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10.02.2017

14:42 Uhr

Stasi-Affäre

Andrej Holm behält Universitäts-Job

Die Humboldt-Universität hat eine Kündigung gegen den ehemaligen Berliner Staatssekretär Andrej Holm nach einer Aussprache zurückgenommen. Holm war im Zuge einer Stasi-Affäre zurückgetreten.

„Holm bleibt“ steht auf einem Zettel an einem Instituts-Gebäude der Humboldt-Universität. Studenten halten das Gebäude seit der Kündigung des stasibelasteten ehemaligen Staatssekretärs und wissenschaftlichen Mitarbeiters Holm besetzt. dpa

Studenten-Protest

„Holm bleibt“ steht auf einem Zettel an einem Instituts-Gebäude der Humboldt-Universität. Studenten halten das Gebäude seit der Kündigung des stasibelasteten ehemaligen Staatssekretärs und wissenschaftlichen Mitarbeiters Holm besetzt.

BerlinDer in einer Stasi-Affäre zurückgetretene Berliner Staatssekretär Andrej Holm behält nun doch seinen Job an der Humboldt-Universität (HU). Holm habe falsche Angaben zu seiner Stasi-Tätigkeit zugegeben. Daher werde nun keine Kündigung, sondern lediglich eine Abmahnung ausgesprochen, teilte die Universität am Freitag mit. „Es ist erfreulich, dass wir mit Herrn Holm zu einer gemeinsamen Lösung gekommen sind und damit seine Expertise im Lehrbereich Stadtsoziologie der HU auf diese Weise für Lehre und Forschung erhalten können“, erklärte Uni-Präsidentin Sabine Kunst.

Der Stadtsoziologe habe am Donnerstag eine Erklärung abgegeben. „Ich bin mir heute bewusst, dass ich gegenüber der HU objektiv falsche Angaben hinsichtlich meiner Tätigkeit für das MfS gemacht habe. Ich bedauere das und ebenso, dies nicht sofort gegenüber der HU zum Ausdruck gebracht zu haben“, erklärte er laut Universität. Die Präsidentin sehe das Vertrauensverhältnis „zwar gestört, aber nicht mehr vollständig zerstört“. Daher werde die Kündigung zurückgenommen.

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Holm ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni und noch bis Ende 2018 beurlaubt. Seit 2007 ist bekannt, dass der Experte für soziales Wohnen in der DDR Stasi-Offizier werden wollte und einige Monate bei dem Geheimdienst ausgebildet wurde.

Kritisiert wird er vor allem für den Umgang mit seiner Vergangenheit. In einem Personalfragebogen der Universität verneinte er 2005 eine hauptberufliche Stasi-Tätigkeit. Die Uni sah sich arglistig getäuscht und kündigte deshalb an, Holm zu entlassen. In der Affäre trat er auch als Bau-Staatssekretär zurück.

Von

dpa

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