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26.10.2011

17:23 Uhr

Standortschließungen

Bundeswehr baut 90.000 Stellen ab

Mit drastischen Maßnahmen will Verteidigungsminister de Maiziere die Bundeswehr auf Vordermann bringen. Gut 60 der knapp 330 Bundeswehr-Standorte stehen vor dem Aus. Damit fallen auch zehntausende Stellen weg.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). dpa

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU).

Berlin/Glücksburg/FürstenfeldbruckDas Bundeskabinett hat das Konzept von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zur Schließung zahlreicher Bundeswehr-Kasernen gebilligt. De Maiziere will 31 der insgesamt 328 Bundeswehr-Einrichtungen komplett schließen und weitere 33 Standorte so weit reduzieren, dass sie künftig weniger als 15 Mitarbeiter umfassen. Die sechs Großstandorte, die geschlossen werden sollen, liegen in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Schleswig-Holstein verliert mit acht Einrichtungen die meisten Standorte und gibt damit auch den Titel als Land mit der höchsten Bundeswehrdichte je Einwohner an das strukturschwache Mecklenburg-Vorpommern ab.

Abgesehen von den Kasernenschließungen sollen weitere 57 Standorte signifikant verkleinert werden und um mehr als 500 Dienstposten oder die Hälfte ihrer Beschäftigten schrumpfen. Die Bundeswehr wird damit künftig noch an 264 Standorten stationiert sein.

Die Schließung der Kasernen ist eine Folge der Neuausrichtung der Bundeswehr sowie des massiven Truppenabbaus und der Aussetzung der Wehrpflicht. Durch den Umbau der Truppe fallen rund 90.000 Dienstposten für Berufs- und Zeitsoldaten, Wehrdienstleistende und zivile Beschäftigte weg, für die in der bisherigen Infrastruktur der Bundeswehr jedoch noch Arbeitsplätze und Unterkünfte vorgehalten wurden. Zudem sollen weniger Kampfjets, Hubschrauber und Schützenpanzer beschafft sowie anderes Gerät ausgemustert werden, was ebenfalls Folgen für die Standorte hat.

Die FDP zeigte sich zufrieden mit dem neuen Stationierungskonzept. „Damit wird endlich die Verunsicherung bei den Bundeswehrangehörigen und ihren Familien beendet“, sagte FDP-Wehrexpertin Elke Hoff. Hoff zeigte Verständnis für die Sorgen der Kommunen, die durch eine Standortschließung betroffen sind. Daher forderte die FDP-Bundestagsfraktion laut Hoff die Bundesregierung auf, betroffene Kommunen in strukturschwachen Regionen zu unterstützen.

Kommentare (12)

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Steuerzahler

26.10.2011, 11:21 Uhr

Zumindest ein erster Schritt, um die ineffizientesten Streitkräfte der Welt etwas weniger ineffizient zu machen. Noch immer zahlt der Steuerzahler Jahr für Jahr groteske 30 Milliarden Euro für einen Verein, der weiterhin größte Mühe hat, für (ohnehin meist fragwürdige) Auslandseinsätze auch nur 9.000 Männlein und Fräulein aufzubieten. 3,3 Millionen Euro jährlich pro einsatzfähigem Soldaten. Für Leute, deren oftmals durchwachsene Schulbildung eine Einstellung in der Privatwirtschaft so schwierig gestaltet, dass die Bundeswehr eine willkommene Alternative darstellt. Natürlich alles auf Kosten des Steuerzahlers und des produktiven Teils der Bevölkerung.

Wenn in deutschen Unternehmen derartige Zustände herrschen würden, würde längst der Pleitegeier kreisen.

Bremer

26.10.2011, 11:31 Uhr

es bleiben noch 264 Standorte über? ..da kann man doch locker noch weitere 100 bis 200 Standorte schließen.. was für eine Verschwendung des Geldes.. die Bundeswehr wird nicht gebraucht. ..alles was die tun ist nur das Geld verschwenden.

Account gelöscht!

26.10.2011, 11:37 Uhr

dann kann ja in Deutschland ohne große Gegenwehr einmarschiert werden !

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