Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.04.2011

14:02 Uhr

Steuerhinterziehung

Ex-Staatssekretär Pfahls erneut angeklagt

Steuerhinterziehung und Vorteilsnahme lautete vor sechs Jahren das Urteil gegen Ludwig-Holger Pfahls. Nun muss sich de ehemalige Staatssekretär erneut vor Gericht verantworten.

Der ehemalige Rüstungsstaatssekretär Ludwig Holger Pfahls ist erneut angeklagt. Quelle: ap

Der ehemalige Rüstungsstaatssekretär Ludwig Holger Pfahls ist erneut angeklagt.

MünchenDer ehemalige Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls muss rund sechs Jahre nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und Vorteilsnahme voraussichtlich erneut vor Gericht. Sein Pflichtverteidiger Walter Lechner bestätigte, dass eine Anklage zugestellt worden sei. Weitere Angaben wollte er nicht machen. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ werden dem früheren CSU-Politiker Bankrott in 93 Fällen, Betrug und Erpressung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Augsburg wollte sich am Mittwoch vorerst nicht dazu äußern. 

Pfahls, seine Frau und fünf weitere Beschuldigte waren kurz vor Weihnachten verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 68-Jährigen damals vorgeworfen, seinen Gläubigern und dem Fiskus ein Vermögen von jedenfalls vier Millionen Euro verheimlicht zu haben, obwohl er ihnen hohe Summen schuldete. Andere Beschuldigte sollten ihm dabei geholfen haben. Die Ermittler kreideten ihm auch an, dass er sich in einer eidesstattlichen Erklärung als mittellos dargestellt, zugleich aber ein teures Auto gefahren haben soll. 

Laut „Süddeutscher Zeitung“ sind neben Pfahls sieben weitere Personen angeklagt, darunter auch die Ehefrau und eine Ex-Frau des früheren Staatssekretärs im Verteidigungsministerium in der Regierungszeit von Kanzler Helmut Kohl (CDU). Gegen zehn weitere Personen wird nach Angaben der Zeitung noch ermittelt. 

Pfahls war im Zusammenhang mit der Affäre um den Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber ins Visier der Justiz geraten. Er tauchte jedoch rechtzeitig unter und war jahrelang die meistgesuchte Person auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts. 2004 nahmen ihn die Ermittler nach fast fünf Jahren Flucht in Paris fest. 2005 verurteilte ihn das Landgericht Augsburg wegen Vorteilsnahme und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis. Zuvor hatte Pfahls gestanden, als Staatssekretär von Schreiber 3,8 Millionen Mark Schmiergeld angenommen zu haben. Bei dieser Affäre ging es unter anderem um die Lieferung von Fuchs-Spürpanzern nach Saudi-Arabien.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×