Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.11.2011

17:59 Uhr

Strafverfahren eingestellt

„Guttenberg ist und bleibt ein Blender“

VonHannes Vogel

Juristisch ist Karl-Theodor zu Guttenberg in der Plagiatsaffäre nach dem Ende des Strafverfahrens aus dem Schneider. Die Handelsblatt-Online-Leser fällen dennoch ein Urteil: Der Fall sei ein klarer Beweis für Zwei-Klassen-Justiz, finden viele.

Ermittlungen gegen Guttenberg eingestellt

Video: Ermittlungen gegen Guttenberg eingestellt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDie Operation „Gutten-Back“ hat begonnen. Ein erster öffentlicher Auftritt in Kanada, ein groß angekündigtes Interview-Buch und nun das erkaufte Ende des Strafverfahrens: Der gefallene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bemüht sich nach Kräften, einen Schlussstrich unter die Plagiatsaffäre zu ziehen, die ihn erst seine Glaubwürdigkeit und dann seine politische Karriere kostete.

Äußerlich hat er sich gewandelt, ein paar Kilo zugelegt, seine runde Brille abgesetzt, trägt die Haare nun ins Gesicht fallend statt streng nach hinten gegeelt. Doch bei den Handelsblatt-Lesern provoziert der Ex-CSU-Star noch immer die gleichen lebhaften Reaktionen wie vor seiner Metamorphose.

Kommentar: Operation Gutten-Back

Kommentar

Operation Gutten-Back

Nach dem Strafverfahren soll das neue Leben des Karl-Theodor zu Guttenberg beginnen. Doch dem Schummel-Minister geht es nicht um einen ehrlichen Neuanfang, sondern nur um die Operation Gutten-Back.

In dem Strafverfahren, das Guttenberg durch die Zahlung von 20.000 Euro vermeiden konnte, hätte der Freiherr die Chance auf einen Freispruch ebenso gehabt wie das Risiko einer Verurteilung. Dem Tribunal der öffentlichen Meinung kann sich Guttenberg aber nicht entziehen. Die wenigsten Beobachter denken dabei wie „ille1975“: „Der Mann ist unschuldig. War doch alles nur ein Versehen, nur ein fiese Hetzkampagne.“ Oder wie „champagner“: „So ist unsere Republik: linkslastig und neidisch.“

Für „User111111“ und die meisten anderen Leser ist klar: „Guttenberg ist und bleibt ein Blender“. Denn er „hat die Öffentlichkeit und den Bundestagsausschuss bewusst belogen, er hat sich den Doktortitel erschlichen und dies ganz sicher nicht versehentlich“ findet „wohe“. Von Hetzkampagne könne keine Rede sein, findet „DerBernd“: „Ich möchte keinen Klempner im Haus haben, der seine Prüfung erschummeln musste.“

Kommentare (33)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Pluribus

23.11.2011, 18:22 Uhr

Da passt doch der Baron wirklich gut nach USA: Immer smart und unverbindlich, Rauchzeichen (von verbalem Müll) geben, damit man nicht in Vergesseheit gerät und das gerade auf den Markt kommende Buch auch gut verkauft wird! Die Glaubwürdigkeit ist perdu und kommt auch nicht wieder zurück; aber das interessiert den Freiherrn nicht. Hauptsache man mischt im politischen Showgeschäft wieder mit!

raklinger

23.11.2011, 18:23 Uhr

Eine Einstellung gem. § 153 a StPO - gegen Zahlung einer Geldauflage - ist ein strafprozessual ordnungsgemäßer Verfahrensabschluss und kein "erkauftes Ende". Gerade in den Fällen, in denen das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung durch eine Geldauflage kompensiert werden kann (z.B. bei geringem materiellen Schaden, erheblichen außerstrafrechtlichen Sanktionen, etc.) ist die Staatsanwaltschaft sogar angehalten, im Sinne der Funktionsfähigkeit der Rechtspflege rationelle Verfahrenserledigungen anzustreben. Der erhobene Vorwurf der "erkauften" Verfahrensbeendigung ist daher absurd und populistisch.

Richter

23.11.2011, 19:00 Uhr

Redakplagiator,
mich würde schon interessieren warum man Guttenberg so verfolgt. Wenn man den Massstab den man bei ihm anlegt auf die Redakteure der Zeitungen anlegen würde, dann gäbe es keine Redakteure mehr. Wie war das mir Özdemir mit günstigen Privatkredit von PR-Berater Moritz Hunzinger und die unzulässige Verwendung dienstlich erworbener Bonus-Meilen. Heute ist er wieder in `Amt und Würden`!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×