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01.07.2011

09:52 Uhr

Steuersenkungen

Rösler legt sich mit Schäuble an

Rösler gießt Öl in die Debatte um Steuersenkungen. Ihn ärgert, dass der Finanzminister  bei dem Thema nicht mitziehen will. Doch der FDP-Chef lässt nicht locker und will Entlastungen um jeden Preis durchdrücken.

Rösler und Schäuble. Quelle: dpa

Rösler und Schäuble.

BerlinBundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) geht nicht davon aus, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die versprochenen Steuersenkungen noch abwenden kann. Auf die Frage, wer sich im Steuerstreit durchsetzen werde, sagte Rösler am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“: „Wir haben klar unter den Parteivorsitzenden vereinbart, dass wir die unteren und mittleren Einkommen in dieser Legislaturperiode entlasten wollen. Da gibt es gar keinen Zweifel dran.“ Zur Seriosität gehörten jedoch auch das Weiterverfolgen der Haushaltskonsolidierung und der Blick auf die Wachstumswerte. „Und dann muss man das, was möglich ist als Spielraum, eben in Form von Steuersenkungen den Menschen wieder zurückgeben“, sagte der Minister.

Eine Versachlichung der Steuerdebatte mahnte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, an. Der Industrie gehe es nicht darum zu diskutieren, ob „fünf, sechs oder acht Milliarden“ übrig seien und was man damit tun könnte. Natürlich könne man über Steuerentlastung sprechen. „Aber bitte doch eine sachliche Steuerdiskussion, die anfängt bei der Struktur“, sagte Keitel.

Schäuble dreht derweil den Spieß um und plant ungeachtet seines Widerstandes gegen allgemeine Steuersenkungen eine Entlastung für die Wirtschaft in Milliardenhöhe. Die Steuerlast für kleine und mittlere Firmen sowie für Handwerker und Selbstständige solle dauerhaft um zwei Milliarden Euro sinken, schreibt die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf Regierungskreise.

Konkret gehe es darum, dass der Fiskus einen Aufschub bei der Bezahlung der Umsatzsteuer gewähre. Hier solle eine Regelung, die während der Finanzkrise eingeführt und bis Ende 2011 befristet wurde, unbegrenzt ins Gesetz geschrieben werden.

Die Koalition von Union und SPD hatte im Frühjahr 2009 beschlossen, die Umsatzgrenze für die Inanspruchnahme eines verlängerten Zahlungsziels bei der Umsatzsteuer von 250.000 Euro auf bundesweit einheitlich 500.000 Euro anzuheben. Fachleute nennen die Methode Ist-Besteuerung. Dabei muss die Umsatzsteuer an das Finanzamt erst abgeführt werden, wenn die Rechnung tatsächlich bezahlt wurde. Normalerweise muss der Fiskus schon bedient werden, wenn die Rechnung geschrieben wird.

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

01.07.2011, 11:20 Uhr

Die Ist-Besteuerung sollte eigentlich der Normalfall, unabhängig von der Unternehmensgröße sein. Wo da nun die eigentliche betragsmäßige Entlastung sein soll (außer Zinseffekten) erschließt sich mir nicht.

Account gelöscht!

01.07.2011, 11:36 Uhr

Ist ganz einfach:

Beispiel: So wie es bis jetzt ist!
30.12.2008
Rechnung 50.000 Euro, zahlbar bis 30.01.2009
diese werden am 30.12.2008 als Forderung in die Bilanz eingebucht.

Im Jahresabschluss stehen 50.000 € Gewinn, auf die Steuern anfallen. Ohne dieses Geld hätten wir kein Gewinn!

am 30.01.2009

Zahlungseingang, die 50.000 werden aus den Forderungen ausgebucht un in der Kasse eingebucht. Das ist aufwandsneutral, da das Geld schon in der Eröffnungsbilanz drin war.

Am 31.12.2009: steht im Jahresabschluss ein Verlust von 50.000€ Es müssen keine Steuern gezahlt werden.


Nach der Änderung:

30.12.2008
Rechnung 50.000 Euro, zahlbar bis 30.01.2009
diese werden am 30.12.2008 als Forderung in die Bilanz eingebucht, werden aber für die Gewinn- und Verlustrechnung nicht berücksichtigt!

Im Jahresabschluss stehen 0 € Gewinn, es fallen keine Steuern an!

am 30.01.2009

Zahlungseingang, die 50.000 werden aus den Forderungen ausgebucht un in der Kasse eingebucht. Dieses Geld geht jetzt in die GuV ein.

Am 31.12.2009: steht im Jahresabschluss ein Verlust von 0€ Es müssen keine Steuern gezahlt werden.

will heißen. Dass der Steueraufwand für 2008 komplett vermieden werden kann.


Natürlich ist das nur ein Bsp. in einem extremen Fall. es hilft aber zur Verdeutlichung, dass die IST-Besteuerung durchaus vorteile für die Gesellschaften haben kann! Und eigentlich auch richtiger ist

Steuerzahler

01.07.2011, 12:41 Uhr

Keine Geldgeschenke mehr an Griechenland, Irland, Portugal und Spanien!!!


Schon mit den bisherig beschlossenen "PIGS-Rettungspaketen" hat der Deutsche Bundestag am 21. Mai 2010 zwei Drittel des Steueraufkommens des Bundes für die Staatsschulden anderer Länder verpfändet!!!!!!!

Bitte zeichnen Sie die Petition "18123" gegen den neuen "Europäischen Stabilitätsmechanismus" (ESM), der Deutschland und ganz Europa zu einer riesigen Transferunion verkommen lässt.


https://epetitionen.bundestag.de/index.phpaction=petition;sa=details;petition=18123

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