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05.05.2012

16:11 Uhr

Staatsbesuch

Gauck erinnert an Befreiung der Niederlande

Es ist die erste offizielle Reise in die Niederlande: Am Wochenende besucht Bundespräsident Gauck das politisch kriselnde Nachbarland zum Jahrestag der Befreiung von der deutschen Besatzung.

Herzliches Hallo: Bundespräsident Gauck wird auf dem Flughafen von Rotterdam von Prinz Willem Alexander der Niederlande begrüßt. dpa

Herzliches Hallo: Bundespräsident Gauck wird auf dem Flughafen von Rotterdam von Prinz Willem Alexander der Niederlande begrüßt.

BredaBundespräsident Joachim Gauck hat den Freiheitswillen der Niederländer gegen Nazi-Deutschland gewürdigt. Als erster Deutscher feierte er in den Niederlanden den „Tag der Befreiung“ von der Nazi-Herrschaft. Gauck erinnerte bei einem Festakt in der Stadt Breda an mehr als 100 000 niederländische Juden, die der Ausrottungspolitik Hitlerdeutschlands zum Opfer fielen.

„Gerade weil wir Deutsche uns der Last und der Schuld der Geschichte gestellt haben, gilt für uns, gilt auch für mich: Wir feiern gemeinsam mit allen die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch“, sagte Gauck. Das Komitee für die Befreiung der Niederlande würdigte den Auftritt des Bundespräsidenten als Ereignis von „historischer Bedeutung“.

„Vor ihnen steht ein dankbarer Mann“ - mit diesen Worten begann Gauck seine Rede vor mehreren hundert Ehrengästen in der Grote Kerk (Großen Kirche) von Breda. Der Bundespräsident sprach auch als erstes ausländisches Staatsoberhaupt überhaupt bei den Feiern zum Jahrestag der Befreiung von der deutschen Besatzung 1945. Gauck gedachte der Widerstandskämpfer und Hunderttausender Niederländer, die zum Arbeitseinsatz nach Deutschland deportiert worden waren.

Gauck würdigte, dass nun seit Jahrzehnten beide Länder gemeinsam am Projekt der Einheit Europas arbeiten. Grundlage dafür sei das Bekenntnis zu gemeinsamen Werten. „Durch dieses Ja zur Freiheit sind wir tiefer verbunden als durch die Verträge, die uns binden.“

Die Chefin des Organisationskomitees für den „Befreiungstag“, Joan Leemhuis-Stout, begrüßte es, dass Gauck in seiner Rede Freiheit und Verantwortung in den Mittelpunkt stellte. „Das Komitee ist sich bewusst, dass diese Rede zum 5. Mai von historischer Bedeutung ist“, sagte sie.

Die Einladung zum Festakt in Breda war ursprünglich an Gaucks Vorgänger Christian Wulff gegangen. Bereits am Tag der Wahl Gaucks am 18. März wurde sie für ihn persönlich erneuert.

Gauck würdigte in seiner Ansprache auch den Kampf für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in Nordafrika und im Nahen Osten. An die Adresse der westlichen Länder gerichtet warnte er aber auch vor einer egoistischen Interpretation des Freiheitsbegriffs. Freiheit dürfe nicht als politische oder ethische Beliebigkeit missverstanden werden. „Bei diesem Freiheitsverständnis fehlt, was besonders viele junge Menschen auf die Straße treibt - Verantwortlichkeit, Verlässlichkeit, auch Gemeinsinn und Solidarität.“

Vor dem Besuch gab es auch Kritik an der Einladung für Gauck zum „Befreiungstag“. Dabei geht es unter anderem um die Forderung nach Auslieferung des früheren Waffen-SS-Mannes und mutmaßlichen Kriegsverbrechers Klaas Carel Faber. Er wurde in den Niederlanden zunächst zum Tode und dann zu lebenslanger Haft verurteilt. Die deutsche Justiz verweigert aber die Auslieferung des inzwischen 90-Jährigen.

Gauck begrüßte, dass die deutsche Justiz eine neue Überprüfung des Falles zugesichert habe. „Wir haben kein Interesse daran, Verbrecher zu schützen“, sagte er in Breda. Die Rechtsordnung müsse aber respektiert werden.

Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt wurden bei den Feierlichkeiten von Kronprinz Willem-Alexander und vom geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mark Rutte begleitet. Am Abend erwartete Königin Beatrix in Amsterdam Gauck und Frau Schadt zu einem Konzert am Ufer der Amstel und einer gemeinsamen Bootsfahrt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

06.05.2012, 07:52 Uhr

"Als erster Deutscher feierte er in den Niederlanden den „Tag der Befreiung“ von der Nazi-Herrschaft."
Und schon wühlt der Mann wieder angepasst und schmierig kriechend in der Vergangenheit herum, anstatt sich um Deutschland und seine Zukunft zu kümmern!!!!

Anti-ESM Demonstration in Stuttgart: Protest gegen Verschuldung
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/05/42291/

Unter großem Beifall der zahlreichen Kundgebungsteilnehmer kündigte Jens Loewe, ADD-Aktiver und Kandidat für das Amt des Stuttgarter Oberbürgermeisters an, dass das ADD sich nicht mehr mit Klagen beim handzahm gewordenen Bundesverfassungsgericht gegen die Rechtsbrüche wenden sondern nunmehr gegen die für den ESM Verantwortlichen strafrechtlich vorgehen werde unter der Beschuldigung des Hochverrats und der Gefährdung des Volksvermögens.

CdB

06.05.2012, 10:21 Uhr

Unbestreitbar ist, dass Deutschland zwischen 1940 und 1945 Leid über die Niederlande gebracht hat. Gleichzeitig hat die Landwirtschaft in NL in diesen Jahren einen Boom erlebt. Den Mai 1940 habe ich mit meiner Familie im Keller des Hauses an der Rotte (Rotterdam) erleben müssen. Der Angriff der Deutschen Luftwaffe wäre vermeidbar gewesen, wenn vorher Holland kapituliert hätte. Um jedoch Legendenbildungen zu vermeiden sollte klar gestellt werden, dass allierte Flugzeuge zwischen 1940 und 1945 holländische Städte in Schutt und Asche gesetzt haben. Zuletzt Hengelo im April 1945. Den niederländischen Widerstand in der heute behaupteten Form hat es erst ab Oktober 1944 gegeben. Vorher hatten die "Wendehälse" noch andere Parolen vertreten. Der Widerstand war aber auch nicht so unschuldig wie dargestellt. Menschenrechte haben nicht alle vertreten. Es war eben damals so wie heute in Libyen.

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