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18.05.2015

06:18 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt

Polizeibeamter soll Flüchtlinge misshandelt haben

Schwere Vorwürfe gegen einen Bundespolizisten aus Hannover: Der Mann soll in einer Wache laut einem Bericht Flüchtlinge gequält und gedemütigt haben. Fotos der Vorfälle soll er an Kollegen verschickt haben.

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Macht und Gewalt: Wirklich ein Polizeiproblem?

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HannoverDie Staatsanwaltschaft Hannover hat wegen des Verdachts der Misshandlung von Flüchtlingen in einer Wache der Bundespolizei in Hannover Medienberichten zufolge Ermittlungen gegen einen Polizeibeamten aufgenommen. Nach gemeinsamen Recherchen des NDR-Fernsehmagazins „Hallo Niedersachsen“ und des Radiosenders NDR Info soll es im vergangenen Jahr mehrfach Übergriffe auf Menschen in den Gewahrsamszellen gegeben haben.

In einem Fall soll den Berichten zufolge ein Flüchtling aus Afghanistan gewürgt und mit angelegten Fußfesseln durch die Wache geschleift worden sein. In einem anderen Fall bestehe der Verdacht, dass ein Marokkaner in der Zelle gezielt erniedrigt wurde; ihm sei unter anderem verdorbenes Schweinemett verabreicht worden.

Wer nimmt die meisten Flüchtlinge auf?

Anstieg der Flüchtlingszahlen

Aufgrund von internationalen Krisen rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen in 2014. Im ersten Quartal 2014 haben rund 108.300 Flüchtlinge in einem der 28 EU-Staaten um Asyl angesucht. Doch kommen die meisten Asylsuchenden, die derzeit über das Mittelmeer nach Europa kommen, wirklich nach Deutschland?

Quelle: Eurostat/ Mediendienst Integration 2014

Platz 9

Griechenland: 2.440 Antragsteller

Platz 8

Ungarn: 2.735 Antragsteller

Platz 7

Österreich: 4.815 Antragsteller

Platz 6

Belgien: 5.065 Antragsteller

Platz 5

Großbritannien: 7.575 Antragsteller

Platz 4

Italien: 10.700 Antragsteller

Platz 3

Schweden: 12.945 Antragsteller

Platz 2

Frankreich: 15.885 Antragsteller

Platz 1

Deutschland: 36.890 Antragsteller

Nach Informationen des Senders soll sich der ins Visier der Staatsanwaltschaft geratene Beamte im Kurzmitteilungsdienst What's App solcher Handlungen gerühmt haben und außerdem ein Foto gemacht und an Kollegen verschickt haben. Das Bild zeige einen gefesselten Menschen in unnatürlicher Haltung und mit erkennbar von Schmerz verzerrten Gesichtszügen. Auf dem Foto sind die Stiefel zweier Beamter zu sehen.

Den Berichten zufolge gab es sowohl in der Dienststelle des Bundespolizisten in Hannover als auch in dessen Privathaus am Freitag Hausdurchsuchungen. Dabei wurde laut Staatsanwaltschaft Beweismaterial beschlagnahmt, heißt es in den Berichten weiter.

Kommentar zum Flüchtlingsdrama: Wir sind nicht schuld

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Wir sind nicht schuld

Die Schreckensmeldungen über Schiffstragödien im Mittelmeer reißen nicht ab. Das schlechte Gewissen hindert Europa, einen kühnen Plan zu fassen, wie den afrikanischen Flüchtlingen zu helfen ist.

Wegen der Schwere der Vorwürfe sei Eile bei den Ermittlungen geboten gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge dem NDR demnach auf Anfrage. Die Bundespolizeidirektion in Hannover wollte sich auf Nachfrage des Senders nicht zu den Vorwürfen äußern, da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handele. Eine Sprecherin sagte den Angaben zufolge aber, es gebe ein „größtmögliches Aufklärungsinteresse".

Von

dpa

Kommentare (21)

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Herr Niccolo Machiavelli

18.05.2015, 08:29 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Hannes Niesslbeck

18.05.2015, 08:43 Uhr

Was Asylmißbrauch mit solchen Geschehnissen zu tun hat, erschließt sich wohl nur einem komplett verqueren Geist.

Mit dieser Einstellung könnten sie auch sagen: Über Mißhandlungen von Verbrechern müssten wir uns nicht den Kopf zerbrechen, wenn es keine Verbrecher gäbe.

Herr Hannes Niesslbeck

18.05.2015, 08:45 Uhr

...und noch was, wie kommen sie darauf, dass es sich bei den Mißhandelten um Asylmißbraucher handelt, im Artikel werden sie als Flüchtlinge bezeichnet, also woher ihr Spezialwissen?

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