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01.09.2013

19:05 Uhr

Steinbrück und Merkel

„Dieses Duell wird kein Kaffeeklatsch“

Die SPD erhofft sich vom TV-Duell einen Auftrieb in der Wählergunst. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann macht Stimmung zuvor gegen Merkel. Fast jeder zweite will einer Umfrage zufolge das TV-Duell ansehen.

Vor dem TV-Duell: Fast jeder Dritte erwartet, dass die Fernsehdebatte die eigene Wahlentscheidung beeinflussen wird, ist das Ergebnis einer Umfrage. dpa

Vor dem TV-Duell: Fast jeder Dritte erwartet, dass die Fernsehdebatte die eigene Wahlentscheidung beeinflussen wird, ist das Ergebnis einer Umfrage.

Etwa jeder zweite Deutsche will sich am Sonntagabend das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück ansehen. Das geht aus am Wochenende veröffentlichten Umfragen der Institute Emnid und INSA hervor. Den INSA-Daten zufolge erwartet dabei fast jeder Dritte der Befragten, dass die Fernsehdebatte die eigene Wahlentscheidung beeinflussen wird.

Die 90-minütige Sendung wird von ARD, ZDF, RTL und Pro Sieben live übertragen. Durch die Sendung führen der RTL-Moderator Peter Kloeppel, seine ARD-Kollegin Anne Will und Maybrit Illner vom ZDF. Der Sender Pro Sieben wird vom Unterhaltungsfachmann Stefan Raab vertreten, der erstmals an der Kanzlerdebatte teilnimmt. Wie schon 2009 findet die Debatte in einem Fernsehstudio in Berlin Adlershof statt.

31 Prozent gaben in der INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung vom Samstag an, das Duell spiele für ihre Wahlentscheidung eine wichtige oder sogar sehr wichtige Rolle. Insgesamt wollen sich demnach 44 Prozent die Fernsehdebatte am Sonntag ansehen, 13 Prozent erwägen dies zumindest.

„Dieses Duell wird kein Kaffeeklatsch. Peer Steinbrück wird Klartext reden und Frau Merkel kann erstmals nicht mehr ausweichen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der Deutschen Presse-Agentur. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr SPD-Herausforderer treffen an diesem Sonntagabend im TV-Duell aufeinander.

„Frau Merkel hat offensichtlich Angst, sonst hätte sie sich einem zweiten TV-Duell nicht verweigert“, meinte Oppermann. „Ich glaube, Peer Steinbrück wird inhaltliche Unterschiede deutlich machen und zeigen, dass es nicht egal ist, wie diese Wahl ausgeht.“ Mindestlohn, bessere Bildungschancen und mehr soziale Gerechtigkeit gebe es nur mit der SPD. Steinbrück habe in diesem Wahlkampf schon ein großes Kämpferherz bewiesen. „Das alles wird er in die Waagschale werfen.“

Oppermann hatte Anfang August nach einer Umfrage, die Union und FDP eine Mehrheit prognostizierte, von der letzten guten Umfrage für Schwarz-Gelb gesprochen. Danach ging es aber für Rot-Grün eher noch weiter bergab. Angesprochen darauf meinte Oppermann: „Die Aufholjagd hat begonnen. Die Umfragen spiegeln noch nicht wider, was in den nächsten drei Wochen noch an politischer Meinungsbildung erfolgen wird.“ Die meisten Wähler würden erst noch entscheiden, ob und wen sie wählen. „Frau Merkel hat Angst davor, dass bei ihren Umfragewerten mal wieder der Soufflé-Effekt eintritt“, so Oppermann.

In jüngsten Umfragen ist von der Aufholjagd aber wenig zu sehen. Drei Wochen vor der Bundestagswahl kommt die schwarz-gelbe Bundesregierung in einer neuen Umfrage wieder auf eine knappe Mehrheit. Gleichzeitig verloren SPD und Grüne. Zwar verliert die Union in dem wöchentlichen Stimmungsbild, das das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der "Bild am Sonntag" abbildet, einen Punkt auf 39 Prozent. Die FDP kann aber einen Punkt auf sechs Prozent zulegen.

Gleichzeitig büßen SPD und Grüne in der Wählergunst ein. Die Sozialdemokraten verlieren zwei Punkte auf 23 Prozent, die Grünen einen Punkt auf elf Prozent. Die Linkspartei kann zwei Punkte auf zehn Prozent gewinnen. Mit zusammen 45 Prozent liegt die Koalition damit hauchdünn vor der Opposition, die auf 44 Prozent kommt. Im "Sonntagstrend" der Vorwoche lagen beide Seiten noch gleichauf.


 

Kommentare (62)

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nulla_die_sine_polis

01.09.2013, 10:53 Uhr

Richtig: "Dieses Duell wird kein Kaffeeklatsch".

Weil es bereits im Vorfeld zu einem gemacht wurde?

Ludwig500

01.09.2013, 11:20 Uhr

Das Duell Not gegen Elend oder Pest gegen Cholera werde ich mir schenken. Eine Schlacht von Kontrahenten, die notfalls gemeinsame Sache machen und eine grosse Koalition formen, braucht eigentlich kein Mensch. Dem Euro fühlen sich beide Parteien bedingungslos verpflichtet, und beide werde den deutschen Steuerzahler dafür zahlen lassen.

Gut, Lieschen Müller wird der Eindruck aufgezwängt, eigentlich nur zwischen den beiden grossen Parteien wählen zu können. Dann kommt sie nicht auf die Idee, die Alternative zu suchen und zu finden.

Die einzige Partei, die beim wichtigsten Thema Eurokrise eine Alternative darstellt ist die AfD. Und die werde ich auch wählen.

Account gelöscht!

01.09.2013, 11:21 Uhr

Was soll das Ganze. Die SPD ist doch keine Oppositions - Partei. Sie ist Teil der Blockfötenpartei. Da geht es bestimmt nicht um die Hungerrenten, Teuro Bond, Bankenunion, Übernahme der ausländischen Bankschulden, Energiekosten, Einwanderungspolitik, Schengen u.s.w..
Ich werde mir den Müll bestimmt nicht anschauen. Ich hatte vier Jahre Zeit der Unfähigkeit zu verfolgen. Da hilft mir 1,5 Labberei und Selbstdarstellung auch nicht weiter.

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