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26.01.2007

10:11 Uhr

Steuerlast begrenzen

Reform weniger bürokratisch

VonDonata Riedel

Die Finanzminister der Bundesländer wollen verhindern, dass die geplanten Steuererleichterungen für Personengesellschaften zum Bürokratiemonster werden. Ziel ist es, dass für Personengesellschaften die Steuerlast für Gewinne, die im Unternehmen bleiben, auf 30 Prozent begrenzt wird.

BERLIN. Die Finanzminister der Bundesländer haben sich einvernehmlich darauf verständigt, den ersten Vorschlag für das Unternehmensteuerreformgesetz, mit dem einbehaltene Gewinne bei Personengesellschaften steuerbegünstigt werden sollten, wieder zu ändern: Nunmehr sollen die thesaurierten Gewinne im Falle, dass der Unternehmer Geld vom Betriebskonto abhebt, als erstes aus den zuvor begünstigten Gewinnen kommen und nachversteuert werden.

Der Vorteil aus Sicht des Fiskus: Es kann bei einem Gewinnkonto pro Gesellschafter bleiben. Dagegen protestiert allerdings der Handwerksverband, weil der Betrag damit höher besteuert wird als Gewinne, die zuvor nie steuerbegünstigt waren.

Die Gewinnthesaurierung ist Teil der geplanten Unternehmensteuerreform. Ihr Ziel ist es, dass für Personengesellschaften die Steuerlast für Gewinne, die im Unternehmen bleiben, auf 30 Prozent begrenzt wird. Heute kann sie im der Einkommensteuersystem bis zu 42 Prozent plus Soli und Kirchensteuer betragen.

Vergangene Woche hatte sich zunächst eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe von Steuerbeamten darauf verständigt, dass künftig jeder Anteilseigner zwei Gewinnkonten führen sollte, eines für den thesaurierten und ein anderes für den „normalen“ Gewinn. Jeder Anteilseigner einer Personengesellschaft sollte jedes Jahr neu entscheiden, welchen Teil des Gewinns er steuerbegünstigt im Unternehmen lassen will. Dies schien den Ländern, zu denen die Finanzämter gehören, zu bürokratisch.

Der BDI teilt die Kritik des Handwerks nicht, sagte dessen Steuerabteilungsleiter Berthold Welling. Die Thesaurierung lohne sich ohnehin nur langfristig und nur für Gesellschafter, die mindestens 150 000 Euro versteuern müssten. Der BDI erwarte, dass ohnehin in den Details noch nachjustiert werde.

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