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18.12.2013

09:49 Uhr

Steigende Sozialausgaben

Steuern im Plus, Kommunen im Minus

Die kommunalen Haushalte in Deutschland weisen ein Gesamtdefizit von 1,4 Milliarden Euro aus – obwohl die Steuereinnahmen gestiegen sind. Denn auch die Ausgaben sind ordentlich angewachsen.

Blick auf das Stadtzentrum von Halle (Saale): Schulden trotz Steuereinnahmen. dpa

Blick auf das Stadtzentrum von Halle (Saale): Schulden trotz Steuereinnahmen.

WiesbadenTrotz sprudelnder Steuereinnahmen bleiben die deutschen Gemeinden insgesamt im Minus. Die kommunalen Haushalte wiesen in den ersten drei Quartalen 2013 ein Gesamtdefizit von 1,4 Milliarden Euro aus – nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch blieben sie damit auf Vorjahresniveau. Grund ist, dass die Ausgaben stärker stiegen als die Einnahmen.

Von Januar bis September flossen 145,4 Milliarden Euro in die kommunalen Kassen, rund 4,5 Prozent oder 6,3 Milliarden Euro mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Wichtigster Posten sind die Steuereinnahmen, die um 2,0 Milliarden Euro auf 52,1 Milliarden Euro stiegen. Mit 3,9 Prozent war die Wachstumsrate allerdings deutlich niedriger als in den ersten drei Quartalen 2012 (6,9 Prozent).

Die deutschen Schuldenhochburgen (Stand: August 2013)

Platz 10

Auf dem zehnten Platz befindet sich die Stadt Essen. Mit Kassenkrediten von rund 3766 Euro pro Einwohner ist die Stadt zwar hoch verschuldet, im Jahr 2007 belegte sie allerdings noch Platz 9.

Platz 9

Auch Mainz ist hoch verschuldet. Mit Kassenkrediten von rund 3857 Euro pro Einwohner belegt die Stadt den neunten Platz. Im Jahr 2007 belegte sie Platz 8.

Platz 8

Ludwigshafen belegt mit 4043 Euro Kassenkredite pro Einwohner den achten Platz. 2007 war es noch Platz 7.

Platz 7

Die Einwohner in Wuppertal haben Kassenkredite von rund 4215 Euro pro Einwohner. Damit belegt die Stadt Platz 7.

Platz 6

Der sechste Platz geht an Zweibrücken. Die Einwohner hier haben Kassenkredite von rund 4230 Euro pro Kopf. Zum Vergleich: 2007 war Zweibrücken auf Platz 12 zu finden.

Platz 5

Remscheid hat sich leicht verbessert: War die Stadt 2007 noch auf den vierten Platz zu finden, ist sie jetzt mit 4998 Euro Kassenkredite pro Einwohner „nur“ noch auf Platz 5.

Platz 4

Auch Hagen hat sich verbessert: 2007 hat die Höhe der Schulden noch für Platz 3 gereicht, mittlerweile befindet sich die Stadt mit Kassenkrediten von 5618 Euro pro Einwohner auf dem vierten Platz.

Platz 3

Der dritte Platz geht an Kaiserslautern. Mit 6040 Euro Kassenkredite pro Einwohner schafft es die Stadt damit unter die ersten drei im Ranking. 2007 lag Kaiserlautern allerdings noch auf Platz 2.

Platz 2

Pirmasens ist ein echter „Aufsteiger“: Von Platz 5 im Jahr 2007 bis zu Platz 2 im Jahre 2013. Allerdings ist es kein Aufstieg der guten Sorte. Die Kassenkredite pro Einwohner betragen 6215 Euro.

Platz 1

Oberhausen bleibt auf dem ersten Platz: Mit Kassenkrediten von 6870 Euro pro Einwohner hat sich die Stadt nicht verbessert - auch 2007 war Oberhausen Platz 1 im Ranking.

Die Ausgaben stiegen um 4,6 Prozent auf 146,8 Milliarden Euro. Dafür war nach Angaben der Statistiker vor allem der starke Anstieg der sozialen Leistungen verantwortlich. Sie schlugen mit 35,1 Milliarden Euro zu Buche, 6,7 Prozent oder 2,2 Milliarden Euro mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Zu den sozialen Leistungen gehören Sozialhilfe, Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) und die Kinder- und Jugendhilfe. Auch für Personal und Sachaufwendungen gaben die Gemeinden mehr Geld aus. Nur der Aufwand für Zinsen sank - und zwar um 6,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Freidenker

18.12.2013, 10:23 Uhr

So, und jetzt sollten Journalisten mal wirklich investigativ arbeiten und schreiben was man unter sozialen Leistungen versteht!

Und wenn die Wirtschaft und der Staat sich verbandelt haben und im Osten sehr viele Menschen unter dem Existenzminimum arbeiten müssen, nicht ohne Zuschüsse des steuerzahlers überleben können, haben wir einen Staatskapitalismus erster Klasse!!

Der STAAT/POLITIKER/WÄHLER SIND SCHULD DAS DIE SOZIALAUSGABEN IMMER MEHR STEIGEN!! KEINER geht gegen den MIßBRAUCH DER WIRTSCHAFT VOR!! HAUPTSACHE DIE AKTIONÄRE UND MANAGER WERDEN BEDIENT.

WAs für ein total krankes System das doch ist. Mit Wirtschaft hat das nichts mehr zu tun. Mit sozialer Marktwirtschaft schon mal gar nicht!

Die Politik hat ALLES aber auch ALLES DAFÜR GETAN, das der STAAT PLEITE UND ÜBERSCHULDETE IST!! Wobei das ja nicht einmal wirklich schlimm ist. Es sind NUR ZAHLENSPIELE IM PC! Das Geldsystem ist zu einem reinen MACHTINSTRUMENT VERKOMMEN UND DIENT NUR EINIGEN WENIGEN; DIE SICH AN DER ARBEITERKLASSE BEDIENEN!!

DAS wird KEIN GUTES ENDE NEHMEN. DA MUß MAN NUR MAL GESELL LESEN. Wir leben nicht in Hollywood, sondern in der Realität. Der Kapitalsimsu wird untergehen und mit ihm ein Großteil der Menschen!!

Steuerschaetzer

18.12.2013, 10:46 Uhr

Na ja, wenn man sieht, was ein Hartz IV Empfänger in Großstädten wie München kostet, dann muss man sich nicht über diese Entwicklung wundern. Und dieses "Einkommen" samt Miete, Krankenkostenabsicherung usw ohne Arbeit. Das System muss ja den Bach runter gehen. Denn immer mehr kommen aus dem Ausland nach Deutschland, nicht weil es hier so schön ist, sondern weil es umsonst Hartz IV gibt.

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