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28.04.2015

19:47 Uhr

Statistisches Bundesamt

Deutschland verliert massenhaft Erwerbstätige

Ein Blick ins Jahr 2060: Wenig Junge, viele Alte und wenige, die arbeiten. Der Bevölkerungsrückgang ist laut Statistikamt bei den Erwerbstätigen besonders extrem. Einwanderung kann den Trend mildern, aber nicht stoppen.

Davon wird es in Deutschland immer weniger geben. Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt um zwischen ein Viertel bis fast ein Drittel bis 2060 ab. dpa

Mann auf dem Weg zur Arbeit

Davon wird es in Deutschland immer weniger geben. Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt um zwischen ein Viertel bis fast ein Drittel bis 2060 ab.

Berlin/DüsseldorfDeutschland schrumpft. Und besonders schnell schrumpft die Zahl derer, die arbeiten können. Das geht aus dem 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Die Zahl derer im erwerbsfähigen Alter, also die der 20- bis 64-Jährigen (2013: 49 Millionen), wird demnach ab 2020 deutlich zurückgehen. 2060 wird sie – je nach Stärke der Zuwanderung – zwischen 34 und 38 Millionen liegen. Das sind zwischen 23 und 30 Prozent weniger als es derzeit sind. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird von 61 Prozent im Jahr 2013 ebenfalls deutlich auf nur noch 51 oder 52 Prozent im Jahr 2060 sinken. Mit der Rente mit 67 würden es zwischen 36 und 40 Millionen sein.

Welche Regeln bei der Zuwanderung gelten

Die Zahl der Zuwanderer steigt

Im Jahr 2013 kamen 1,23 Millionen Menschen nach Deutschland, wie aus dem neuesten Migrationsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Das ist ein deutliches Plus gegenüber 2012, wo die Zahl bei 1,08 Millionen lag. Die Gründe, warum Menschen nach Deutschland kommen, sind unterschiedlich. Entsprechend vielfältig sind die gesetzlichen Grundlagen, die der Zuwanderung zugrunde liegen.

EU-Freizügigkeit

Jeder Bürger eines EU-Landes hat ungeachtet seines Wohnortes und seiner Staatsbürgerschaft das Recht, sich in einem anderen EU-Staat niederzulassen, um dort einer Beschäftigung nachzugehen. Ausnahmeregelungen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen und Bulgaren in Deutschland sind Ende 2013 ausgelaufen. Doch schon zuvor konnten die Menschen aus diesen Ländern nach Deutschland kommen: Die Bundesregierung registriert für 2013 139.000 Zuwanderer mit rumänischer Staatsangehörigkeit und 61.000 mit bulgarischer Staatsangehörigkeit. Zugleich kamen 190.000 Polen in die Bundesrepublik.

Erwerbstätigkeit

Von 2012 auf 2013 ging die Zahl der Erteilungen von Aufenthaltserlaubnissen wegen Erwerbstätigkeit zwar um 13 Prozent auf 33.648 zurück. Allerdings ist dieser Rückgang überwiegend auf den Beitritt Kroatiens zur EU am 1. Juli 2013 zurückzuführen. Arbeitnehmer von dort brauchen seither keinen entsprechenden Aufenthaltstitel mehr. Hauptherkunftsländer waren insbesondere Indien, die Vereinigten Staaten, Bosnien-Herzegowina und China.

Familiennachzug

Wer eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland besitzt, kann in der Regel seinen ausländischen Ehepartner, eingetragenen Lebenspartner oder Kinder nachziehen lassen. Die Familienangehörigen erhalten dafür eine Aufenthaltserlaubnis zum Nachzug. Dafür wurden im Jahr 2013 44.000 Visa erteilt.

Ausländische Studenten

Im Vergleich zum Vorjahr konnte eine Zunahme um acht Prozent auf 86.170 ausländische Studenten festgestellt werden. Damit wurde im Jahr 2013 die bislang höchste Zahl ausländischer Studienanfänger verzeichnet.

Spätaussiedler

Nach einem kontinuierlichen Rückgang von 2001 bis 2012 konnte im Jahr 2013 auch bei der Zuwanderung von Spätaussiedlern und ihrer Familienangehörigen ein leichter Wiederanstieg registriert werden. So stieg die Zahl der Zugänge im Rahmen des Spätaussiedlerzuzugs um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf 2.427 Personen.

Bundesbürger

Im Jahr 2013 wurden 140.000 Fortzüge von Deutschen registriert. Die Zahl der zurückkehrenden Deutschen stieg leicht auf 118.000 Zuzüge, so dass der Wanderungsverlust im Jahr 2013 etwas höher ausfiel als im Vorjahr. Studien belegten, dass viele Personen mit und ohne Migrationshintergrund nicht dauerhaft im Ausland bleiben, heißt es im Migrationsbericht. Hauptzielland deutscher Abwanderer ist seit 2004 die Schweiz.

Asylrecht I

Wer in seinem Heimatland politisch verfolgt wird, genießt Asyl. Mit Blick auf die steigende Bewerberzahlen sind im vergangenen Jahr in Einzelbereichen Einschränkungen beschlossen worden. So wurden die drei westlichen Balkanstaaten Serbien, Mazedonien als sichere Herkunftsstaaten eingestuft. Dadurch können Asylanträge von Menschen aus diesen Ländern schneller abgelehnt werden.

