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09.10.2014

09:35 Uhr

Steuern und Umlage

Strompreis hat sich fast verdoppelt

Eine Steigerung von 92 Prozent seit dem Jahr 2000 verzeichnet das Statistische Bundesamt beim Strompreis. Schuld sind vor allem höhere Steuern und Umlagen. Private Haushalte sind am stärksten betroffen.

Seit dem Jahr 2000 ist der Strompreis um 92 Prozent gestiegen. dpa

Seit dem Jahr 2000 ist der Strompreis um 92 Prozent gestiegen.

WiesbadenPrivate Haushalte haben seit dem Jahr 2000 nahezu eine Verdoppelung des Strompreises verkraften müssen. Der Preis sei seitdem um 92 Prozent gestiegen, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.

Die Kosten für Stromerzeuger seien in dem Zeitraum dagegen nur um 35 Prozent gestiegen. Preistreiber waren vor allem höhere Steuern und Umlagen.

Zankapfel Ökostrom-Reform

Ziele

ZIELE: Es gibt bereits mehr als 4000 EEG-Vergütungssätze - immer wieder wurde die Förderung gekürzt oder Boni verändert. Den zum Anschlussdatum gültigen Fördersatz gibt es auf 20 Jahre garantiert. Die Reform soll die Abkehr von garantierten Zahlungen einleiten. So soll die Vergütung für neue Anlagen auf 12 Cent je Kilowattstunde im Schnitt sinken. Von 25 Prozent der Stromerzeugung soll der Ökostromanteil günstiger als bisher auf 40 bis 45 Prozent bis 2025 und bis 2035 auf 55 bis 60 Prozent steigen. Ab 2017 soll es Ausschreibungsmodelle geben - den Zuschlag für einen Windpark könnte dann das günstigste Angebot bekommen.

Windenergie

WINDENERGIE: Es soll einen jährlichen Zubau von 2500 Megawatt (MW) geben, die Anfangsvergütung nur noch 8,9 Cent je Kilowattstunde betragen. Förderkürzungen gelten für alle Anlagen, die nach dem 23. Januar genehmigt wurden. Wird der Korridor überschritten, gibt es für alle darüberliegenden Windräder automatisch weniger Geld. Der Austausch alter durch leistungsstärkere Anlagen an bestehenden Standorten wird nicht in den 2500-Megawatt-Deckel einbezogen.

Mindestabstand

MINDESTABSTAND: Die Bundesländer sollen bis Ende 2015 die Möglichkeit bekommen, Mindestabstände zwischen Windrad und einer Wohnbebauung festzulegen, Bayern schwebt das Zehnfache der Windradhöhe vor - das kann im Endeffekt bis zu zwei Kilometer Abstand bedeuten.

Windkraft im Meer

WINDKRAFT IM MEER: Hier soll es zwar eine hohe Anfangsvergütung von rund 18 Cent je Kilowattstunde geben, aber die Ziele werden gekürzt. Statt 10 000 Megawatt sollen nur noch 6500 Megawatt bis 2020 installiert werden und 15 000 Megawatt bis zum Jahr 2030.

Biomasse

BIOMASSE: Auch wegen der Zunahme von Maisanbauflächen soll der Zubau auf nur noch 100 Megawatt pro Jahr gedeckelt werden. Neue Anlagen sollen mit Abfall- und Reststoffen gefüttert werden.

Eigenstrom

EIGENSTROM: Die Kosten für die Bürger steigen auch, weil in Zeiten hoher Preise viele Unternehmen Strom selbst erzeugen und verbrauchen. Damit sind sie von EEG-Umlage und Netzentgelten befreit. Um diese Schieflage und entsprechende Strompreisbelastungen zu mindern, sollen neue Eigenstromversorger eine Mindestabgabe, eine Art „Energie-Soli“ zahlen: Zunächst ab August 30 Prozent, ab 2017 dann dauerhaft 40 Prozent der regulären EEG-Umlage von 6,24 Cent je Kilowattstunde, das wären 2,5 Cent je selbst verbrauchter Kilowattstunde. Ausgenommen bleiben aber kleine Solaranlagen bis 10 Kilowatt auf dem Hausdach.

Industrie-Rabatte

INDUSTRIE-RABATTE: Belasten ebenfalls die EEG-Umlage und damit die Strompreise. Das System wird nach zähen Verhandlungen mit der EU-Kommission umgestellt. Knapp 1700 Firmen könnten noch Rabatte bekommen, das Volumen soll bei rund fünf Milliarden Euro liegen.

Diese trafen auch andere Kundenkreise, die aber stärker von den seit 2008 wieder gesunkenen Erzeugerpreisen profitieren konnten. So zahlten industrielle Großabnehmer und kleine Gewerbebetriebe im August dieses Jahres zwischen 76 und 79 Prozent höhere Preise als im Januar 2000.

Der Preis für Stromweiterverteiler lag hingegen sogar 4 Prozent unter dem Wert von damals.


Von

dpa

Kommentare (4)

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Frau Margrit Steer

09.10.2014, 15:25 Uhr

Das interessiert doch unsre Politiker nicht. Ihnen tut da ja nicht weh.
Wir haben doch seit 10 Jahren nur noch Politik gegen die Bürger

Herr Manfred Zimmer

09.10.2014, 18:10 Uhr

Und uns Bürger wollen die Politiker verkaufen, dass eine Verdoppelung einer 2 %igen Preissteigerung entspricht.

Herr Manfred Zimmer

09.10.2014, 20:33 Uhr

Nicht genug Preiserhöhung, nicht genug Inflation sagen Lagarde und Draghi!

Kann man sich noch aufmüpfigem Volk entgegenstellen, wenn sie erklären würde: "Es ist genug! Wir sind das Volk!"

Der Zenit scheint überschritten zu sein. Von den Politikern kann man sich nur noch distanzieren.

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