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20.01.2007

11:05 Uhr

Stoiber-Nachfolge

Seehofer will nicht nachgeben

Der Machtkampf von Bayerns Innenminister Günther Beckstein und Wirtschaftsminister Erwin Huber gegen Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer geht in die zweite Runde. Nachdem Beckstein ihn vor einer Kampfabstimmung gewarnt hatte, warf Seehofer seinen Kontrahenten „unfaire Methoden“ vor.

HB MÜNCHEN/HAMBURG. Beckstein, der nach Stoibers Abschied im Frühherbst neuer Ministerpräsident werden will, forderte Seehofer am Freitag auf, von einer Kandidatur für den CSU-Vorsitz abzusehen. Huber habe ein starkes Signal der Geschlossenheit gegeben, indem er keine Ansprüche auf das Amt des Ministerpräsidenten erhoben habe, sagte Beckstein dem „Münchner Merkur“. „Ebenso wäre es ein großes Signal der Geschlossenheit von Seehofer, wenn jetzt eine monatelange Diskussion um den Parteivorsitz vermieden würde.“

Seehofer seinerseits wirft seinen beiden Rivalen im Kampf um die Nachfolge Edmund Stoibers unfaire Methoden vor. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ sagte der Bundeslandwirtschaftsminister: „Ich bin immerhin stellvertretender Parteivorsitzender und musste trotzdem aus den Agenturen entnehmen, dass sich Günther Beckstein und Erwin Huber in Kreuth über das Erbe Edmund Stoibers verständigt haben.“

„Wenn das so weiter geht, taucht schon die Frage auf, ob sich eine Partei das auf Dauer gefallen lassen sollte“, wird Seehofer weiter zitiert. Der bayerische Innenminister Beckstein hatte nach der Rückzugsankündigung Stoibers seinen Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten angemeldet; Wirtschaftsminister Huber will CSU-Chef werden. Seehofer forderte die beiden auf, bei der Entscheidung über die künftige Führung der CSU Ränkespiele zu unterlassen und auf die Stimme der Parteibasis zu hören. „Man kann solche Personalentscheidungen nicht im Hinterzimmer auskungeln“, sagte er.

Seehofer griff insbesondere Beckstein an, der ihn aufgefordert hatte, im Interesse der Partei auf seine Kandidatur für den CSU-Vorsitz zu verzichten. „Es ist schon ein eigenartiger Vorgang, wenn Günther Beckstein mich dazu drängt, meine Kandidatur aufzugeben, ohne dass er zuvor mit mir gesprochen hat“, sagte der Bundesminister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz und fügte hinzu: „Das ist kein guter Stil.“

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