Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.11.2016

10:33 Uhr

Steinmeier als Gauck-Nachfolger

Merkels Frust, Gabriels Freude

VonKlaus Stratmann

Das Gezerre um die Bundespräsidentenkandidatur hat ein Ende. Auch die CDU gibt nun dem Kandidaten Frank-Walter Steinmeier ihren Segen. Doch für Kanzlerin Angela Merkel ist das ein herber Rückschlag. Ein Kommentar.

Gauck-Nachfolge

Der neue Bundespräsident heißt dann wohl Frank-Walter Steinmeier

Gauck-Nachfolge: Der neue Bundespräsident heißt dann wohl Frank-Walter Steinmeier

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinSpätestens seit der Kür eines Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Christian Wulff wissen wir, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Besetzung von Spitzenposten keine glückliche Hand hat. Joachim Gauck wurde ihr damals von der FDP vorgesetzt, sie konnte nicht umhin, musste gute Miene zum bösen Spiel machen und dabei helfen, Gauck zu inthronisieren.

Jetzt also wird mit Frank-Walter Steinmeier ein SPD-Mann der gemeinsame Kandidat der Großen Koalition. Steinmeier genießt ohne Frage höchstes Ansehen in der Bevölkerung und niemand hat ernsthaft Zweifel daran, dass er den Herausforderungen des Präsidentenamtes gewachsen ist. Aber Merkels Kandidat ist er eben nicht.

Hier rächt sich, dass Merkel es seit Jahren versäumt hat, Leute aufzubauen, die für höchste Ämter in Frage kommen. Die CDU ist Merkel und Merkel ist die CDU. Wo hätte sie einen Kandidaten hernehmen sollen?

Sigmar Gabriel hat diese Chance gut genutzt. Der SPD-Chef erlebt eine Glückssträhne: Die Lösung im Fall Edeka/Tengelmann kann er auf der Haben-Seite verbuchen, die Zustimmung seiner Partei zu Ceta ebenfalls. Auch sein Eintreten für eine Neubewertung der Wirtschaftsbeziehungen zu China hat ihm Lob eingetragen.

Nun der Coup mit dem Präsidentschaftskandidaten. Wer das einfädeln und durchziehen kann, der ist der ideale Kanzlerkandidat für die SPD.

Kommentare (53)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.11.2016, 10:39 Uhr

Das Geld sollten wir uns sparen.

G. Nampf

14.11.2016, 10:42 Uhr

Dieses elende Postengeschacher und Postenabsprechen ist einer der Hauptgründe, warum viele Bürger sich von den etablierten Parteien abwenden und AfD wählen.

Alternativlosigkeit ist Gift für eine Demokratie.

Eine Wahl braucht mindestens zwei ernstzunehmende Kandidaten.

Herr Holger Narrog

14.11.2016, 10:47 Uhr

Die meisten bisherigen Bundespräsidenten habe ich als eher peinlich empfunden. Einer ist wandern gegangen, der aktuelle Bundespräsident betätigt sich als Propagandist gegen Oppositionsparteien.

Es stellt sich die Frage welchen Sinn ein Staatsoberhaupt ohne Kompetenzen macht. Ein US Präsident wird sich lieber mit der Kanzlerin unterhalten, ein Präsident eines afrikanischen Landes eher mit dem Entwicklungshilfeminister, als mit einem reinen Repräsentanten zu sprechen.

Das Beste wäre es das Amt und die Kosten desselben ersatzlos zu streichen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×