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06.07.2011

09:30 Uhr

Steinbrück trifft Schäuble

Alphatiere auf Schmusekurs

Seine Worte finden Gehör, seine Popularität steigt. Peer Steinbrück hat kein offizielles Amt, dennoch gilt er als aussichtsreicher Kanzlerkandidat der SPD. Sogar der politische Gegner spendet Lob.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, l) und Peer Steinbrück (SPD): „Wir haben ein ordentliches Verhältnis zwischen Vorgänger und Nachfolger.“ Quelle: dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, l) und Peer Steinbrück (SPD): „Wir haben ein ordentliches Verhältnis zwischen Vorgänger und Nachfolger.“

BerlinDass ein Ex-Finanzminister der SPD, der sich warmläuft für die Kanzlerkandidatur, für sein Buch "Unterm Strich" einen Preis der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung erhält, ist unspektakulär. Dass sein Nachfolger im Ministeramt, ein CDU-Mann, die Laudatio auf den Preisträger hält, ist schon eher bemerkenswert. Peer Steinbrück, der die christdemokratische Kanzlerin Angela Merkel in zwei Jahren aus dem Amt drängen will, und Wolfgang Schäuble spielen mit diesem Bild. Am Dienstag, eine Minute vor 19 Uhr, haben die Fotografen das passende Bild: „Steinbrück meets Schäuble“. Zwei streitbare, bewährte Wachhunde der Bundeskasse in Respekt füreinander vereint.

Schäuble macht sich lustig über die sich aufdrängenden Fragen im Vorfeld: Warum gerade er als Laudator Steinbrücks eingeladen wurde, warum er wohl zugesagt habe? „Aber eigentlich ist es falsch, so zu denken“, wischt er die Bedenken vom Tisch. „Wir haben ein ordentliches Verhältnis zwischen Vorgänger und Nachfolger.“ Und deshalb sei er hier, beim „lieben Herrn Steinbrück“. Ein paar Spitzen gönnte sich der Christdemokrat dennoch. Man solle, so habe er gelernt, einen Politiker nie liebenswürdig nennen. In die Versuchung komme man damit aber bei Steinbrück ohnehin nicht.

Und zu den Spekulationen über eine Kanzlerkandidatur Steinbrück reizte er den Preisträger: „Sie genießen das ja auch.“ Man müsse sich, das wisse er, Schäuble, vor denen in Acht nehmen, die sagten, sie strebten ein Amt nicht an. „Ich kann ihnen sagen, wir sind wachsam, sind auf der Hut.“ Auch Steinbrück gab den Gelassenen. Dass Schäuble gekommen sei, spreche für Souveränität, für Großmut. Ansonsten räumte der derzeit hoch Gehandelte freimütig seine Eitelkeit ein und formulierte kokett, sein Leben werde jetzt wohl erst einmal um etliches ruhiger verlaufen.

Kommentare (31)

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Leser

06.07.2011, 09:55 Uhr

Wenn Herr Steinbrück Kanzlerkandidat der SPD wird, werde ich endlich mal auch die SPD wählen gehen!

..hatte diese Partei noch nie zuvor gewählt!! ..meist auf CDU ausgewichen.

Traumkombination wäre für mich wenn die SPD mit FDP zusammen regieren.

eine Liberalle-Soziale Ader, wäre Gesund für Deutschland.

Kraeftemagel

06.07.2011, 10:14 Uhr

Steinbrück oder Schäuble? Was soll's. An der sich ständig ausweitenden Schuldenkrise wird auch ein Herr Steinbrück nicht's ändern können.

Martin

06.07.2011, 10:15 Uhr

Es ist doch völlig gleichgültig wer oder was gewählt wird.
Verlogen und korrupt sind sie alle.
Wie gut, dass das Volk so dumm und gehirngewaschen ist.....

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