Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.04.2013

08:37 Uhr

Steuerflucht

Die Linke fordert Untersuchungsausschuss

Die Jagd von Steuerflüchtlingen hat Hochkonjunktur. Die Linkspartei schlägt einen Untersuchungsausschuss zur Aufdeckung von Steuerflucht vor. Die FDP dagegen spricht sich für einheitliche Fiskalpolitik in Europa aus.

Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partie Die Linke, fordert einen Steuerflucht-Untersuchungsausschuss. dpa

Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partie Die Linke, fordert einen Steuerflucht-Untersuchungsausschuss.

BerlinNach den jüngsten Enthüllungen über Steuerflucht weltweit regt die Linkspartei die Aufarbeitung in einem Bundestags-Untersuchungsausschuss an. „Wir sollten gemeinsam über die Einrichtung eines Banken-Untersuchungsausschusses im Bundestag nachdenken, der die Verstrickungen deutscher Geldinstitute in die internationale Steuerflucht aufklärt“, sagte Parteichef Bernd Riexinger der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe). „Es ist offensichtlich, dass Banken hier jahrelang Aufsichts- und Gesetzeslücken ausgenutzt haben.“

Nun müsse ohne Ansehen der Person über juristische Verantwortung und politisches Versagen geredet werden, forderte Riexinger. Ein Untersuchungsausschuss könne „die Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenfügen und politische Konsequenzen vorschlagen“. „Und es gibt guten Grund, das in Berlin anzusiedeln, weil sonst die Gefahr besteht, dass Erkenntnisse bei den Steuerbehörden der Länder versickern.“

Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sprach sich für eine „gleichgerichtete Fiskalpolitik“ innerhalb der Eurozone aus. „Das heißt, wir brauchen in den wesentlichen Bereichen europaweit die gleichen Steuersätze, jedenfalls bei der Unternehmens-, der Einkommens- und Lohnsteuer“, sagte Kubicki der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen (HNA). Auch sei ein wechselseitiger Informationsaustausch über die Erträge von natürlichen Personen nötig, also etwa auch von Deutschen im Ausland. Diese Informationen sollten den jeweiligen Finanzbehörden der Wohnsitzländer mitgeteilt werden.

Medien aus 46 Ländern hatten in der vergangenen Woche vertrauliche Daten aus weltweit zehn Steuerparadiesen veröffentlicht. Aufgelistet werden darin 130 000 mutmaßliche Steuerflüchtlinge aus mehr als 170 Ländern, die ihr Geld vor dem heimischen Fiskus versteckt haben sollen.

Unionsfraktionschef Volker Kauder nannte die Vorgänge „unerträglich“. Dies sei „nicht nur eine Schädigung des Staates, sondern ein Verbrechen an allen Mitbürgern, die Steuern bezahlen“, sagte er am Montagabend im SWR-Fernsehen. Nun müsse es verstärkt Vereinbarungen auf internationaler Ebene geben. Deutschland führe dazu bereits Verhandlungen mit den USA und anderen Ländern.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

09.04.2013, 09:13 Uhr

Sind denn die Linken wirklich noch die Einzigen, die im Sinne der Bürger agieren?

Die Partei der Besserverdienenden verschleudert die Milliarden (vor 2 Wochen z.B. Milliardengeschenk direkt an Krankenhausbetreiber, ohne Gegenleistung (Parteispende??)und keiner zähmt sie!

Account gelöscht!

09.04.2013, 09:18 Uhr

Die Linke sollte vorsichtig sein, immerhin wird noch nach den Millionen der SED gesucht die vermutlich in irgendeinen
Versteck auf der Welt liegen. Vermutlich in Russland das Land des vertrauens für alte Gefolgsleute.

Billyjo

09.04.2013, 11:11 Uhr

So sehe ich das auch,
ebenso bleibt die Frage woher die Kommunisten, also die Gesinnugsgenossen der SED Kommunisten, ihre Reichtümer haben. Also wie z.B. China, N-Korea, Venezuela u.a. die Parteibonzen leben doch in saus und braus, das sind doch alles Staaten deren Systeme die SED Kommunisten verherrlichen, aber auf dem linken Auge sind die Genossen dann blind, sonst würden sie sich selber schädigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×