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10.08.2012

14:21 Uhr

Steueroase Fernost

Fahnder ermitteln gegen Banken

Neue Spuren in den Ermittlungen gegen deutsche Steuerhinterzieher: Das Hauptinteresse der Fahnder schwenkt jetzt von den kriminellen Schwarzgeld-Anlegern zu Banken, die ihnen geholfen haben sollen.

Die Schweizer Großbank UBS. Reuters

Die Schweizer Großbank UBS.

Düsseldorf/ ZürichSteuerfahnder haben Hinweise, wonach Schweizer Banken deutschen Steuersündern helfen, ihre versteckten Anlagen in andere Länder zu retten. Dies bestätigte Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Sein Land hatte zuvor erneut Daten Schweizer Banken zu deutschen Anlegern angekauft.

Auf die Frage, ob die Banken Geld deutscher Kunden nach Fernost transferierten, antwortete er: „Die Fahndung hat Hinweise darauf, (...) dass jetzt schon in großem Stil natürlich darüber nachgedacht wird, wie das Geld, das in der Schweiz geparkt ist und das für die Banken eine wichtige Finanzierungsgrundlage ist, (...) erhalten werden kann.“ Der Minister bestätigte, es gebe Ermittlungen gegen Banken und ihre Mitarbeiter, „die ganz offensichtlich ganz systematisch Produkte entwickeln, damit Bürger der BRD sich ihrer Steuerpflicht entziehen können“.

Laut „Financial Times Deutschland“ ist in Datenmaterial aus der Schweizer Großbank UBS, das NRW angekauft hat, eine konkrete Spur in die Steueroase Singapur enthalten. Gegner des geplanten deutsch-schweizerischen Abkommens warnen seit langem, dass Steuersündern viele Schlupflöcher blieben, ihr Schwarzgeld noch rechtzeitig vor dem Inkrafttreten in andere Länder zu verschieben. Falls das Abkommen, wie von der Bundesregierung geplant, Anfang 2013 wirksam wird, könnten sie ihr Geld bis dahin der vorgesehenen pauschalen Nachversteuerung entziehen.

Die Großbank UBS wies in Zürich jeden Verdacht von sich. „UBS bietet den Kunden keine Unterstützung bei Handlungen, die der Umgehung ihrer Steuerpflichten dienen“, erklärte Sprecher Dominique Gerster. „Wir verzeichnen seit der Ankündigung des Steuerabkommens keine Zunahme von Anfragen nach Vermögenstransfers in andere Regionen.“

Das baden-württembergische Finanzministerium erwartet nach Angaben eines Sprechers innerhalb der kommenden zwei Wochen Informationen über mögliche Steuerhinterzieher aus der Auswertung des NRW-Materials. Walter-Borjans verteidigte sich in mehreren Interviews gegen den Vorwurf, er erwerbe mit den Schweizer Bankdaten Hehlerware von Kriminellen.

Erst seit dem Ankauf solcher Daten, seit 2006, seien die Behörden überhaupt in der Lage, auf die massenhafte Steuerhinterziehung zu reagieren. Sein Land handle auch „nicht auf eigene Faust“, sondern schalte immer das Bundeszentralamt für Steuern ein, sagte Walter-Borjans dem Bayerischen Rundfunk. Dieses Vorgehen sei laut höchstrichterlicher Rechtsprechung gerechtfertigt.

Bislang sei „ein einstelliger Millionenbetrag“ für Daten aus Schweizer Banken ausgegeben worden, berichtete er dem ZDF. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ sollen es in den vergangenen Monaten neun Millionen gewesen sein. Walter-Borjans sagte, durch die Ankäufe seien 300 Millionen an hinterzogenen Steuern in die Kassen von Bund und Ländern gespült worden.

Das geplante Abkommen trage nicht dazu bei, Steuerhinterziehung und Steuerflucht in die Schweiz zu unterbinden, kritisierte er erneut. „Das, was auf dem Tisch liegt, entspricht der Interessenslage einiger Schweizer Banken und nicht der Interessenslage des deutschen Fiskus.“ Im Westdeutschen Rundfunk unterstrich der SPD-Politiker: „Wenn das Abkommen kippt, ist das nicht schade drum.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.08.2012, 11:53 Uhr

Sieben Wege ins Glück - Teil 1

"Zürich. Steuerfahnder haben Hinweise, wonach Schweizer Banken deutschen Steuersündern helfen, ihre versteckten Anlagen in andere Länder zu retten."

Natürlich haben die „Steuerkriminellen“ schon neue Wege gefunden.
Unterstützung erhalten sie von „Schweizer Banken“.
Sie reichen dann eine Broschüre mit dem Titel:
"Sieben Wege ins Glück".

Zitat:
Klaus Herrmann, Chef der Steuerfahndung in Rheinland-Pfalz, hat gegenüber dem Spiegel die Schweizer Banken schwer beschuldigt: Die Tinte auf dem deutsch-schweizer Steuerabkommen ist noch nicht trocken, da würden die Geldinstitute bereits ihre Kunden informieren, wie sie am besten Steuern hinterziehen können. Die bankinterne Broschüre mit den in Frage kommenden Modellen hieße zynischerweise auch noch "Sieben Wege ins Glück".
Zitat Ende:

Das sagt doch schon alles. Dieses „Abkommen“ ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben ist! Aber für Schäuble - er hat ja einschlägige Erfahrung mit Schwarzgeld - ist es „gut und alternativlos“.

Account gelöscht!

11.08.2012, 11:54 Uhr

Sieben Wege ins Glück Teil 2
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Hier die Tips:

•die Domizillösung, bei der der Bankkunde eine Scheinadresse in einem Land einrichtet, das kein Steuerabkommen mit der Schweiz getroffen hat. Die Bank verspricht im Gegenzug, Adressen nicht zu überprüfen. Steuersünders einziger Nachteil: Wer an seine Unterlagen heranmöchte, muss persönlich vorbei kommen.
•Beim Liechtensteiner Rettungsanker gründet der deutsche Kunde in Liechtenstein eine Stiftung und überweist sein Geld auf ein neues Konto. Verwaltet wird das Vermögen aber weiterhin von der gleichen Bank, die Kommunikation läuft lediglich über einen Treuhänder in Liechtenstein. So entfällt die Quellsteuer - schließlich gehen die Zinsen allem Anschein nach auf ein Konto in Liechtenstein.
•Wer wirklich sehr viel Vermögen habe, dem raten die Schweizer Banken laut Herrmann dazu, ihr Geld in Offshore-Gesellschaften zu transferieren, was aber wohl nicht ganz billig und auch nicht ganz einfach sei.
•Alternativ sollen Bankkunden auf zinsfreie Anlageformen ausweichen, bei denen sie nicht abgeltungssteuerpflichtige Sonderzahlungen kassieren.
Quelle: WirtschaftsWoche

http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/schlupfloecher-sieben-wege-das-steuerabkommen-zu-umgehen/6969368.html

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