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10.08.2014

17:11 Uhr

Staatsverschuldung

Deutschland spart 120 Milliarden Euro Zinsen

Seit 2007 ist der Zins für Staatsschulden in Deutschland stark gesunken. Die dadurch entstehenden Ersparnisse des Staates summieren sich laut Bundesbank auf 120 Milliarden Euro. Doch der Niedrigzins birgt auch Gefahren.

Deutschland profitiert massiv von den sinkenden Zinsen für deutsche Staatsanleihen. dpa

Deutschland profitiert massiv von den sinkenden Zinsen für deutsche Staatsanleihen.

BerlinDer deutsche Staat hat durch den Zinsverfall seit Beginn der Finanzkrise einem Zeitungsbericht zufolge rund 120 Milliarden Euro eingespart. Allein im Jahr 2013 hätten die öffentlichen Haushalte durch den Zinsrückgang seit 2007 fast 37 Milliarden Euro weniger ausgeben müssen, berichtete die „Welt am Sonntag“. unter Berufung auf Berechnungen der Bundesbank. 2007 und damit vor der Finanzkrise lag die durchschnittliche Verzinsung deutscher Staatsanleihen danach bei 4,3 Prozent. 2013 seien es nach Bundesbank-Angaben noch 2,6 Prozent gewesen.

Die Zinsentwicklung ist neben der Rekordbeschäftigung und den hohen Steuereinnahmen ein wesentlicher Grund für die Rückführung der Haushaltsdefizite in Deutschland. Im kommenden Jahr will der Bund erstmals seit 1969 keine neuen Schulden mehr aufnehmen. „Bund, Länder und Kommunen konsolidieren ihre Haushalte derzeit vor allem aufgrund der niedrigen Zinsausgaben und der günstigen Einnahmeentwicklung“, sagte der Wirtschaftsweise Lars Feld der Zeitung.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank verteidigt, die Notenbank aber auch aufgefordert, die Zinsen nur so lange extrem niedrig zu lassen, wie dies nötig sei. Zum einen schrumpfen durch die niedrigen Zinsen die Sparvermögen der Bürger und damit auch deren Altersvorsorge. Zum anderen haben Schäuble und andere Finanzpolitiker vor Verwerfungen in der Weltwirtschaft infolge zu hoher Liquidität aufgrund der niedrigen Zinsen gewarnt.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr Peter Petersen

11.08.2014, 09:25 Uhr

Ich denke, Sie haben etwas missverstanden.
...."trotz der laufenden und wohl schon überschrittenen Hochkonjunktur schafft es der Deutsche Staat mit all seinen Behörden nicht einen (nennenswerten) Überschuss zur Tilgung von Verbindlichkeiten zu erzielen." - Nicht trotz, sondern wegen all seiner Behörden werden in Deutschland keine Überschüsse erzielt.

Herr Manfred Zimmer

11.08.2014, 09:54 Uhr

Das sind wohl zwei Kommentare, die nicht im Widerspruch zu einander stehen, ob ein scheinbarer Widerspruch markiert wurde.

Einfach unglaublich!

Man muss ja zudem auch noch bedenken, dass Schäuble keinerlei Rückstellungen für unterlassene Reparaturarbeiten in der Infrastruktur eingerechnet hat. Jeder Vorstand eines DAX-Unternehmens käme ob dieser Fehlmeldungen in den Knast.

Weshalb sind in Deutschland vor dem Gesetz nicht alle gleich?

Herr Teito Klein

11.08.2014, 10:11 Uhr

Schäubles Traum
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Seit 2007 ist der Zins für Staatsschulden in Deutschland stark gesunken. Die dadurch entstehenden Ersparnisse des Staates summieren sich laut Bundesbank auf 120 Milliarden Euro.

Er kassiert Steuerrekordeinnahmen, profitiert vom Niedrigzins, erfindet immer neue Steuern und Abgaben, aber für die Abschaffung der "kalten Progression" ist kein Geld da.
Auch von den 53Mrd€ Einnahmen durch die KFZ-Steuer, Mineralöl- und Oko-Steuer, und darauf noch die MwSt. fließen nur - wenn überhaupt - 19Mrd€ in den Straßenbau. Der Rest versickert im allgemeinen Haushalt.

Und jetzt plündert er - wieder einmal - die Rentenkasse.

Aber das Geld ist ja schon verplant. Und zwar für:
■ Bankenrettung
■ Eurorettung
■ Wahlgeschenke
■ Griechenland-Rettung (die Spekulanten)
■ ESM (Europäischer Schulden Mechanismus)
■ Bankenunion (Hier zahlt sowieso der Steuerzahler)
■ Pensionstsunami

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