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02.04.2012

07:39 Uhr

Städte- und Gemeindebund

Nach der Lohnerhöhung droht der Stellenabbau

Die jüngst ausgehandelten Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst könnten für die Beschäftigten ein bitteres Nachspiel haben. Der Städte- und Gemeindebund rechnet nun mit einem Stellenabbau in vielen Kommunen.

Mitarbeiter der Hamburger Stadtreinigung haben sich auf einer Demonstration für Tariferhöhungen eingesetzt. dpa

Mitarbeiter der Hamburger Stadtreinigung haben sich auf einer Demonstration für Tariferhöhungen eingesetzt.

BerlinNach den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben sich die Arbeitgeber an der „Grenze des Vertretbaren“ gesehen. Tatsächlich wird der Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes nach Einschätzung des Städte- und Gemeindebundes nun zu Personalabbau und Privatisierungen in den Kommunen führen.

„Für viele Kommunen nimmt durch den Tarifabschluss der Druck zu, Personal abzubauen und öffentliche Leistungen zu privatisieren“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Viele Städte und Gemeinden würden zudem „nach Möglichkeiten suchen, ihre Einnahmen durch höhere Beiträge, Gebühren oder Steuern zu verbessern“. Landsberg forderte die Bundesregierung auf, den Kommunen Sozialleistungen abzunehmen.

Schlusspfiff im Tarifstreit: Bundesbank fürchtet zu starke Lohnerhöhungen

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Bundesbank fürchtet zu starke Lohnerhöhungen

Einigung im Tarifstreit: Angestellte im öffentlichen Dienst bekommen 6,3 Prozent mehr Gehalt. Doch die Bundesbank warnt vor einer Signalwirkung: Starke Lohnerhöhungen in anderen Branchen könnten die Inflation anheizen.


Die Eingliederungshilfen für Behinderte, die die Kommunen pro Jahr fast 14 Milliarden Euro kosteten, seien keine kommunale Aufgabe. Die Tarifparteien in Bund und Kommunen hatten am Wochenende eine Einigung erzielt, wonach die gut zwei Millionen Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in den kommenden zwei Jahren schrittweise 6,3 Prozent mehr Geld bekommen.
Die Kommunen bezifferten ihre Mehrausgaben durch den Tarifvertrag auf 2,2 Milliarden in diesem Jahr und rund 4,3 Milliarden Euro im kommenden Jahr.

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Kommentare (31)

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JayJay

02.04.2012, 06:29 Uhr

Höhere Gebühren/Abgaben/Steuern/Personalabbau u.s.w. hätte es auch ohne den gerade so akzeptablen Tarifabschluss gegeben. Der Abschluss gleicht gerade so die ''offizielle'' Inflation die nächsten 2 Jahre aus. da bleibt nicht übrig, für den kleinen Angestellten im ÖD. Also ist das alles großes Palaber von Herrn Landsberg.

frankfurter

02.04.2012, 07:44 Uhr

bei 2Billionen Schulden der öffentlichen Hand, wäre es zwingend notwendig gewesen, die 6,3% im Zeitraum von zwei Jahren abzuziehen, statt draufzusatteln.
Das damit die normale Durschnittsfamilie mit extra Gebühren belastet wird, kann nun noch Unverständnis und Politikverdrossenheit erzeugen.
Brauchen wir denn erst griechische Verhältnisse, damit der Staat gezwungen wird, endlich mal zu sparen....

Voltaire

02.04.2012, 08:32 Uhr

http://www.verdi.de/themen/geld-tarif/tarifrunde-oed-2012/++co++8c2000a8-7b01-11e1-6941-0019b9e321cd

"Tarifeinigung im öffentlichen Dienst: 6,3 Prozent mehr Lohn.

Die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen bekommen mehr Lohn. ver.di und die Arbeitgeber einigten sich, dass die Löhne und Gehälter zum 1. März 2012 um 3,5 Prozent, ab 1. Januar 2013 um 1,4 Prozent und ab 1. August 2013 um weitere 1,4 Prozent steigen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben nach zehn Monaten 4,9 Prozent mehr Gehalt und nach 18 Monaten eine dauerhafte tabellenwirksame Lohnsteigerung von 6,3 Prozent“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske in Potsdam."

Rechnen wir das doch mal an einem konkreten Beispiel auf Basis der Lohnerhöhung in 2012 durch.

Familienvater Jahrgang 1070, 2 Kinder, gesetzlich Krankenversichert mit einem KV-Beitragssatz von 14,6 % +0,9 % , lebt in Nordrhein-Westfalen, zahlt keine Kirchensteuer und hat derzeitig ein Monatsbruttoeinkommen von 3000 EUR. Ab 01.03. erhält er 3,5 % mehr Lohn, macht 105 EUR / Mon. entsprechend 3105 EUR.

Das monatliche Nettogehalt mit vorgenannten Annahmen beträgt aktuell EUR 2.136,25, ab dem 01.03.2012 EUR 2.196,01 also 59,76 EUR mehr im Monat.

Bezogen auf das Nettogehalt steigt sein Einkommen um 2,8 Prozent und entspricht damit in etwa der aktuellen vom statistischen Bundesamt getürkten Inflationsrate.

Bezogen auf die weiteren Lohnsteigerungen ab dem 01. Jan. 2013 ff hat er einen Kaufkraftverlust unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Inflationsrate hinzunehmen.

6,3 Prozent mehr Lohn ohne differenzierte Betrachtung macht keinen Sinn. Der von ver.di so toll angepriesene Tarifabschluss ist eine LACHNUMMER!

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