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03.01.2004

16:01 Uhr

Steuersenkung bringt kaum Impulse

Ökonomen dämpfen Konjunkturhoffnungen

Führende Volkswirte haben ihre Konjunkturpronose für 2004 gesenkt. Die vorgezogene Steuerreform sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein und bringe weniger Entlastung als erwartet.

HB BERLIN. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in seiner jüngsten Konjunkturprognose für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent. Dies berichtete am Samstag das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Diese Prognose liegt unter dem Ausblick, den der Sachverständigenrat im vergangenen Herbst abgegeben hatte, und unter der derzeitigen Prognose der Bundesregierung.

Trotz des Wachstums werde die Zahl der Beschäftigten noch einmal um 0,3 Prozent sinken, zitierte das Magazin aus der DIW-Prognose, die am kommenden Dienstag vorgestellt werden soll. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresdurchschnitt 4,3 Millionen betragen.

Auch der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard revidierte seine Prognose für 2004 leicht nach unten. Dem Magazin «Focus» sagte er, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr um 1,6 Prozent wachsen. Wiegard ist Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Hauptgrund für seine Prognosensenkung sei, dass das Vorziehen der letzten Steuerreformstufe von 2005 auf 2004 weniger Entlastung bringe als erwartet. Im Herbst hatten die sechs führende Wirtschaftsforschungsinstitute noch ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent vorausgesagt.

Die Nettoentlastung durch die vorgezogene Steuerreform habe ein Volumen von rund vier Milliarden Euro, sagte Wiegard. Auch der Konjunkturchef des DIW, Gustav Horn, dämpfte die Erwartung, dass die Steuerreform den beginnenden Aufschwung beschleunige. «Von der Steuerreform erwarte ich keine nennenswerte Wachstumsimpulse», sagte Horn dem «Focus». Vier Milliarden Eur höre sich zwar nach viel an, sei für die Volkswirtschaft aber nur «ein Tropfen auf den heißen Stein».

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