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24.02.2014

20:37 Uhr

Steigende Lebenskosten

Immer mehr Haushalte von „Energiearmut“ betroffen

Die Grünen haben über eine Anfrage an die Bundesregierung beunruhigendes aufgedeckt: Zusehends mehr Menschen rutschen angesichts steigender Kosten in die „Energiearmut“. Die Oppositionspartei spart nun nicht an Kritik.

Wer sparen will überlegt sich besser zweimal, ob er die Heizung aufdreht. ap

Wer sparen will überlegt sich besser zweimal, ob er die Heizung aufdreht.

BerlinSteigende Kosten für Gas, Heizöl und Strom drücken zunehmend Menschen mit geringem Einkommen in die sogenannte Energiearmut. 2011 hätten rund 6,9 Millionen Haushalte mehr als zehn Prozent des Einkommens für Energie aufgewendet, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen, die Reuters am Montagabend vorlag. Damit wären 2011 über 17 Prozent der deutschen Haushalte von „Energiearmut“ betroffen. Den Grünen zufolge waren es 2008 noch 13,8 Prozent.

Die Kosten für Energie steigen seit Jahren schneller als die Löhne: Heizung und Warmwasser waren so 2013 um 43 Prozent teurer als 2002. Die Löhne stiegen seitdem im Schnitt nur um 17 Prozent. Für Heizöl allein musste 140 Prozent mehr als 2001 gezahlt werden. Der Strompreis für Haushalte hat sich im gleichen Zeitraum etwa verdoppelt. Als weiteres Indiz für Energiearmut deuteten die Grünen, dass 2012 fast 40.000 Haushalten das Gas zeitweise gesperrt wurde. Im Jahr zuvor seien es nur gut 33.000 gewesen.

Die Grünen warfen der Regierung vor, sie tue zu wenig, um Gebäude besser zu isolieren und den Einbau sparsamerer Heizungen zu fördern. So würden die Menschen von den steigenden Kosten überfordert: „Das Resultat sind vermehrte Gassperren und Leute, die an allen Ecken und Enden sparen müssen, um in kalten Wintern die Rechnungen bezahlen zu können“, sagte Grünen-Energieexpertin Bärbel Höhn.

Von

rtr

Kommentare (17)

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HansMeier

24.02.2014, 21:03 Uhr

Toll, das wir die Grünen haben, sonst würden wir das nie wissen.
"Die Grünen warfen der Regierung vor, sie tue zu wenig, um Gebäude besser zu isolieren und den Einbau sparsamerer Heizungen zu fördern." Ist mir neu, dass man damit, gesamtheitlich betrachtet, die Energiearmut schnell bekämpfen kann.
Aber ich gebe zu, ich weiß nicht all das, was die Grünen über effiziente, effektive und kostengünstige Energie wissen (Stichwort: Die Sonne schickt keine Rechnung.

CarlFrauenstein

24.02.2014, 21:11 Uhr

Wenn ich nicht so lange im Energiesektor gearbeitet hätte...wenn ich die irrsinnige Förderpolitik der ROT-Gruenen Klientel-Hansels nicht von Anfang an als das erkannt hätte, was es war und ist: eine Umverteilung der monatlichen Einkommen der Massen in die "Wallets" der schlauen wie arbeitsscheuen "68er"....könnte man sagen: Pech gehabt, Wählertrottel. Leider wurden und werden die Menschen so derartig verarscht, das es Zeit wird, die Fakten und Abläufe, Ursache und Wirkung mal wieder geradezurücken: Frau HOHN (wie passlich), Sie SIND schuld! Ich hoffe, sie büssen irgendwann persöhnlich für die verheerenden Schäden, die Sie anrichteten.

Malocher

24.02.2014, 21:35 Uhr

Mittlerweile dürften über 20% der Menschen von "Energiearmut" betroffen sein.
Der Vorschlag der Grünen, neue Vorschriften zur Isolierung der Häuser zu erlassen, ist realitätsfern:
dadurch steigen die Mieten noch weiter an und dann sind noch mehr Menschen von "Mietarmut" betroffen. Und es gibt auch sehr viele Menschen, die Eigentümer einer kleinen Wohnung in einem Wohnblock aus den 70ern sind, die im Falle teurer Renovierungskosten die Wohnung verkaufen müssten.
Die Politiker können von Glück sprechen, dass die Menschen nicht durchschauen, wem sie das zu verdanken haben.

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