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26.08.2013

09:48 Uhr

Steinmeier

Der dritte Mann

Peer Steinbrück kämpft auf den Marktplätzen, ebenso Parteichef Gabriel. Doch was macht der dritte Mann der SPD, Fraktionschef Steinmeier? Auch er kämpft. Auch um sein Amt. Kommt es nach der Wahl zur Duell mit Gabriel?

Auf dem Deutschlandfest der SPD demonstriert die SPD-Troika Geschlossenheit. Doch wie weit ist es damit wirklich? Nach der Bundestagswahl könnte Steinmeier um sein Amt kämpfen müssen. dpa

Auf dem Deutschlandfest der SPD demonstriert die SPD-Troika Geschlossenheit. Doch wie weit ist es damit wirklich? Nach der Bundestagswahl könnte Steinmeier um sein Amt kämpfen müssen.

BerlinDer Esel hatte schon lange Jahre die Säcke zur Mühle getragen. Seine Kräfte gingen dem Ende zu, „so dass er zur Arbeit immer untauglicher ward“, heißt es in den ersten Sätzen der „Bremer Stadtmusikanten“ von den Gebrüdern Grimm. Also befreite sich der Esel aus dieser Sklavenschaft, traf Hund, Katze und Hahn, die ebenfalls ihren Herren den Rücken kehrten, und machte sich auf nach Bremen. Jüngst beim Deutschlandfest las die sogenannte Troika der SPD zusammen mit Schatzmeisterin Barbara Hendricks diese Geschichte vor.

Als Esel agierte Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier. „Das ist eine tragende Rolle“, befand er mit Blick auf das Auftürmen der anderen Tiere auf seinem Rücken. Aber wird Steinmeier auch im realen Leben nach der Bundestagswahl am 22. September noch eine tragende Rolle in der SPD spielen? Oder, bei einem Ergebnis in der Nähe der aktuellen Umfragewerte, zusammen mit Parteichef Sigmar Gabriel hinweggefegt werden?

Steinmeier (57) sitzt in einem Glaskasten im tiefsten Sauerland, draußen eröffnet sich das Panorama sanft geschwungener Hügel. Er begutachtet eine Zapfpistole. Das Unternehmen Elaflex Hiby in Plettenberg ist Weltmarktführer bei der Herstellung von Tankarmaturen. In der Halle werden gerade Pistolen für Tankstellen in Australien verpackt. Hans Schulte war hier 43 Jahre Betriebsratschef, er ist beim Fabrikrundgang gerührt, wie Steinmeier sich für seinen Werdegang interessiert. Arm in Arm stehen sie da, es werden dutzende Erinnerungsbilder geschossen. „Man denkt ja nach 23 Jahren in der Politik, man kennt schon fast alles“, ist der gebürtige Westfale Steinmeier überrascht über diese mittelständische Erfolgsgeschichte.

Aber: Es fehlen junge Fachkräfte für die Gießerei. Dabei wird bei der Wohnungssuche geholfen, mit günstigen Fitnessstudio-Abos und Zahnzusatzversicherungen gelockt. Angesprochen auf die Politik, sagt auch Steinmeier, man bekomme in manchen Regionen kaum noch die Listen voll. Neben ihm sitzt Dagmar Freitag, Direktkandidatin für den Wahlkreis Märkischer Kreis II. Sie schaffte 2009 mit 12,3 Punkten Differenz den bundesweit größten SPD-Unterschied zwischen Erststimme (41 Prozent für sie) und Zweitstimme (28,7 Prozent für die SPD). Dennoch ist sie 2013 nicht über die Landesliste abgesichert - es geht um alles oder nichts für die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag. Sie ist Steinmeier daher dankbar, dass er hier ist.

Kommentare (1)

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26.08.2013, 10:07 Uhr

Die Troika Steinbrück,Steinmeier und Gabriel haben ja noch die Ouotenfrau Nahles an ihrer Seite, die sicher eines nicht will, dass noch mehr Kraft aus NRW kommt, da sie auf eine tragende Rolle in der SPD spekuliert. Man sollte Steinmeier
nicht abschreiben, da es keinen Grund gibt. Als Außenminister war er grundsolide und hat Diplomatisches Geschick vorzuweisen.Daher sollen sich Gabriel und Steinbrück so oft auf die Schulter hauen bis es weh tut.

Die Nahles oder Kraft werden in 4 Jahren die nächsten Kanzlerinnnen Kandidateen werden. Was bei der CDU ein Erfolgsmodell ist, kann auch bei der SPD klappen denken die Genossen.

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