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15.10.2011

14:22 Uhr

Steuergewerkschaft

Steuer-CD könnte 900 Millionen einbringen

Die jüngst angekauften Datensätze über mutmaßliche Steuersünder scheinen vielversprechend zu sein. Die Deutsche Steuergewerkschaft rechnet mit zusätzlichen Einnahmen von bis zu 900 Millionen Euro.

Zehn-Euro-Noten, aufgenommen durch eine Lupe in München. dpa

Zehn-Euro-Noten, aufgenommen durch eine Lupe in München.

BerlinDie Deutsche Steuergewerkschaft erwartet durch die von Nordrhein-Westfalen gekaufte CD mit Daten mutmaßlicher Steuerstraftäter Einnahmen von mehreren Hundert Millionen Euro. Möglich seien sogar bundesweit zusätzliche Steuereinnahmen von bis zu 900 Millionen Euro, sagte der Verbandsvorsitzende Thomas Eigenthaler dem Magazin „Focus“ nach einer Vorabmeldung vom Samstag.

Das Finanzministerium in Düsseldorf hatte am Freitag den Ankauf einer neuen CD mit Steuerdaten bestätigt. Die Datensätze wurden in Düsseldorf als „vielversprechend“ bewertet. Sie enthielten Material zu rund 3000 Bankkunden, die Geld in Luxemburg geparkt haben sollen. Untersuchungen liefen bereits, hieß es. Betroffen seien Kunden der Großbank HSBC in Luxemburg.

Steuerhinterzieher, die ihre Gelder in der Schweiz, Liechtenstein oder Luxemburg vor dem Fiskus verstecken, waren immer wieder Ziel auch durch den Kauf von Daten-CDs ausgelöster Ermittlungen geworden - ebenso wie Mitarbeiter von Banken.

Erst im vergangenen September hatte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Weichen für die Einstellung von Ermittlungen unter dem Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen Mitarbeiter der Credit Suisse gestellt. Bußgelder von rund 150 Millionen Euro werden für die Bank fällig.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Powertothepeople

15.10.2011, 18:25 Uhr

Die Summe von 900 Mio. ist offenkundig frei gegriffen und absurd. Man könnte auch sagen 900 Trillionen.

In Wirklichkeit soll mit dieser dümmlichen Propagandameldung der Kaufpreis der CD gerechtfertigt werden. Was ist eigentlich wenn es kein " Einspielergebnis " oder nur ein geringes gibt , weil die Summen versteuert worden sind bzw. die 35 % Abgeltungssteuer in Luxemburg abgeführt wurde ?

Was ist wenn das Datenmaterial überwiegend " Müll " ist und die Handelnden einem Hochstapler aufgesessen sind ?

Hat der Steuerzahler dann einen Schadensersatzanspruch gegen
die Handelnden und werden diese auch gerichtlich oder beamtenrechtlich verfolgt wegen falscher Anschuldigung und Vortäuschung einer Straftat ?

Die Antworten liegen auf der Hand .

Nachwuchs

15.10.2011, 18:44 Uhr

Wir bräuchten keine CDs, wenn die Finanzämter richtig ausgestattet würden und die Mitarbeiter ordentlich arbeiten würden, ohne Leute zu bevorzugen. Wieso werden große Firmen immer geschont und brauchen keine Steuern zu zahlen (AEG z.B.)?

Osterwelle

16.10.2011, 10:32 Uhr

Man kauft eine CD wegen 0,9 Milliarden. Wie lächerlich. Ich biete eine CD wegen 780 Milliarden mit Namen aller "Parlamentarier" an. Interesse?

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