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08.01.2015

13:06 Uhr

Statistik

6,3 Millionen Menschen wollten 2013 Arbeit

In Deutschland hätten dem Statistischen Bundesamt zufolge im Jahr 2013 rund 6,3 Millionen Menschen gerne mehr oder überhaupt gearbeitet. Weniger arbeiten wollten dagegen nur etwa 870.000 Menschen.

Offene Stellenangebote hängen an einer Tafel hängen in einem Gebäude der Bundesagentur für Arbeit. dpa

Offene Stellenangebote hängen an einer Tafel hängen in einem Gebäude der Bundesagentur für Arbeit.

WiesbadenRund 6,3 Millionen Menschen in Deutschland hätten im Jahr 2013 gerne mehr gearbeitet oder überhaupt eine Arbeitsstelle gehabt. Den größten Anteil an diesem ungenutzten Potenzial an Arbeitskräften hatten mit 3,1 Millionen die sogenannten Unterbeschäftigten, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Hinzu kamen 2,2 Millionen Erwerbslose und eine Million Menschen in der sogenannten stillen Reserve, die wie Erwerbslose keine Arbeit haben, sich generell aber einen Job wünschen, jedoch nicht kurzfristig zur Verfügung stehen.

Männer und Frauen hielten sich bei der Gesamtzahl des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials in etwa die Waage. Deutliche Unterschiede gab es allerdings in der Gruppe der Unterbeschäftigten, die zwar erwerbstätig sind, aber gerne mehr Arbeitsstunden leisten würden, wenn sie entsprechend mehr bezahlt bekämen, wie die Statistiker mitteilten. Unterbeschäftigung bei Vollzeitstellen ist demnach vor allem eine Männerangelegenheit. Von den 1,4 Millionen Unterbeschäftigten in Vollzeit waren 74 Prozent männlich. Genau umgekehrt sei es bei den 1,7 Millionen Unterbeschäftigten in Teilzeit: Hier seien 73 Prozent weiblich.

Weniger arbeiten wollten 2013 nur 870.000 Menschen. Die sogenannten Überbeschäftigten wünschen sich weniger Arbeitsstunden und sind dafür auch bereit, ein entsprechend verringertes Einkommen hinzunehmen. Hier gebe es im Gegensatz zu den Unterbeschäftigten deutlich geringere Unterschiede zwischen Männern und Frauen, erklärte das Statistische Bundesamt.

Einkommensarmut in Deutschland

Erläuterung

Relative Einkommensarmutsquote nationaler Schwellenwert: Anteil der Personen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des deutschen Medianeinkommens.

Baden Württemberg

Relative Einkommensarmut: 11,3 Prozent

Bayern

Relative Einkommensarmut: 11,4 Prozent

Hessen

Relative Einkommensarmut: 13,4 Prozent

Schleswig-Holstein

Relative Einkommensarmut: 13,9 Prozent

Rheinland-Pfalz

Relative Einkommensarmut: 14,7 Prozent

Hamburg

Relative Einkommensarmut: 14,9 Prozent

Saarland

Relative Einkommensarmut: 15,8 Prozent

Niedersachsen

Relative Einkommensarmut: 16,0 Prozent

Nordrhein-Westfalen

Relative Einkommensarmut: 16,6 Prozent

Thüringen

Relative Einkommensarmut: 17,1 Prozent

Brandenburg

Relative Einkommensarmut: 18;4 Prozent

Sachsen

Relative Einkommensarmut: 19,2 Prozent

Sachsen-Anhalt

Relative Einkommensarmut: 20,9 Prozent

Berlin

Relative Einkommensarmut: 21,2 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern

Relative Einkommensarmut: 22,9 Prozent

Bremen

Relative Einkommensarmut: 23,0 Prozent

Deutschland

Relative Einkommensarmut: 15,3 Prozent

Westdeutschland

Relative Einkommensarmut: 14,1 Prozent

Ostdeutschland

Relative Einkommensarmut: 19,9 Prozent

Zur stillen Reserve gehören Menschen, die aktiv nach Arbeit suchen, Stellenanzeigen sondieren und sich bewerben, aber nicht kurzfristig, also binnen zwei Wochen, eine neue Stelle antreten können, weil zum Beispiel zuerst die Kinderbetreuung geregelt werden muss. Hinzu gehören auch Leute, die keine Arbeit suchen – weil es in ihrer Region womöglich nicht die passende Stelle gibt – aber grundsätzlich gerne arbeiten würden und für Arbeit verfügbar sind. 2013 waren 560.000 Frauen und 470.000 Männer in der stillen Reserve.

Im Vergleich zum Jahr 2012 ging die Zahl der Unterbeschäftigten um 3,4 Prozent zurück, die der Erwerbslosen um 1,9 Prozent. Als Erwerbslose bezeichnen die Experten diejenigen, die aktiv nach einen Job suchen und binnen zwei Wochen zur Verfügung stehen. Die Zahl der Menschen in stiller Reserve blieb nahezu unverändert.

Von

afp

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