Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.08.2012

13:41 Uhr

Steuer-Debatte

OECD für Abschaffung des Ehegatten-Splittings

Die Politikberatungsorganisation OECD reagiert ablehnend auf die Forderung, das Ehegatten-Splitting auf homosexuelle Paare auszuweiten. Das Steuerprivileg schaffe falsche Anreize und gehöre abgeschafft.

Mit der Ehe sind in Deutschland auch Steuerprivilegien verbunden. dpa

Mit der Ehe sind in Deutschland auch Steuerprivilegien verbunden.

BerlinIn der Debatte um die Ausweitung des Ehegatten-Splittings auf homosexuelle Paare plädiert die Industriestaaten-Organisation OECD für eine Abschaffung dieses Steuerprivilegs. „Es ist nicht sinnvoll, die Nicht-Arbeit steuerlich zu fördern“, sagte der Deutschland-Experte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Wörgötter, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Angesichts der rasant fortschreitenden Alterung der Bevölkerung und der zunehmenden Knappheit an Arbeitskräften kann sich das Deutschland nicht mehr leisten.“

Das Ehegatten-Splitting begünstigt Familien mit nur einem Verdiener ebenso wie solche mit großen Einkommensunterschieden. Durch die gemeinsame Steuerveranlagung von Ehepaaren zahlt der Besserverdiener - in der Regel der Ehemann - einen geringeren Anteil seines Einkommens an den Fiskus. Eine Gruppe von CDU-Abgeordneten macht sich nun für die steuerliche Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe stark. „Insofern ist das Steuersplitting auch für Lebenspartnerschaften nur konsequent“, heißt es in dem Papier von 13 CDU-Parlamentariern, das von Familienministerin Kristina Schröder unterstützt wird. Der Vorstoß komme zur rechten Zeit, da in diesen Lebenspartnerschaften Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander übernähmen und damit konservative Werte lebten, sagte die CDU-Ministerin der „Süddeutschen Zeitung“.

„Es ist nichts dagegen einzuwenden, Partnerschaften steuerlich zu fördern“, sagte Wörgötter. „Aber das sollte auf eine Art und Weise geschehen, die nicht einen der Partner von der Beteiligung am Erwerbsleben abhält.“ Die jetzige Regelung mache Mini-Jobs, Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigung durch das Steuerprivileg attraktiver. „Denn viele Partnerschaften sind so konstruiert, dass der eine viel und der andere wenig arbeitet“, sagte der OECD-Experte. „Das wird durch das Ehegatten-Splitting gefördert.“

Nach einer OECD-Statistik arbeitet in Deutschland jede dritte Frau in Teilzeit. Im Schnitt der Industriestaaten ist es nur jede vierte Frau. Die OECD macht für die vergleichsweise geringe Erwerbsbeteiligung von Frauen das Ehegatten-Splitting mitverantwortlich.


Von

rtr

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

yupi

07.08.2012, 14:07 Uhr

Ich weiss, was rauskommt: Das Splitting wird aus "Gerechtigkeitsgründen"ganz abgeschafft. Das Volumen der Mehr-Steuereinnahmen geht an die EU. Deutschland schafft sich ab.

Account gelöscht!

07.08.2012, 14:12 Uhr

Da bin ich voll mit einverstanden.
Nur weil zwei verheiratet sind, braucht man keine Steuererleichterungen.
Bessr wäre ein Familiensplitting und da sollte es egal seien, ob die Paare offiziell verheiratet sind oder nicht.
Da wo Kidner sind muß ein Splitting her

matz

07.08.2012, 14:13 Uhr

Vielleicht arbeitet ein Teil auch nur in Teilzeit um mehr Zeit für die Kinder zu haben... Aber Erziehung ist ja auch nebensächlich... Hauptsache die Zahlen stimmen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×