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01.01.2014

11:06 Uhr

Steigende Ausgaben

Versicherten drohen höhere Krankenkassen-Beiträge

Auf gesetzlich krankenversicherte kommen Zusatzbeiträge zu – und zwar schon ab dem Jahr 2015. Grund sind die steigenden Ausgaben der Kassen. In wenigen Jahren könnten bis zu 40 Euro im Monat mehr fällig werden.

Versichertenkarten von großen Krankenkassen: „Die gesetzliche Krankenversicherung gibt im Schnitt jedes Jahr vier Milliarden Euro mehr aus, als sie an Beiträgen einnimmt“. dpa

Versichertenkarten von großen Krankenkassen: „Die gesetzliche Krankenversicherung gibt im Schnitt jedes Jahr vier Milliarden Euro mehr aus, als sie an Beiträgen einnimmt“.

BerlinVersicherte müssen nach einer Schonfrist für ihre Krankenkasse voraussichtlich spürbar mehr bezahlen. Zunächst dürfte die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) noch ausreichend ausgestattet sein. Doch Behörden und Experten rechnen mit Zusatzbeiträgen von mindestens 1,5 Prozent des Einkommens in wenigen Jahren. Hauptgrund sind die steigenden Ausgaben der GKV. Der GKV-Spitzenverband forderte, den Steuerzuschuss nicht zu kürzen.

Vorerst ist die Finanzlage nach Angaben des Verbands noch solide. „Ich gehe davon aus, dass wir 2014 ganz ohne Zusatzbeiträge auskommen“, sagte die Vorsitzende Doris Pfeiffer. Allerdings steigen die Ausgaben der Kassen doppelt so schnell wie die Löhne und Gehälter, die Basis der Beiträge, wie AOK-Chef Jürgen Graalmann sagte.

„Die gesetzliche Krankenversicherung gibt im Schnitt jedes Jahr vier Milliarden Euro mehr aus, als sie an Beiträgen einnimmt“, sagte Graalmann. Der Präsident des Bundesversicherungsamts, Maximilian Gaßner, erläuterte: „Auch für die Zukunft ist anzunehmen, dass es eine Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben geben wird, zumal auch die aktuelle politische Stimmung eher auf ein Mehr an Leistungen fixiert ist.“

Diese Beitragssteigerung könnte auf Sie zukommen

Der Zusatzbeitrag für einzelne Krankenkassen könnte 2017 nach Expertenansicht zwei Prozent vom Einkommen ausmachen - die Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink hat für einzelne Berufsgruppen ausgerechnet, was dies pro Monat ausmachen würde - und wie groß die Beitragssteigerung unterm Streich wäre, wenn wie geplant dafür der 0,9-Prozent-Sonderbeitrag der Kassenmitglieder wegfällt. Beispiele aus der Liste:

Bankkaufleute (3621 Euro brutto)

Zusatzbeitrag: 72,42 Euro, Mehrbelastung: 39,83 Euro

Elektroinstallateure (3191 Euro brutto)

Zusatzbeitrag: 63,82 Euro, Mehrbelastung: 35,10 Euro

Erzieher (2195 Euro brutto)

Zusatzbeitrag: 43,90 Euro, Mehrbelastung: 24,15 Euro

Friseur (1523 Euro brutto)

Zusatzbeitrag: 30,46 Euro, Mehrbelastung: 16,75 Euro

Maler/Lackierer (2753 Euro brutto)

Zusatzbeitrag: 55,06 Euro, Mehrbelastung: 30,28 Euro

Pflegeberufe (2410 Euro brutto)

Zusatzbeitrag: 48,20 Euro, Mehrbelastung: 26,51 Euro

Verkäufer im Einzelhandel (1890 Euro brutto)

Zusatzbeitrag 37,80 Euro, Mehrbelastung: 20,79 Euro

Die Kassen dürften dann unter veränderten Regeln finanziert werden - wie im schwarz-roten Koalitionsvertrag vereinbart. Der Beitragssatz soll von 15,5 auf 14,6 Prozent sinken. Ein Sonderbeitrag von 0,9 Punkten zulasten der Versicherten, heute Teil des Beitragssatzes, soll entfallen. Arbeitgeber und -nehmer sollen von den 14,6 Prozent jeweils die Hälfte tragen. Brauchen die Kassen mehr Geld, sollen sie prozentuale Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern nehmen können. Pauschale Zusatzbeiträge in festen Eurobeträgen sollen Kassen anders als heute nicht mehr nehmen dürfen.

2015 dürften die Kassen wegen des abgesenkten Satzes nicht mehr soviel Geld aus dem Gesundheitsfonds bekommen, wie sie benötigen, prognostizierte der Essener Gesundheitsökonom Jürgen Wasem. „Es gibt Kassen, die brauchen sofort einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent, einige auch etwas mehr“, sagte Wasem. „Andere Kassen können auf so große Reserven zurückgreifen, dass sie auf Zusatzbeiträge nahezu komplett verzichten können.“ Dann sei mit einem Anstieg des Zusatzbeitrags von im Schnitt 0,2 bis 0,3 Punkten im Jahr zu rechnen.

Kommentare (2)

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N_K

02.01.2014, 07:50 Uhr

"Versicherten drohen höhere Krankenkassen-Beiträge"

Warum eigentlich? Ohne Not könnte man Milliarden einsparen durch Verzicht auf die sogenannte »Gesundheitskarte«, die nichts andere ist als der Vorläufer der sog. »elektronischen Gesundheitsakte«. Dort stehen dann auf die »allerfeinsten« Erkrankungen natürlich »streng geheim nach Datenschutz«, aber für jede/n Praxisbeschäftigten offen lesbar drin – zumindest die der Bevölkerung und deren Daten. Oder sollte ein naiver Mensch etwa glauben, daß süffisante Erkrankungen von »Großkopferten« dort drin stehen?
http://www.gesundheitskarte.net/kosten

Weitere Milliarden könnten sofort gespart werden, wenn endlich die durch die deutsche Krankenversicherung finanzierte medizinische Versorgung von Personen in der Türkei und auf dem Balkan, die nie in Deutschland waren, eingestellt würde. Die Deutschen sollen »ZAHLEN«, »DAS MAUL HALTEN« und sich von »HERRN ERDOGAN« beleidigen lassen. Wie krank müssen unsere Politiker sein, die das zulassen?
http://www.wams.de/data/2003/04/13/72368.html?prx=l

Und dann noch: Warum kostet das gleiche Medikament des gleichen Herstellers in Deutschland wesentlich mehr als in europ. Nachbarländern? Auch ein Einsparpotential!

bommel37

02.01.2014, 14:19 Uhr

Das mit der Gesundheitskarte ist wirklich eine Frechheit. ich wurde nur eun einzuges mal von meiner Kasse abgeschrieben wegen Foto. Was ust, wenn ich diesen nicht bekommen hätte. Danb kann jeder Arzt mich abweisen. Egal wie dreckig es mir ginge. Das System ist eine Farce geworden. Wann wachen die Leute endlich auf? Aber die Deutschen wachen eh nie auf. Auch bei Hitler wars ja so. 40 Jahre DDR hats auch gedauert, bis ein paar wenige auf due Straße gingen, aber auch nur, um die alten Bonzen durch noch gierigere Bonzen zu ersetzen.

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