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30.07.2012

14:35 Uhr

Stimmt es, dass...

Müssen wir mit einem Mangel an Spenderorganen leben?

VonNorbert Häring

Der Bedarf nach Transplantationsorganen ist noch lange nicht gedeckt. Das Problem liegt im karikativen Charakter der Organspende. Eine Lösung wäre die Organisation des Transplantationssystems als Solidargemeinschaft.

Nur wer zur Spende bereit ist, sollte auch Empfänger werden, schlägt Handelsblatt-Kolumnist Norbert Häring vor. dapd

Nur wer zur Spende bereit ist, sollte auch Empfänger werden, schlägt Handelsblatt-Kolumnist Norbert Häring vor.

Der Skandal um manipulierte Akten von Transplantationspatienten an der Uniklinik Göttingen wirft ein Schlaglicht auf die Lage von Menschen, die auf Spenderorgane warten. Bundesweit stehen derzeit rund 12.000 Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation. Viele sterben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Die Zahl der Spender ist rückläufig. Deshalb bekommen demnächst alle Deutschen Post von ihrer Krankenkasse und müssen sich erklären, ob sie Organspender sein wollen. Davon erhofft man sich, dass viele, die bisher nur die Eigeninitiative nicht aufgebracht haben, sich einen Spenderausweis zu besorgen, das Ja ankreuzen.

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Wahrscheinlich sind noch mehr Mitarbeiter beteiligt, Gesundheitsminister Bahr fordert Konsequenzen: Bei Transplantationen in Göttingen war nicht die Dringlichkeit entscheidend, sondern die Höhe der Bestechung.

Das mag etwas helfen, aber das Grundproblem geht es nicht an. Organspenden sind als karitative Veranstaltung organisiert, nicht als die Solidargemeinschaft, die sie sein sollten. Viele Menschen haben ein emotionales Problem mit der Vorstellung, unmittelbar nach dem Ableben zu einem Ersatzteillieferanten zu werden.

Das steht auch in Konflikt mit dem Wunsch vieler Menschen, nicht künstlich am Leben gehalten zu werden, wenn keine Rückkehr ins bewusste Leben mehr möglich ist. Um Organtransplantationen möglich zu machen, ist das aber oft nötig.

Für diejenigen, die schon schwer krank sind und mit einem Spenderorgan geheilt werden könnten, treten solche Fragen in den Hintergrund. Fast alle wollen ein Spendenorgan.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

30.07.2012, 14:53 Uhr

Das ist das Dümmste, was ich heute gelesen habe - und hat auch Chancen, Wochensieger zu werden.

Schwarzmaler

30.07.2012, 15:08 Uhr

Ich bin immer wieder überrascht wie sehr wir in einem so essentiellen Bereich unseres Lebens nicht bereit sind die Marktwirtschaft anzuerkennen. Bei Wohnungen, Lebensmitteln, Autos, Kleidung haben wir uns selbstverständlich angewöhnt Ware gegen Preis zu bekommen, nur die Organspende soll karitativ erfolgen. Und dann wundern wir uns, daß es nicht funktioniert. Kauft den Leuten die Spendenbereitschaft ab und ab morgen gibt es keine Probleme mehr mit Spenderorganen.

Hermann.12

30.07.2012, 15:51 Uhr

Eine Lösung wäre natürlich auch die Sterblichkeit einfach zu akzeptieren. Ersatzteile organisiert bei anderen Menschen aufzutreiben wird immer ein fragwürdiges unterfangen bleiben.
Bei allem Verständnis für die Betroffenen, kann diese Form der Hilfe immer nur eine mehr oder weniger Persönliche sein.
Wer hier mehr fordert oder erwartet, sollte tatsächlich marktwirtschaftlich bezahlen. Denn anders wird letztlich nur das was daran stört nur verschleiert.

H.

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