismittel weggeschafft worden. Beispielsweise hätten Abdeckkappen von USB-Sticks herumgelegen. Die Datenspeicher selbst seien aber nicht aufgefunden worden. Klinge sagte: „Es gab Anhaltspunkte, dass da mal mehr da gewesen ist.“

Wohnung und Büros von Edathy waren im Februar 2014 durchsucht worden. Kurz zuvor hatte der Innenpolitiker sein Mandat mit Hinweis auf gesundheitliche Probleme niedergelegt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Franz Paul

21.05.2015, 20:58 Uhr

Wundern würde mich das nicht. Sitzen bestimmt noch mehr Pädophile, Drogenabhängige und sonstige verkrachte Existenzen im Bundestag, und die sind sicher gut vernetzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×