Asylrecht II

Zugleich gab es Erleichterungen für die Asylbewerber: Die bisherige Residenzpflicht wurde weitgehend abgeschafft, das Arbeitsverbot wurde gelockert. Dem Migrationsbericht zufolge steigt die Zahl der Asylbewerber seit 2007: Die Zahl der Erstanträge lag 2013 demnach bei knapp 110.000.

Dank der starken Zuwanderung in den vergangenen Jahren schrumpft Deutschland aber nicht ganz so stark wie ursprünglich befürchtet. Die Einwohnerzahl insgesamt sinkt von derzeit 80,8 Millionen bis 2060 voraussichtlich auf einen Wert zwischen 67,6 und 73,1 Millionen. Deutschland kann nach Angaben der Statistiker auch nicht darauf hoffen, dass dies durch Zuwanderer aus Süd- und Osteuropa ausgeglichen wird. Denn auch dort altert die Bevölkerung und die Arbeitskräfte werden langsam knapp.

Das deutsche Minus fällt allerdings nicht so deutlich aus wie bei der letzten Bevölkerungsprognose vor sechs Jahren erwartet. Damals waren die Statistiker noch davon ausgegangen, das 2060 nur noch 65 bis 70 Millionen Menschen in Deutschland leben. Seit 2011 gab es aber einen unerwartet starken Zuzug aus dem Ausland. Dank der neu eingeführten Arbeitnehmerfreizügigkeit vor allem aus Osteuropa, aber auch aus den Krisenstaaten in Südeuropa.

Dennoch kann die Lücke nicht auf Dauer durch die Zuzüge geschlossen werden – selbst dann nicht, wenn die Statistiker bei ihren Berechnungen hohe Zuwanderungszahlen zugrunde legen: Jedes Jahr kommen derzeit 500.000 nach Deutschland.

Diese Zahl wird laut der Forscher ab 2021 sinken, auf zwischen 100.000 und 200.000 Personen pro Jahr. Dort werde sie sich stabilisieren. „Unter den Stand von 2013 sinkt die Zuwanderung frühestens 2023“, sagte Destatis-Präsident Roderich Egeler bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

28.04.2015, 14:48 Uhr

Wer gestern Hart aber fair gesehen hat und nicht zu den Fakten steht und immer den Spiegel aus dem letzten Jahrtausend bei den Diskussionen hervorholt braucht sich nicht zu wundern, wenn es Pegida u.a. gibt.

Schließlich sollte man, sowie in Österreich gängig und üblich, ggf. das Kind beim Namen nennen und gleich in die rechte Ecke gestellt werden.

Fakt ist auch, dass die Toleranzgrenze von vielen Südländern in puncto körperliche Unversertheit, Eigentum u.a. teils sehr niedrig ist.

Man soll doch bei einem aufgeklärten deutschen Volk doch nicht so primitiv sein die Keule des "Rassimus" oder "Ungleichbehandlung" hervorholen und versuchen diese als alleinige Argumentation zu nutzen.

Die Probleme -falls vorhanden- werden somit nicht behoben.

Fakt ist in unserer Region, dass sehr viele Türken aus Anatolinen aus einer Millionenmetropole hier wohnen. Ziwsxhenzeitlich ist das in den Städten unübersehbar. In der Regel ist der Bildungsstand so niedrig, dass diese Menwchen es nie sxhaffen werden den Schritt in Richtung Industrie 4.0 mitzugehen.

Nur ein Handy zu haben reicht dazu nicht aus. In einem Industriestaat werden genügend Fachkräfte in den verechiedensten Berufen fehlen, weil einfach die Qualifikation nicht vorhanden ist.

Die Politik wird irgendwann einmal vor der Erklärung stehen, wie sie auch diese Bevölkerungschicht satt und zufrieden halten will.

Die demogaphische Fehlentwicklung alleine ist es nicht, sondern auch die fehlende Integration und den Willen auch dazu.

Bei den nächsten Politikergenerationen wir es ein weiter so nicht geben können. Das werden sie mit unseren Kindern nicht hinbekommen, die studiert und promoviert haben. Sie werden es sicht nicht gefallen lassen, wenn ein weiter so auf dem Tagesplan steht und sich die Nation zwischen Qualifizierten und Nichtqualifizierten in Zukunft Industrie 4.0 spalten wird.

Ganz sicher!



Herr Axel Cordi

28.04.2015, 14:55 Uhr

Statistiken hin oder her, das hier ist doch nur Wasser auf die Mühlen derer, die eine ungebremste und vor allen Dingen unkontrollierte Einwanderung herbeisehnen.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Frau Tanja Wagner

28.04.2015, 15:49 Uhr

Das Zauberwort heisst: Europäische Binnenmigration!
Da könnte sich die Politik mal etwas mehr anstrengen und sich etwas einfallen lassen.

Muslimisch-afrikanische Massenmigration wird nur zu diesen Verhältnissen führen:
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