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25.10.2013

13:41 Uhr

Statistische Bundesamt

Fast jeder sechste Deutsche von Armut bedroht

Die Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland ist gestiegen. Dabei ist das Risiko für Frauen besonders hoch. Doch sie sind nicht die einzige gefährdete Gruppe.

Eine ältere Frau bittet in der Einkaufsmeile Zeil in Frankfurt um Almosen. Das Statistische Bundesamt hat am Freitag bekannt gegeben, dass 2011 jeder Sechste in Deutschland von Armut gefährdet war. dpa

Eine ältere Frau bittet in der Einkaufsmeile Zeil in Frankfurt um Almosen. Das Statistische Bundesamt hat am Freitag bekannt gegeben, dass 2011 jeder Sechste in Deutschland von Armut gefährdet war.

WiesbadenDie Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland ist gestiegen. Im Jahr 2011 war fast jeder Sechste von Armut bedroht, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das entspricht 13 Millionen Menschen. Im Vergleich zu 2010 erhöhte sich die Zahl der Betroffenen damit um rund 200.000, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wuchs von 15,8 auf 16,1 Prozent.

Besonders stark stieg das Armutsrisiko in Haushalten von Alleinerziehenden. 38,8 Prozent und damit weit mehr als ein Drittel der in solchen Haushalten lebenden Menschen waren davon betroffen - im Jahr davor waren es noch 37,1 Prozent. Dagegen war das Armutsrisiko von Menschen in Haushalten von zwei Erwachsenen mit Kindern deutlich niedriger: Bei Paaren mit einem Kind lag die Quote bei 10,6 Prozent, bei Paaren mit zwei Kindern sogar nur bei 7,7 Prozent.

Die Zahlen orientieren sich an einer Definition der Europäischen Union für Armutsgefährdung. Demnach ist von Armut bedroht, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. In Deutschland sind das bei Singles 980 Euro im Monat, bei Familien mit einem Elternpaar und zwei Kindern 2058 Euro im Monat inklusive staatlicher Sozialleistungen.

Wie bereits in den Vorjahren lag bei Frauen das Armutsrisiko höher als bei Männern. Bei den Senioren ab 65 Jahren etwa waren 2011 insgesamt 13,3 Prozent der Männer, aber 16,6 Prozent der Frauen armutsgefährdet. Im Erwerbsalter zwischen 18 und 64 Jahren waren es 15,5 Prozent der Männer und 17,7 Prozent der Frauen, bei männlichen Minderjährigen 14,8 Prozent, bei ihren weiblichen Altersgenossen 15,7 Prozent.

Kommentare (43)

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Phil

25.10.2013, 10:52 Uhr

Immer mehr Arme, trotz Arbeit.
Das liegt u. a. daran, dass jeder Haushalt immer mehr durch Steuern, Umlagen, Abgaben, Soli, Gebühren, demnächst Maut belastet wird.
Der Lohn kann nicht immer mitwachsen und so wird die LÜcke immer größer.
Unsere etablierten Politiker kennen nur eine Lösung der Probleme: Höhere Belastungen.
Der einfachste Weg.

Badener

25.10.2013, 11:07 Uhr

Jeder ist von Armut bedroht, immer und überall!


-wenn er nicht arbeitet oder nicht arbeiten will
-wenn er sein Vermögen verprasst
-wenn er nicht haushalten kann
-wenn er säuft und raucht und unvernünftig ist

Was also soll dieser Artikel?

Prophet

25.10.2013, 11:10 Uhr

Warum kommen die jetzt erst mit einer Statistik von 2011 heraus? Die Armutsquote wird heute noch höher liegen. Hat man Angst vor der Wahrheit? Will man den Mißstand in Deutschland verdunkeln?
Ich habe den Eindruck in Deutschland sitzen die Dichter in der Regierung und die Denker im Volk.

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