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15.11.2012

08:31 Uhr

Statistikamt

Deutschlands Konjunktur geht die Puste aus

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal nur noch um 0,2 Prozent gewachsen. Für das Jahresende deutet sich aus Sicht von Ökonomen eine merkliche Eintrübung der Konjunktur an.

Die Zahlen für Sommer belegen: die deutsche Wirtschaftsleistung stagniert. dapd

Die Zahlen für Sommer belegen: die deutsche Wirtschaftsleistung stagniert.

BerlinDie schwache Konjunktur in Europa hat das deutsche Wirtschaftswachstum fast zum Erliegen gebracht. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt nur noch um 0,2 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Damit geht der Konjunktur nach einem überraschend rasanten Jahresstart allmählich die Puste aus. Im ersten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft noch um 0,5 Prozent gewachsen, im zweiten Vierteljahr um 0,3 Prozent. Für das Schlussquartal deutet sich aus Sicht von Ökonomen eine merkliche Eintrübung der Konjunktur an.

Positive Impulse kamen im dritten Quartal von den Exporten sowie den privaten und staatlichen Konsumausgaben. Außerdem wurde mehr in Bauten investiert. Hingegen sparten die Unternehmen angesichts der unsicheren Geschäftsaussichten an Investitionen in Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres legte das BIP in Deutschland preisbereinigt um 0,4 Prozent zu. Allerdings gab es in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger. Bereinigt um diesen Effekt lag der Zuwachs bei 0,9 Prozent.

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„Positive Impulse kamen aus dem Ausland“, schrieben die Statistiker. „Nach vorläufigen Berechnungen stiegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen etwas stärker als die Importe.“ Verglichen mit anderen Euro-Ländern steht Deutschland damit gut da. In Portugal brach das Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent ein. Für die gesamte Euro-Zone wird ein Minus von 0,2 Prozent erwartet. Frankreich schaffte dagegen ein überraschendes Plus von 0,2 Prozent.

Zuletzt mehrten sich die Hinweise darauf, dass die Schuldenkrise auch die deutschen Wirtschaft nach unten zieht. Im September brachen die Industrieaufträge mit 3,3 Prozent so kräftig eingebrochen wie seit einem Jahr nicht mehr, weil vor allem die Nachfrage aus der rezessionsgeplagten Euro-Zone stark nachlässt. Die Exporte fielen zum ersten Mal seit dem Krisenjahr 2009. Die Stimmung in der Wirtschaft ist deshalb so schlecht wie seit Februar 2010 nicht mehr, fand das Ifo-Institut bei seiner monatliche Umfrage unter 7000 Managern heraus. Die Bundesbank erwartet bestenfalls eine Stagnation im vierten Quartal.

Kommentare (12)

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willi

15.11.2012, 09:15 Uhr

Man kann den Abschwung auch herbeischreiben...
Wenn immer und immer wieder das gleiche wiederholt wird, ist die selbsterfüllende Prophezeiung perfekt.
Wir müssen uns doch mal klar machen auf welch hohem Niveau wir "leiden".
Also... bitte berichten Sie positiv

Acki_hh

15.11.2012, 09:37 Uhr

Dem kann ich nur zustimmen!

Account gelöscht!

15.11.2012, 09:39 Uhr

Wie sang man so schön über den Inhalt der BLÖD-Zeitung
"Angst, Haß, Titten und Wetterbericht". Damit läßt sich eben mehr einspielen als mit soliden Informationen.

Aber gerade beim HB erwartet man eigentlich mehr, doch auch hier gehts nur ums Geld.

Im übrigen sollte man sich schon an die permanete Systemkrise gewöhnt haben, schließlich wurde sie schon vor 150 Jahren vorhergesagt - genug Zeit sich darauf einzustellen.
Der Kapitalismus ist am Ende. Und eine soziale Marktwirtschaft gibt es längst nicht mehr.

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