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05.05.2011

11:37 Uhr

Steuern

Schätzer erwarten Mehreinnahmen von 125 Milliarden Euro

Die boomende Konjunktur wird einer Studie zufolge die Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden in einem unerwarteten Ausmaß füllen. Doch trotz der guten Prognosen warnen Experten vor erheblichen wirtschaftlichen Risiken.

Bis 2014 sollen die Kassen der Finanzämter kräftig klingeln. Quelle: dpa

Bis 2014 sollen die Kassen der Finanzämter kräftig klingeln.

BerlinLaut der "Berliner Zeitung" dürfte der Staat nach Berechnungen des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bis 2014 insgesamt rund 125 Milliarden Euro mehr einnehmen als zuletzt geschätzt.

Den IMK-Berechnungen zufolge werden die Steuereinnahmen in diesem Jahr rund 14 Milliarden Euro höher sein als noch im vergangenen November gedacht. 2012 steigt das Plus demnach auf fast 17 Milliarden Euro. 2013 werden es dann knapp 47 und 2014 rund 48 Milliarden Euro mehr sein als bisher prognostiziert. Auf den Bund entfällt demnach rund die Hälfte der Zusatzeinnahmen.

Nach Informationen des Blattes deckt sich diese Prognose mit den Annahmen des Bundesfinanzministeriums. Die offizielle Steuerschätzung wird am Donnerstag kommender Woche vorgelegt.

Aus dem Kreis der Steuerschätzer war bereits zuvor verlautet, dass Bund, Länder und Kommunen in diesem und im nächsten Jahr auf Mehreinnahmen von bis zu 36 Milliarden Euro hoffen können. Im laufenden Jahr könnte der Staat diesen Schätzungen zufolge zwischen 14 und 18 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen einstreichen und 2012 zwischen 13 und 18 Milliarden.

Die IMK-Experten warnen trotz der positiven Zahlen vor Euphorie. So gebe es erhebliche Risiken für die Wirtschaft, etwa die steigenden Preise für Energie und Rohstoffe, die ungelöste Euro-Krise und mögliche vorschnelle Zinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank. "Es sollte nicht vergessen werden, dass es in den vergangenen 20 Jahren für die deutsche Wirtschaft keine Fünf-Jahres-Phase gegeben hat, in der es zu keinem kräftigen Konjunkturabschwung kam", stellen die Forscher fest. Deshalb lehnen sie es strikt ab, die vermeintlichen Spielräume für Steuersenkungen zu nutzen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Petra

05.05.2011, 12:31 Uhr

Wann wird endlich der Deutsche Spitzen-Steuerzahler entlastet? 10% der Steuerzahler bezahlen 50% der Einkommensteuer! Rechnet man zu der Einkommensteuer noch die Lohnnebenkosten und Sozialversicherungen dazu, liegt die Abgabenlast weit (!) über 50%. Das ist gemäß dem Laffer-Theorem volkswirtschaftlich kontraproduktiv. Eine Senkung der Abgabenlast auf unter 50% führt letztendlich zu Steuermehreinnahmen für den Staat. Neuseeland hat dies übrigens vor einigen Jahren erfolgreich umgesetzt! Man muß das Rad also nicht neu erfinden, sondern nur aus den positiven Erfahrungen anderer Länder lernen, auch wenn die auf der anderen Seite der Erde liegen... Beim "Kopieren" sind unsere Politiker ganz gut. Zeit auch mal etwas sinnvolles zu kopieren.

Morchel

05.05.2011, 18:32 Uhr

@ Petra wie oft passen 125 Milliarden in 2 Billionen Staatsschulden. Neuseeeeeland wie kommt man da drauf ? Du hast ein Garten und holst die Tomaten aus den Markt weil Spanien deine hilfe braucht und deine Kohle ist mitte des Monats weg.

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