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01.01.2014

16:50 Uhr

Staatssekretär Asmussen

„Geld allein macht echt nicht glücklich“

Der ehemalige Zentralbanker startet wendig in den neuen Job. Als neuer Arbeits-Staatssekretär fordert Jörg Asmussen einen „Kulturwandel“ in der Arbeitswelt. Seinem EZB-Gehalt trauert Asmussen nicht nach.

Der ehemalige EZB-Direktor Jörg Asmussen arbeitet jetzt Arbeitsministerin Angela Nahles als Staatssekretär zu. dpa

Der ehemalige EZB-Direktor Jörg Asmussen arbeitet jetzt Arbeitsministerin Angela Nahles als Staatssekretär zu.

HamburgDer neue Arbeits-Staatssekretär Jörg Asmussen betrachtet die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf als grundsätzliche Herausforderung der Gesellschaft. „Das hat viel mit Kulturwandel im Kopf zu tun“, sagte der frühere Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB) in einem Interview mit der Illustrierten „Stern“, die vor allem für bunte Themen steht. „Den kann man nicht per Gesetz verordnen.“ Es gehe auch um die Frage: „Halten die Kollegen einen Vater, der in Elternzeit geht, für ein Weichei oder gilt das als normal?“ Es gehe ihm darum, die Arbeitswelt in Deutschland so zu ändern, dass sie besser zu den verschiedenen Lebensphasen passt.

Der 47-jährige SPD-Politiker trauert nach eigenem Bekunden den rund 150.000 Euro im Jahr nicht nach, die er in seinem neuen Job weniger erhält als bei der EZB. Er könne auch mit dem Gehalt eines Staatssekretärs „sehr, sehr gut leben“. Er fügte hinzu: „Geld allein macht echt nicht glücklich.“

Tipps für den Jobwechsel

Aktiv werden, statt frustriert sein

Lassen Sie sich nicht frustrieren. Im Gegensatz zu manch Anderen haben Sie das Glück, noch einen festen Job zu haben. Werden Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit lieber, die Fühler nach Alternativen auszustrecken und Businesskontakte aufzubauen.

Den Jobwechsel gut abwägen

Bevor Sie das Handtuch werfen und den Jobwechsel ansteuern, hinterfragen Sie bitte alle Pro- und Contra-Punkte dieser Entscheidung. Haben Sie schon einen neuen Job in Aussicht bzw. wirklich sicher? Wunderbar! Zeichnet sich da noch so ganz und gar keine Alternative ab, harren Sie lieber noch ein wenig aus und nutzen Sie die Zeit dazu, aus gesicherter Position heraus auf Jobsuche zu gehen.

Seien Sie Stratege

Auch wenn Sie innerlich bereits gekündigt haben, lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten, im Team schlechte Stimmung zu verbreiten, den Chef durch den Kakao zu ziehen, nur noch das Notwendigste zu tun oder sich wie auch immer geartet zum Unternehmensfeind Nr. 1 zu machen.

Bewerben Sie sich aus sicherer Position heraus

Bewerben aus gesicherter Position heraus macht nicht nur aus finanzieller Sicht wesentlich entspannter, sondern bringt auch bessere Jobaussichten. Jeder Arbeitssuchende wird Ihnen bestätigen, dass es wesentlich schwerer ist, einen neuen Job zu finden, wenn man bereits ohne Anstellung ist. Gehen Sie deshalb nicht erst auf Jobsuche, wenn Sie bereits gekündigt haben, sondern fangen Sie damit bereits an, wenn Ihnen die ersten Kündigungsgedanken kommen.

Nutzen Sie Ihren Feierabend und das Wochenende – nicht die Arbeitszeit - gezielt dazu, sonst stehen Sie am Ende doch schneller auf der Straße, als gewünscht. Gleiches gilt natürlich, wenn Sie sich selbständig machen möchten. Starten Sie damit aus gesicherter Position heraus und wagen Sie den Absprung erst, wenn ein gewisses finanzielles Polster und andere Sicherheiten vorhanden sind.

Steigern Sie Ihren Marktwert

Hat man sich erst einmal dazu entschlossen, den Job zu wechseln, neigt man dazu, träge zu werden und den Joballtag damit zu verbringen, die Zeit totzuschlagen. Seien Sie klüger. Bilden Sie sich aktiv weiter und vertiefen Sie Ihr Wissen. Das erweitert nicht nur Ihre Fachkenntnisse, sondern erhöht zudem Ihren Marktwert. Natürlich gilt auch hier: Bitte nicht während der Arbeitszeit!

Knüpfen Sie ein Netzwerk von guten Kontakten

Nutzen Sie die Zeit im gesicherten Job dazu, aus Ihrer jetzigen Position heraus Kontakte zu knüpfen. An viele offene Stellen kommt man heutzutage über Vitamin B, also gute Beziehungen. Wer da die richtigen Leute kennt und durchschimmern lässt, dass er sich gerade beruflich neuorientiert, kann schneller zu einem neuen Job kommen, als geplant.

Zeigen Sie Präsenz

Nehmen Sie an fachrelevanten Veranstaltungen, regionalen und überregionalen Netzwerktreffen, Karriere- und Existenzgründermessen etc. teil oder tummeln Sie sich in Online Netzwerken wie z.B. Xing. Dabei sind auch private Aktivitäten förderlich. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere Bekannte ja einen guten Tipp für eine offene Stelle. Wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten, bauen Sie schon jetzt Kontakte zu potenziellen Kunden auf.

Luft anhalten und durch

Auch wenn es manchmal schwer fällt - reißen Sie sich am Riemen, atmen Sie beim nächsten Zoff mit den Kollegen lieber einmal mehr durch, anstatt laut zu werden und stehen Sie innerlich lächelnd über den Dingen. Schließlich haben Sie doch noch Größeres vor!

Quelle: www.careerbuilder.de

Es sei ihm mit dem Jobwechsel vor allem um seine Familie gegangen. „Ich möchte normal am Leben meiner Kinder teilnehmen. Davon haben mich vor allem das Pendeln und die Reisen abgeschnitten“, sagte der Vater zweier Töchter. „Und wenn man am eigenen Geburtstag im möblierten Appartement aufwacht und Müsli mit H-Milch frühstückt, weil der Kühlschrank nichts anderes hergibt, ist das einfach doof.“

Als Vorbild sieht er sich dennoch nicht. „Ehrlich, mir ist es total wurscht, ob mich andere für ein Vorbild oder einen Vollidioten halten.“ Er habe für seinen Schritt jedoch viel Zuspruch bekommen. So hätten ihm ältere Männer geschrieben, sie hätten das vor zehn Jahren auch mal machen sollen.

Der verbeamtete Staatssekretär von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nannte als weiteren Grund für den Gang zurück nach Berlin, dass er „ein bisschen“ auch ein Politikjunkie sei. Asmussen: „Politikverrückt muss man aber als SPD-Mitglied sein.“ Er wolle nun umgehend die Projekte Mindestlohn und Rentenpaket angehen.

In einem Interview mit der Regionalzeitung Rheinische Post hatte sich Asmussen bereits ähnlich geäußert. „Der Dienstsitz Frankfurt und die häufigen Dienstreisen waren auf Dauer nicht mit dem Familienwohnsitz Berlin und insbesondere meinen sehr jungen Kindern zu vereinbaren“, erklärte Asmussen. „Ich bin im Jahr 2013 rechnerisch zehnmal um den Globus geflogen.“ Sein Job-Wechsel habe „ausschließlich“ private Gründe.

Von

afp

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