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14.11.2016

13:33 Uhr

Staatsbesuch in Japan

Gauck warnt vor populistischen Strömungen

Bundespräsident Joachim Gauck hat seine fünftägige Japan-Reise begonnen. Auf dem Plan stehen auch Besuche bei Kaiser Akihito und Ministerpräsident Shinzo Abe. Thema dürfte unter anderem der Wahlsieg Donald Trumps sein.

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Montag seinen fünftägigen Japanbesuch begonnen. Auf dem Programm stehen unter anderen Gespräche mit Kaiser Akihito, Kronprinz Naruhito und Ministerpräsident Shinzo Abe. Dabei dürfte es auch um den Ausgang US-Wahl gehen. In einem Interview mit einer japanischen Tageszeitung hatte Gauck bereits vor Populismus und Europafeindlichkeit gewarnt und den US-Wahlkampf als „irritierend“ bezeichnet. dpa

In Japan angekommen

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Montag seinen fünftägigen Japanbesuch begonnen. Auf dem Programm stehen unter anderen Gespräche mit Kaiser Akihito, Kronprinz Naruhito und Ministerpräsident Shinzo Abe. Dabei dürfte es auch um den Ausgang US-Wahl gehen. In einem Interview mit einer japanischen Tageszeitung hatte Gauck bereits vor Populismus und Europafeindlichkeit gewarnt und den US-Wahlkampf als „irritierend“ bezeichnet.

TokioBundespräsident Joachim Gauck hat zum Auftakt seines Besuchs in Tokio zu mehr internationalem Engagement Japans und Deutschlands aufgerufen. „Beide Länder stehen aufgrund ihrer ökonomischen, politischen und rechtlichen Stabilität in der Verpflichtung, mehr Verantwortung zu übernehmen“, sagte Gauck am Montag nach einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Bei dem Gespräch dürfte es auch um die Konsequenzen aus dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA gegangen sein.

Japan sei für Deutschland ein „Wertepartner in Ostasien“, betonte der Bundespräsident bei einer gemeinsamen Presseerklärung mit Abe. Der Name Trump fiel dabei nicht. Gauck würdigte das Engagement Japans in den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen und den finanziellen Beitrag für die Eindämmung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten.

Zum Auftakt seines fünftägigen Besuchs war Gauck mit militärischen Ehren begrüßt worden. Abe betonte, Japan und Deutschland hätten die gleiche Linie beim internationalen Engagement für Frieden und Sicherheit. Thema des einstündigen Gesprächs waren auch die Spannungen mit China und Nordkorea sowie der Konflikt Russlands mit der Ukraine.

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Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt besucht Gauck bis Freitag auch die Kaiserstadt Kyoto sowie Nagasaki. Die Stadt war 1945 durch eine vom US-Militär abgeworfene Atombombe zerstört worden. Am Dienstag trifft der Bundespräsident in Tokio mit Kaiser Akihito und Kronprinz Naruhito zusammen.

In einem Interview der japanischen Tageszeitung „Yomiuri Shimbun“ warnte Gauck vor einem Erstarken europakritischer und populistischer Strömungen. Den Wahlkampf in den USA, der zum Sieg des Republikaners Trump geführt hatte, nannte er „äußerst irritierend“. Die USA blieben aufgrund ihrer politischen, wirtschaftlichen und militärischen Stärke die Führungsnation in der Welt. „Sich dieser Verantwortung mit Umsicht zu stellen, das wünsche ich Herrn Trump.“

Gauck ist zum ersten Mal in Japan. Zuletzt hatte Christian Wulff im Oktober 2011 das Land besucht. Die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern werden auch dadurch unterstrichen, dass bisher jeder Bundespräsident in Japan war. Die wichtigste Rede der Reise hält Gauck am Mittwoch in der Waseda Universität von Tokio.

Von

dpa

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