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12.01.2007

20:08 Uhr

Stoibers politische Zukunft ungewiss

Showdown in Kreuth

Das Rätselraten um Edmund Stoiber geht weiter. Kann Bayerns Regierungschef sich noch den Machterhalt sichern? Jetzt muss Fraktionschef Herrmann schon Putschgerüchte dementieren. Ob Stoiber aber noch genügend Rückhalt in der eigenen CSU-Fraktion hat, scheint zweifelhaft.

Bleibt Edmund Stoiber die Nummer 1 in der CSU? Foto: dpa

Bleibt Edmund Stoiber die Nummer 1 in der CSU? Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Führende CSU-Politiker haben Spekulationen über einen bevorstehenden Putsch gegen Bayerns Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zurückgewiesen. CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann sagte am Freitag in München, von einem Putsch könne „überhaupt keine Rede sein“. Bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion ab Montag in Kreuth werde es eine offene Aussprache geben. Aber er habe keine Zweifel, dass die große Mehrheit der Abgeordneten weiter hinter Stoiber stehe.

Stoibers inzwischen relativierte Ankündigung, bis 2013 weiter regieren zu wollen, habe für „erhebliche zusätzliche Unruhe“ gesorgt, räumte Herrmann gleichzeitig ein. Die Fraktion höre die Kritik und die Bedenken aus der Bevölkerung. Angesprochen auf die Teilnahme von Stoibers entlassenem Büroleiter Michael Höhenberger an der jüngsten Kabinettssitzung sagte Herrmann, auch über solche Dinge werde man reden müssen.

Stoiber bat Herrmann und Glück derweil zu Gesprächen in die Staatskanzlei. Thema werde die Vorbereitung der Sitzung in Kreuth sein, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Freitagabend. Glück und Herrmann hätten Stoiber telefonisch ihre Loyalität und Unterstützung für die Fraktionssitzung in Kreuth übermittelt, die stellvertretende Parteivorsitzende Barbara Stamm habe dies über die Medien getan.

Dagegen berichtete der „Münchner Merkur“ unter Berufung auf nicht genannte CSU-Präsidiumsmitglieder, Glück und Stamm planten Stoibers Sturz. Beide dementierten das scharf. Stamm sagte dem Blatt: „Das sind ganz böswillige Unterstellungen.“

Stoiber wird am Dienstag bei der Landtagsfraktion erwartet. Ob und wie sich die Fraktion dem Vertrauensvotum des CSU-Präsidiums anschließen und zur Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2008 positionieren wird, ließ Herrmann offen.

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