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02.10.2012

19:08 Uhr

Steinbrücks Zusatzverdienste

Reden ist Gold

VonMaike Freund

Seine Reden, Bücher und Aufsichtsratsmandate machen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zum Rekordhalter in Sachen Nebenverdienst. Die Details erklärt er zur Privatsache - und liefert den Gegnern so Wahlkampfmunition.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. dapd

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Düsseldorf698.945 Euro hat der frisch nominierte Kanzlerkandidat der SPD in der laufenden Legislaturperiode allein mit seinen Nebeneinkünfte verdient – mindestens. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es doppelt oder dreifach so viel ist. Peer Steinbrück könnte bis zu 1,5 Millionen Euro seit 2009 verdient haben, berechnet Martin Reyher von abgeordentenwatch.de. Damit ist Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der SPD, unangefochtener Rekordhalter der Dazuverdiener unter den Abgeordneten im Bundestag.

Natürlich weist der Ex-Finanzminister seine Einkünfte pflichtgemäß aus. Auf der Seite des Bundestages kann man das nachlesen. Der Haken an der Sache: Nebeneinkünfte werden nur in Kategorien angegeben. Unter die höchste Einstufung – Kategorie 3 – fallen alle Einkünfte über 7.000 Euro. Genauer muss niemand die Beträge angeben – auch nicht Peer Steinbrück – egal, ob er nun 7.000 oder 70.000 Euro bekommen hat.

Zweites Problem: Es sind vor allem Reden, mit denen Steinbrück zusätzlich Geld verdient hat. Redner werden allerdings häufig über Agenturen vermittelt, der eigentliche Auftraggeber wird nicht bekannt. Bei wem der SPD-Kanzlerkandidat nun hinter dem Rednerpult stand, ist also nicht transparent. Hinzu kommt: Normalerweise werben diese Agenturen mit ihren prominenten Rednern. Bei einer der Agenturen, die Steinbrück vertritt, sei das jedoch nicht der Fall, sagt Reyher. Was dem Ganzen etwas Undurchsichtiges verleihe.

Mehr Transparenz, Herr Kandidat

Video: Steinbrück: Her mit der Steuerklärung

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Hinzu kommen Vorwürfe, Steinbrück habe auch für ein Interview Geld verlangt und bekommen; seine Abgeordnetentätigkeit habe unter seinen Redeengagements gelitten; und dann die Weigerung des Kandidaten, sein Einkommen komplett offenzulegen. Aber der Reihe nach.

Kommentare (59)

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black

02.10.2012, 16:39 Uhr

Wasser predigen, Wein saufen...kennt man nicht anders!

Sofern die Information stimmt: ist es eine absolute Frechheit einen bezahlten Vortrag zu halten, während man seine Verpflichtung als Abgeordneter zeitgleich dafür sausen lässt.
Diese Politik kotzt mich so dermaßen an Alter...wenn mich in Hamburg einer von der SPD anquatscht...knallt´s.

apt3844

02.10.2012, 16:40 Uhr

Bitte entwickeln Sie sich bitte auch nicht zu einem Gossip-Blatt a la Bild-Zeitung, wie zum Beispiel Welt on line.
Bewahren Sie etwas Abstand zu der offensichtlich unwiderstehelicher Versuchung "Weibergeschwätz" zu veröffentlichen, mit sich dem die Ratten an einer vermeintlichen Beute verbeissen.
Der Abgeordnete Steinbrück kann so viel Reden gegen Honorar
abhalten, wie ihm und seinen Zuhörern Spaß macht.
Im übrigen ist es nicht so, daß etliche Journalisten ( diese falschen Fünfziger und falschen Moralapostel) sich immer wieder Honorare bezahlen lassen ?

peergohome

02.10.2012, 16:43 Uhr

Der Millionen-Peer, ein typischer Vertreter des kleinen Mannes. Ein Witz. Nach Schröder, der schon ein solches Abgreifkaliber war, kann man nur auf eine Intelligenz-Offensive der SPD Wähler hoffen: NICHT WÄHLEN.

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