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16.04.2011

13:11 Uhr

Stellungnahme Guttenberg

„Kein absichtliches Plagiat“

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg beharrt darauf, dass seine Doktorarbeit kein absichtliches Plagiat sei. Er habe bei seiner Dissertation schlicht den Überblick verloren.

Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bestreitet weiterhin, seine Doktorarbeit gefälscht zu haben. Quelle: dpa

Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bestreitet weiterhin, seine Doktorarbeit gefälscht zu haben.

BerlinNach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ bestreitet der ehemalige Verteidigungsminister in der ersten Stellungnahme an die Kommission der Universität Bayreuth weiterhin, dass es sich bei seiner Doktorarbeit um ein Plagiat handele. In seiner Stellungnahme versichere Guttenberg, er habe viele Jahre an der Arbeit gesessen, verschiedene Datenträger benutzt, in kurzen Abschnitten gearbeitet und die Übersicht verloren. 

Die Uni-Kommission könne dies aber allenfalls teilweise nachvollziehen. Einen zentralen Widerspruch sähen die Wissenschaftler offenbar bei jenen 40 bis 50 Seiten, auf denen Guttenberg mehrere von ihm selbst in Auftrag gegebene Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages referiere. Hier zitiere er über weite Strecken fast wörtlich, ohne es kenntlich zu machen. 

Da dies zeitlich gegen Ende der Arbeit geschehen sei, lasse es sich kaum mit Schusseligkeit erklären. 

Guttenberg sei das „mögliche Ergebnis“ der Prüfung seiner Doktorarbeit inzwischen mitgeteilt worden, meldete das Magazin weiter. Er habe bis 26. April Zeit, dazu schriftlich Stellung zu nehmen. Anfang Mai soll der Bericht der Uni fertig sein. Guttenberg und seine Anwälte wollen eine Veröffentlichung des Prüfberichts zulassen. 

In dieser Woche will erstmals ein Plagiatsopfer Guttenbergs Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Hof wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht stellen. In einem Brief hatte sich der ehemalige Verteidigungsminister zuvor entschuldigt, dass er Teile eines Textes - der auf mehr als 50 Seiten seiner Promotion auftaucht - „wörtlich übernommen“ habe, „ohne in allen Fällen Ihre Autorenschaft in wissenschaftlich redlicher Weise zu kennzeichnen“.

Von

dapd

Kommentare (7)

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Nichtwaehler

16.04.2011, 13:30 Uhr

Also jetzt sei ihm endlich verziehen. Gutti ist ein guter Mensch. Das steckt doch schon in seinem Namen. Lasst ihn wieder einen großen Posten in der Politik zukommen. Ein Lügner mehr oder weniger, darauf kommt es doch nicht an. Es war doch alles keine Absicht (...sagt der Kindermörder auch, wenn er verhaftet wird).

Account gelöscht!

16.04.2011, 13:37 Uhr

Man sollte mal untersuchen, wie der gute Mann zu seinem Abitur gekommen ist, dort lernt man und auch frau normalerweise die Grundlagen des korrekten wissenschaftlich-publizistischen Arbeitens samt der dazugehörigen ethischen Maßstäbe! Welche charakterlichen Eigenschaften sind vonnöten, eine solche "Doktorarbeit" abgeben zu können, von der man mindestens ahnt, daß die Quellenangaben unsicher sind? Zu meines Großvaters Zeiten hätte man sowas als "Spielcasino"-Mentalität eingestuft!

Wolfi

16.04.2011, 13:38 Uhr

besser kann er nicht dokumentieren, dass er mehr als eine Schraube locker hat ...
Fazit: für alle anspruchsvollen komplexen Aufgaben die unter (Zeit-)Druck bearbeitet werden müssen, absolut ungeeignet
jetzt wissen wir, welche Art von Aufgaben von deutschen Ministern bewältigt werden müssen... Pfui Teufel

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