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10.04.2012

01:37 Uhr

Steuerexperte

Höhere Pendlerpauschale nützt vor allem reichen Singles

Während sich die Koalition um die Erhöhung der Pendlerpauschale streitet, mischt sich ein Steuerexperte in die Dikussion ein. Er meint, dass sie finanziell Schwächeren und Familien wenig oder nichts bringen würde.

Rekord-Spritpreise machen aus einem Stau ein noch größeres Ärgernis. dpa

Rekord-Spritpreise machen aus einem Stau ein noch größeres Ärgernis.

Die derzeit diskutierte höhere Pendlerpauschale würde nach Berechnungen eines Steuerexperten vielen Autofahrern keinen oder nur einen geringen Vorteil bringen.

Profitieren würden vor allem gut verdienende Alleinstehende - Geringverdiener oder Familien könnten sogar leer ausgehen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf eine von ihr in Auftrag gegebene Analyse des Berliner Steuer-Professors Frank Hechtner.

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Hechtner hat berechnet, was eine Anhebung um 10 auf 40 Cent je Kilometer für verschiedene Gehaltsgruppen und Entfernungen brächte. Bei einer Entfernung von 40 Kilometern hätte demnach ein Single bei einem Monatsverdienst von 2500 Euro an den Fiskus jährlich 284 Euro weniger zu zahlen - bei 6000 Euro Monatsverdienst 425 Euro weniger.

Wegen höherer Freibeträge fielen die Erleichterungen für Familien jeweils niedriger aus, berichtete die Zeitung. Autofahrer mit einem Arbeitsweg unter zehn Kilometern gingen ganz leer aus, weil ihre Kosten unter dem Freibetrag von 1000 Euro lägen.

Auch Geringverdiener mit einem sehr langen Arbeitsweg von 120 Kilometern würden nicht profitieren, weil sie bereits derzeit höhere Kosten geltend machen könnten, als sie Steuern zu zahlen hätten.

Von

dpa

Kommentare (45)

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Keiner

10.04.2012, 05:16 Uhr

Welche eine Überraschung, dass von Steuererleichterungen diejenigen mit dem höchsten Steuersatz am meisten Profitieren

ChrissBln

10.04.2012, 05:48 Uhr

Ich schließe mich an. Das ist die Logik der Mathematik.

Wegzieher

10.04.2012, 06:08 Uhr

"Früher" sind die Menschen an die Orte gezogen, wo sie arbeiteten. "Früher" investierten Unternehmen auch den den Wohnungsbau in unmittelbarer Distanz zu den Arbeitsplätzen - auch die Leitungsebene wohnte nah bei den Werken - auch hier wurden Wohnungen gebaut.

Mit Aufkommen der Massenautomotorisierung und der preiswerteren Fahrzeuge (bezogen auf ein Jahreseinkommen) wurde aber dann weit weg gezogen. Nun wird Kraftstoff immer teurer und der Ruf nach staatl. Zuschüssen zum Wegstreckenaufwand immer lauter.

"Subventionen des Staates" / Steuermittel sollten in die Bildung, in den Kindergärten fließen ... aber nicht in etwas zu investieren, was sich "künstlich" entwickelte.

Die künstl. ländlichen "Wegziehgebilde" sind eine Lösung auf Zeit; im Alter ist es plötzlich doch wieder zu einsam, zu schlecht in der Infrastrukturversorgung, zu schlecht im Versorgungsangebot für dies und das. Sollen das auch die Steuerzahler subventionieren, um es den Wegziehern gemütlich zu gestalten ?

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