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21.11.2013

08:46 Uhr

Steuersünder

Zahl der Selbstanzeigen steigt rapide

ExklusivDer Druck zeigt Wirkung: Immer mehr deutsche Steuersünder fürchten strafrechtliche Konsequenzen und melden sich bei den Behörden. Bis Ende Oktober gingen 20.000 Selbstanzeigen bei den Finanzämtern ein – Tendenz steigend.

Deutsche Schwarzgeldsünder zeigen sich derzeit massenweise bei den Behörden an. dpa

Deutsche Schwarzgeldsünder zeigen sich derzeit massenweise bei den Behörden an.

BerlinDie deutschen Finanzämter müssen zum Jahresende einen Massenansturm reuiger Steuerhinterzieher bewältigen. Bis Ende Oktober gingen bereits 20.000 Selbstanzeigen ein, mit denen eine legale Rückkehr in die Steuerehrlichkeit möglich ist.

Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts (Donnerstagausgabe) bei den Finanzministerien der Länder. Im gesamten Jahr 2012 waren es nur rund 8000 Selbstanzeigen. Seit Bund und Länder vor drei Jahren begonnen haben immer wieder Steuer-CDs aufzukaufen, zahlten Selbstanzeiger bundesweit drei Milliarden Euro Steuern und Strafzinsen nach.

Steuerberater erwarten, dass die Zahl der Selbstanzeigen bis Weihnachten weiter steigen wird. Denn die Schweizer Großbanken Credit Suisse, UBS und Julius Bär wollen bis Ende des Jahres nur noch versteuertes Geld von deutschen Kunden anlegen. Wer auf die entsprechenden Anschreiben aus dem Frühjahr nicht reagiert hat, bekommt Anfang 2014 sein Konto gekündigt, und den Geldbetrag entweder überwiesen oder als Scheck ausbezahlt.

Ab nächstem Jahr wird die Schweiz dann kein Schwarzgeldparadies mehr sein. „Der Großteil der Bereinigung wird in diesem Jahr abgeschlossen sein", sagte ein Sprecher der UBS dem Handelsblatt. Aus Kreisen der Bank Julius Bär ist zu hören, dass nur noch ein einstelliger Prozentanteil deutscher Schwarzgeldkunden noch nicht aktiv in Sachen Selbstanzeige geworden sei.

Die meisten Selbstanzeigen – 5185 bis Ende Oktober in diesem Jahr – gingen in Baden-Württemberg ein, vor allem aus dem grenznahen Freiburger Raum und aus dem reichen Stuttgart. Aus Bayern stammen aber die größeren einst versteckten Vermögen: Das Land verzeichnete seit 2010 nach Selbstanzeigen insgesamt 735 Millionen Euro Mehreinnahmen, Baden-Württemberg 422 Millionen Euro.

Den vollständigen Handelsblatt-Artikel zum Thema finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Von

dri

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

21.11.2013, 10:49 Uhr

nicht dass ich Steuerhinterziehung gutheiße, aber:

trotzdem warte ich noch immer auf die Meldung "Aufsichtsrat des BER wegen Verschwendung von Steuergeldern verurteilt"

Das Ganze könnte man natürlich auf Projekte wie Elbphilharmonie, Stuttgart21, Flughafen Kassel u.v.m. erweitern....

aber da kann man wahrscheinlich ewig warten - die Einnahmenseite und damit das Ausnehmen des Bürgers ist "wichtig"

DEUFRA2011

21.11.2013, 11:54 Uhr

Das Eine hat mit dem Anderen nicht viel gemeinsam, oder? Die Verantwortungslosigkeit auf der Ausgabenseite sollte aber genauso unter die Lupe genommen und geahndet werden. Was machen wir aber mit rechtlich korrekten Ausgaben, die aber in vollkommen unsinnige und nutzlose, oft politische, Projekte gesteckt werden? Die Korrektur der Insolvenz ist ja für die Politiker noch nicht erfunden.

ruhig_Blut

21.11.2013, 12:13 Uhr

da es sich bei den betroffenen Personen vermutlich ausschließlich um betuchte Persönlichkeiten handelt, die auch lange Verfahren durch alle Instanzen ausstehen können, erscheint die Panik unbegründet. Die deutsche Rechtslage wonach dem Beschuldigten die Beweislast zukäme, müsste doch beim EGMR in Straßburg zu kippen sein. Na und? Die hatten also einiges Vermögen in Der Schweiz. Nun möge der Fiskus beweisen was daran unlauter wäre. Und nicht umgekehrt. Die tollwütigen Beamten sollen sich erst einmal mit der Menschenrechtskonvention auseinandersetzen. (Art.6 Abs.2). Danach sollte der Bundestag die menschenrechtswidrigen innerdeutschen Finanzgesetze schleunigst ändern.

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