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24.02.2012

08:03 Uhr

Statistisches Bundesamt

Deutsches Staatsdefizit deutlich gesunken

Dank der guten Wirtschaftsentwicklung hat sich das deutsche Staatsdefizit 2011 deutlich verringert. Damit hält Deutschland nach langer Zeit wieder den EU-Stabilitätspakt ein. Auch für 2012 sind Experten optimistisch.

Deutschland hat weniger Schulde gemacht. dpa

Deutschland hat weniger Schulde gemacht.

Wiesbaden/BerlinDie gute Konjunktur hat die Kassenlage Deutschlands deutlich verbessert. Das Staatsdefizit belief sich im vergangenen Jahr auf 1,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit hält Deutschland wieder die Obergrenze des EU-Stabilitätspaktes ein.

Unter dem Strich stand 2011 ein Fehlbetrag von 25,8 Milliarden Euro. In einer ersten Schätzung im Januar waren die Statistiker noch von einem Minus von 26,7 Milliarden Euro ausgegangen. 2010 betrug das Defizit noch 4,3 Prozent, 2009 waren es 3,2 Prozent. Der Bund machte den Angaben zufolge mit 26,3 Milliarden Euro die höchsten Schulden, die Länder nahmen 14,9 Milliarden Euro auf. Die Gemeinden konnten laut Statistik sogar einen leichten Überschuss in Höhe von 0,8 Milliarden Euro erwirtschaften.

Besonders günstig verlief die Entwicklung bei der Sozialversicherung, die aufgrund der guten Beschäftigungs- und Lohnentwicklung den höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung erzielen konnte. Er betrug 15,1 Milliarden Euro.

Nach Prognose der Bundesbank wird die Neuverschuldung in diesem Jahr bei etwa einem Prozent verharren. Der fast anderthalb Jahre währende Steuerboom hat im Januar ein vorläufiges Ende gefunden. Wegen der schwächeren Konjunktur gingen die Einnahmen von Bund und Ländern im Januar um 0,4 Prozent zurück - zum ersten Mal seit Sommer 2010. „Der Trend monatlich steigender Einnahmen ist zunächst gebrochen“, schrieb das Bundesfinanzministerium. Steuerschätzer sehen sich in ihrer Warnung bestätigt, dass der Staat nicht mehr automatisch mit konjunkturbedingten Mehreinnahmen rechnen kann und deshalb sparen muss.

Für die kommenden Monate ist Skepsis geboten. Der rasante Aufschwung zum Jahresende 2011 ist erwartet gestoppt. Vor allem wegen des schwächelnden Außenhandels schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Statistiker bestätigten damit frühere Angaben.

Positive Impulse kamen demnach von den Investitionen im Bausektor. Auch der Staat erhöhte seine Konsumausgaben gegenüber dem Vorquartal leicht, der private Konsum ging hingegen zurück. Für das Gesamtjahr 2011 bekräftigte das Statistische Bundesamt ein BIP-Wachstum von 3,0 Prozent.

Kommentare (14)

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24.02.2012, 08:41 Uhr

Wenn sowas schon als Errfolgsmeldung verkauft wird, ist es sehr traurig. Die Einnahmeseite ist auf einem hohen Stand und trotzdem geben wir mehr aus als wir einnehmen. Wenn wir die Ausgabenseite nicht dauerhaft drastisch reduzieren, und zwar in allen Bereichen, wird das nie was.

Schlaumeier

24.02.2012, 08:50 Uhr

Diese Meldung kommt direkt aus Schäubles Propagandaministerium (allerdings ohne die Eurorettungszahlen). Lt. Schäuble verdienen wir nämlich an unseren Bürgschaften etc. . Schäuble guter Mann -weiter so.

Mazi

24.02.2012, 08:57 Uhr

Statistisch oder real?

Schäuble solle doch erklären wie er das meint.

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