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03.01.2005

07:47 Uhr

Staus an Grenzen bleiben aus

LKW-Maut: Erster Härtetest bestanden

Das befürchtete Chaos nach dem Ende des Sonntagsfahrverbots blieb in der Nacht zum Montag aus. Damit hat das satellitengestützte Mautsystem auf den deutschen Autobahnen seinen ersten Härtetest bestanden.

HB BERLIN. „Das Chaos ist ausgeblieben“, hieß es am Montagmorgen übereinstimmend bei Lagezentren von Polizei und Bundesgrenzschutz. Von den Grenzübergängen nach Tschechien, Österreich, Frankreich, den Niederlanden oder Dänemark wurden keine Behinderungen gemeldet. Zwar gab es mit Ende des Sonn- und Feiertagsfahrverbotes vereinzelt Staus. Allerdings waren die Wartezeiten nach Angaben von Polizei und Bundesgrenzschutz nicht länger als üblich. „Alles läuft offenbar reibungslos“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums im nordrhein- westfälischen Innenministerium.

Auch das Betreiberkonsortium Toll Collect berichtete von einem reibungslosen Start in den ersten Werktag und zeigte sich zufrieden. „Alles läuft ohne Komplikationen. Wir haben wenig bis gar keine Staus“, sagte eine Sprecherin in Berlin.

Aus Sorge vor einem Verkehrschaos hatte das Konsortium in der Nacht zum Montag an Grenzübergängen und Raststätten mehr als 2500 Helfer im Einsatz. Sie sollten sich vor allem um ausländische Lkw- Fahrer kümmern, von denen viele noch ohne automatisches Erfassungsgerät unterwegs sind. Alle Fahrer ohne die so genannten On Board Units (OBUs) müssen die Straßennutzungsgebühr - im Durchschnitt 12,4 Cent pro Kilometer - übers Internet oder an einem der bundesweit 3700 Kassenautomaten bezahlen.

Auch an den Punkten, die als besonders staugefährdet gelten, gab es keine größeren Probleme. An der deutsch-polnischen Grenze zwischen Frankfurt (Oder) und Swiecko beispielsweise setzte sich Punkt 22.00 Uhr wie jeden Sonntagabend eine längere Lkw-Kolonne in Bewegung. Der Rückstau löste sich dann zügig auf. An der Europa-Brücke zwischen Straßburg und Kehl verlief der Verkehr ebenso reibungslos wie am deutsch-niederländischen Übergang Bad Bentheim.

Allerdings wird vermutet, dass noch eine Vielzahl von Fahrern ohne zu Bezahlen unterwegs ist. An den ersten beiden Tagen wurden bereits mehrere hundert Mautpreller erfasst. In der Regel werden dann zusätzlich zur Maut 75 € fällig. Im Wiederholungsfall kann sich die Geldbuße aber bis auf 20 000 € summieren. Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hat mehrfach angekündigt, Mautpreller hart zu verfolgen. An den ersten beiden Tagen brachte die Maut mehr als zwei Mill. € in die Kassen des Bundes. Insgesamt werden in diesem Jahr Einnahmen von rund drei Mrd. € erwartet.

Der Güterverkehr-Verband BGL rechnet auch in den nächsten Tagen noch mit relativ wenig Lkw-Verkehr auf den Autobahnen, weil viele Speditionen noch in den Weihnachtsferien sind. Ein Verkehrsaufkommen wie sonst an Werktagen üblich wird nach Einschätzung des Verbandes erst nach dem 10. Januar erwartet. Das Maut-System war in der Neujahrsnacht in Betrieb gegangen. Wegen zahlreicher Pannen in der Entwicklungsphase erfolgte der Start mit 16 Monaten Verspätung.

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