Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2013

15:14 Uhr

Steinbrücks Stinkefinger-Pose

„Su-Peer-Gau“ schockt Genossen

VonDietmar Neuerer

Auch in der heißen Wahlkampfphase lässt Steinbrück kein Fettnäpfchen aus: Seine „Stinkefinger“-Geste irritiert Freund und Feind. Was steckt dahinter? Hat der SPD-Frontmann mit der Kanzlerschaft schon abgeschlossen?

Steinbrücks Stinkefinger sorgt für Aufregung. Alfred Steffen/SZ-Magazin via dpa

Steinbrücks Stinkefinger sorgt für Aufregung.

BerlinWas ist nur mit Peer Steinbrück los? Ohne ersichtlichen Grund sorgt der SPD-Kanzlerkandidat inmitten der heißen Wahlkampfphase mit einer „Stinkefinger“-Pose für großen Unmut – beim politischen Gegner, aber auch in seiner eigenen Partei und beim grünen Wunschkoalitionspartner. Hat er die Wahl schon abgehakt? Nimmt er insgeheim schon Kurs auf die Große Koalition? Ausgeschlossen ist das nicht. Aus SPD-Kreisen verlautete jedenfalls, dass Steinbrück sich schon mit dem Gedanken anfreundet, selbst in herausragender Funktion die Verhandlungen über eine mögliche Große Koalition zu führen.

Durch die Hintertür will er demnach nicht verschwinden, sondern das Heft des Handelns behalten - wie einst der abgewählte Kanzler Gerhard Schröder 2005. Der hatte damals als Wahlverlierer in einer legendären TV-Runde zunächst den Sieg für sich reklamiert, später handelte er dann die Große Koalition mit aus.

Steinbrück will offenbar nicht bis zum Wahltag warten, um als Wahlverlierer dazustehen. Er geht einen anderen, seinen Weg – und greift dabei zu Wahlkampf-Mitteln, die für einen, der Kanzler werden möchte, ungewöhnlich erscheinen. Sich mit ausgestrecktem Mittelfinger für das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) ablichten zu lassen, ist mutig und riskant zugleich. Wer weiß schon, wie die Wähler eine solche Geste aufnehmen? Für den politischen Gegner ist der „Stinkefinger“ zweifellos eine Steilvorlage.

Handelsblatt in 99 Sekunden

Warum uns das Steinbrück-Foto nicht empören muss

Handelsblatt in 99 Sekunden: Warum uns das Steinbrück-Foto nicht empören muss

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Das wird wohl auch Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine gedacht haben. Laut Magazin wollte er die Pose ursprünglich nicht freigeben - aber Steinbrück habe gemeint: „Nein, das ist okay so“. Steinbrück selbst sprach am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in München von einer „geschauspielerten“ Geste: Er hoffe, dass die Republik den Humor habe, „diese Grimassen und diese Gebärdensprache bezogen auf die Fragen auch zu verstehen“, sagte er.

Verschreckt Steinbrücks Geste potenzielle Wähler?

Dazu muss man wissen, dass das besagte Foto im Rahmen der SZ-Serie „Sagen Sie jetzt nichts“ entstanden ist, in der mit Gestik und Mimik auf Fragen geantwortet wird. Steinbrück war in Anspielung auf den holprigen Start seines Wahlkampfes gefragt worden: „Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi - um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?“ Daraufhin zeigte er den sogenannten Stinkefinger. Laut Kleine sind die Bilder bereits vor rund einem Monat entstanden.

Kommentare (67)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Ludwig500

13.09.2013, 14:20 Uhr

Viel peinlicher ist doch das Plakat, welches einen leicht dümmlich dreinschauenden Steinbrück inmitten eines roten Fahnenmeeres zeigt. Wenn das Beliebtheit signalisieren soll muss man den Wähler für extrem bescheuert halten.

Wichtiger ist jedoch, dass tatsächlich alles auf eine GroKo hinausläuft. Ob das den Wählerwillen widerspiegelt interessiert ab dem 23.9. keine Sau mehr.

...

+++ Kommentar von der Redaktion editiert. Bitte halten Sie sich an unsere Netiquette und machen Sie keine Werbung: http://www.handelsblatt.com/netiquette/ +++

Pipilottus_Pfefferminzrianus

13.09.2013, 14:22 Uhr

Eine ironische Geste für ein Zeitungssupplement so hochzukochen: vlt sollte das fürs Feuilleton "anintellektualisiert" wirken.

Erstaunlich, dass das die SPD "schockt", nach alledem, was sie bisher abzuliefern vermocht hatte.

Es wird vmtl nicht Peer der Bär sein, der die SPD in die ewigen politischen Jagdgründe geschickt haben dürfte, sollte es soweit kommen:
Dieser "Verdienst" gebührte in dubio der SPD in Summa.

VICTOR_KRUGER

13.09.2013, 14:24 Uhr

Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch,
Donnerstag, Freitag und Samstag kann er noch
nachladen.

Lassen wir uns überraschen.
(Morgen geht's zum SPD-Wahlstand; der wird von
alten Damen betreut)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×