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18.03.2013

11:24 Uhr

Staatsbesuch in Äthiopien

Gauck feiert Jubiläum weit weg von Berlin

Ein Jahr ist Bundespräsident Joachim Gauck im Amt. Das Jubiläum feiert er weit weg von Berlin: in Äthiopien. Dort besuchte er ein ganz besonderes Grab, das des „äthiopischen Bonhoeffer“.

Bundespräsident am Grab des äthiopischen Kirchenführers Gudina Tumsa in Addis Abeba. dpa

Bundespräsident am Grab des äthiopischen Kirchenführers Gudina Tumsa in Addis Abeba.

Addis AbebaBundespräsident Joachim Gauck feiert sein erstes Amtsjubiläum weit weg von Berlin und mit einer besonderen Ehrung: Am Montag besuchte der 73-Jährige in Addis Abeba das Grab des äthiopischen Kirchenführers Gudina Tumsa und legte dort ein Blumengebinde nieder.

Tumsa war der langjährige Generalsekretär der evangelischen Kirche Mekane Yesus in Äthiopien und stand der brutalen Militärdiktatur der Derg in den 1970er Jahren kritisch gegenüber. Im Jahr 1979 wurde er nach einem Abendgottesdienst von Derg-Soldaten entführt und ermordet.

Staatsbesuche, offizielle Besuche, Arbeitsbesuche

Staatsbesuche

Nur Treffen von Staatsoberhäuptern werden als Staatsbesuche bezeichnet. Dazu zählen also Besuche des Bundespräsidenten bei gekrönten Häuptern oder republikanischen Staatschefs oder deren Gegenbesuche, nicht aber zum Beispiel die Auslandsreisen der Bundeskanzlerin.

Die Gäste eines Staatsbesuches werden mit den höchsten protokollarischen Ehren empfangen. Staatsbesuche finden auch ohne konkreten Anlass statt und dienen vor allem der Kontaktpflege zwischen den Ländern.

Offizielle Besuche

Zu offiziellen Besuchen folgen Regierungschefs oder Minister einer Einladung ihrer ranggleichen Gastgeber. Meist geht es dabei um die Erörterung konkreter politischer Fragen.

Arbeitsbesuche

Bei Arbeitsbesuchen kommen Regierungschefs oder Staatsoberhäupter - im Fall Deutschlands - auf Einladung der Bundeskanzlerin und nicht des Bundespräsidenten nach Berlin.

„Wir ehren einen Märtyrer“, sagte Gauck bei der kurzen Zeremonie. Tumsa habe im Geiste von Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King für die Menschenrechte gekämpft. Seine Witwe, die selbst jahrelang in Haft saß, kam zusammen mit einer der Töchter ebenfalls zu der Ehrung. Den vier Kindern war es damals zum Teil mit Hilfe der Kirche in Deutschland gelungen, Äthiopien zu verlassen.

Die sterblichen Überreste Tumsas wurden erst nach dem Sturz der Derg Anfang der 1990er Jahre gefunden und exhumiert. An seinem Begräbnis nahmen unter anderem Kirchenführer aus Deutschland, Vertreter des Ökumenischen Rates und der südafrikanische Bischof Desmond Tutu teil.

Gauck war am 18. März 2012 – also genau vor einem Jahr – von der Bundesversammlung zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Am Morgen war er zunächst von seinem äthiopischen Amtskollegen Girma Woldegiorgis empfangen worden. Das Treffen fand im Nationalpalast statt, in dem Kaiser Haile Selassie bis zur Machtübernahme der Derg residierte. Woldegiorgis ist seit Ende 2001 im Amt und ist der zweite Präsident des ostafrikanischen Landes seit der Gründung der Demokratischen Republik Äthiopien im Jahr 1995. Bereits am Sonntag war Gauck mit Ministerpräsident Hailemariam Desalegn zusammengetroffen.

Am Nachmittag wollte Gauck die Afrikanische Union (AU) besuchen. Das neue Gebäude, das rund 200 Millionen Dollar (153 Millionen Euro) gekostet hat und komplett von China finanziert wurde, war erst vor rund einem Jahr eingeweiht worden. Der Turm des Komplexes ist der derzeit höchste Bau in Addis Abeba. Zunächst war ein Gespräch mit der neuen Kommissionsvorsitzenden Nkosazana Dlamini-Zuma geplant. Anschließend wollte Gauck dort eine Rede halten. Der Termin gilt als einer der Höhepunkte seiner viertägigen Reise.

Von

dpa

Kommentare (2)

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TheVote

18.03.2013, 12:08 Uhr

Na toll - Gauck pflegt mit Anhang auf Staatskosten seine Hobbies

Account gelöscht!

12.09.2013, 13:16 Uhr

Wie kann Herr Gauck, mit dieser persönlichen Vergangenheit, vor dieses Grab Treten?
Hat dieser Mensch allen Anstand und Respekt über Bord gekippt?
Man kann sich nur noch verwundert die Augen reiben, und angewidert abwenden.
Und dieses Schauspiel muss der deutsche Steuerzahler auch noch bezahlen.

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