Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.08.2011

13:57 Uhr

Staatsschulden

Bürger misstrauen Schäubles Prognose

VonJürgen Röder

ExklusivBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ließ jüngst per Interview wissen, dass er einen ausgeglichenen Staatshaushalt schon 2014 für möglich hält. Eine Umfrage zeigt: Viele Bürger halten seine Prognose für blauäugig.

Optimistischer als die Wähler: Finanzminister Wolfgang Schäuble. AFP

Optimistischer als die Wähler: Finanzminister Wolfgang Schäuble.

DüsseldorfMit seiner optimistischen Prognose nimmt CDU-Politiker Wolfgang Schäuble eine Außenseiterrolle ein. Mehr als drei Viertel der Bundesbürger gehen nämlich davon aus, dass Deutschland auch in drei Jahren seine Verschuldung noch weiter ausdehnen wird. Vor allem unter seinen Alters- und Geschlechtsgenossen wird an Schäubles Prognosefähigkeiten gezweifelt. Bei den Männern und den über 55-Jährigen halten jeweils gut 80 Prozent der Deutschen einen ausgeglichenen Staatshaushalt für reines Wunschdenken. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern, die Handelsblatt FinanceToday, der inernationalen Presseschau für die Finanzbranche, exklusiv vorliegt.

Dass nur gut jeder zehnte Bundesbürger von den Worten Schäubles voll und ganz überzeugt ist, bedeutet indes aber nicht, dass Aussagen dieser Art beim Rest der Bevölkerung ohne Wirkung bleiben. So räumt mehr als jeder fünfte Deutsche ein, dass derartige Politikerworte sein Verhalten in Sachen Geldanlage und Altersvorsorge beeinflussen. Unter den Älteren überdenkt angesichts Schäubles Äußerungen sogar fast jeder Vierte seine Finanz- und Vorsorgestrategie.

Die Banken und Versicherungen scheinen die hohe Emotionalität des Themas Staatsverschuldung allerdings noch nicht als möglichen Aufhänger für Kundengespräche erkannt zu haben. So wurden in diesem Jahr bisher nur neun Prozent der Deutschen von ihrem Bankberater aktiv über die Folgen der Haushaltsprobleme vieler EU-Staaten und der USA für den deutschen Privatanleger informiert. Und auch die Assekuranz verweigert ihren Kunden zusätzliche Orientierung. Magere acht Prozent der Bundesbürger wurden Stand heute von ihrer oder einer anderen Versicherung im Laufe des Jahres unaufgefordert mit Informationen zu Auswirkungen der Staatsschuldenkrise auf die Altersvorsorge versorgt.

Kommentare (24)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

28.08.2011, 15:28 Uhr

Schäuble muß doch solchen Unsinn zum Besten geben um das dumme Wahlvolk ruhig zu stellen.
Haber gerade die Diskussion auf Phoenix gesehen mit Altkanzelr Schmidt und Schäuble.
Mein gott, der Schäuble ist wirklich so was von widerlich und sein diktatorisches despotisches Verhalten kann einen wirklich nur anekeln

Pendler

28.08.2011, 15:56 Uhr

Irgend ewtas muss da schief gelaufen sein.

Herr Schäuble sollte doch das Wahlvolk einlullen. Aber das mit den 748 Mrd. €, die er am Bundestag vorbei mogeln wollte, hat ihn echt unglaubwürdig gemacht.

Wie auch immer, erst wenn die Krise beendet wird,
können wir wieder saubere Repräsentanten einsetzen. Bis dahin lohnt sich ein Short auf die dt. Finanzen immer.



PRhodan

28.08.2011, 15:59 Uhr

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Und der Herr hat in seiner viel zu langen Karriere viel zu oft gelogen. Zur Erinnerung die 100.000 DM von Herrn Schreiber. Dass diesem Machtpolitiker immer noch 10 % glauben, wirft ein bezeichnendes Bild auf die Intelligenz und Sachkompetenz dieser Leute. Oder das ist der (Rest-)Kern der CDU/CSU-Wählerschaft!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×