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12.01.2009

14:16 Uhr

Steuerhinterziehung

Viele Mittelständler auf Liechtenstein-Liste

Im Rostocker Prozess um die mutmaßliche Erpressung der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) sind nun Datails über die deutschen Steuerhinterzieher bekannt geworden: Es handelt sich um viele Mittelständler sowie Ärzte, Apotheker, Ingenieure, Juristen und Professoren auf. Auch ein Lokalpolitiker der Grünen ist offenbar dabei.

Die Liechtensteinische Landesbank LLB wurde erpresst - nun stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht. Foto: ap Quelle: ap

Die Liechtensteinische Landesbank LLB wurde erpresst - nun stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht. Foto: ap

HAMBURG/MÜNCHEN. Über die Liste aus Liechtenstein mit Namen von rund 1 000 mutmaßlichen Steuerhinterziehern aus Deutschland berichtet das Magazin „Der Spiegel“.

Im Rostocker Prozess um die mutmaßliche Erpressung der LLB hatte die Verteidigung des Hauptangeklagten Michael F. im August mehr als 2000 Kontobelege an die Staatsanwaltschaft übergeben. F. und zwei Komplizen sollen sich rund 2300 LLB-Kontobelege mutmaßlicher deutscher Steuersünder beschafft haben, um die Bank und vier ihrer Kunden zu erpressen. Die LLB hatte für die Rückgabe eines Teils der Kontodaten Zahlungen in Höhe von rund neun Millionen Euro geleistet. Die Urteile im Rostocker Prozess sollen am 23. Januar gesprochen werden.

Das Verfahren steht nicht im Zusammenhang mit dem durch die Durchsuchung bei Ex-Postchef Klaus Zumwinkel bekanntgewordenen Ankauf gestohlener Daten der Liechtensteiner LGT-Bank. In diesem Komplex mutmaßlicher Steuerhinterziehung prüft die Bochumer Staatsanwaltschaft nach Informationen des Magazins „Focus“ in 353 Fällen eine Verjährung. Die Fälle habe die inzwischen versetzte Zumwinkel-Ermittlerin Margrit Lichtinghagen unerledigt gelassen, berichtet das Magazin.

Auf der Liechtensteiner Liste enthält laut „Spiegel“ jeder Datenblock Name, Vorname, Titel und die genaue Adresse. Wenig Phantasie bewies der Mittelstand bei der Wahl der Kontokennwörter: "Audi", "Franz", "Gisela", "Jonas" oder "Katze". Humor, so schreibt das Magazin, mag einen Klienten bewogen haben, sein Konto mit "Alzheimer" zu schützen. Auf Beistand des Höchsten setzten demnach zwei LLB-Kunden: "Gebet" und "Den Gott aufrichtet" lauteten ihre Kennwörter.

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