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03.01.2015

12:06 Uhr

Strategie gegen Volkskrankheit

Bundesregierung will Diabetes-Welle stoppen

Gesundheitspolitiker von Union und SPD planen eine Nationale Diabetes-Strategie. Durch mehr Aufklärung und besseren Therapien soll die Volkskrankheit bekämpft werden. Jedes Jahr kommen 270.000 Diabetiker hinzu.

Ein Zuckerwürfel fällt in eine Kaffeetasse. In Deutschland leiden 6,7 Millionen Menschen an der „Zuckerkrankheit“.

Ein Zuckerwürfel fällt in eine Kaffeetasse. In Deutschland leiden 6,7 Millionen Menschen an der „Zuckerkrankheit“.

BerlinMit mehr Aufklärung und besserem Zugang zu Therapien will die Bundesregierung die Ausbreitung der Volkskrankheit Diabetes eindämmen. Gesundheitspolitiker von Union und SPD planen eine Nationale Diabetes-Strategie, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. Zum Konzept gehören demnach auch eine umfassende Erhebung von Krankheitsdaten sowie mehr Kooperation von Bund und Ländern.

In Deutschland leiden nach den Angaben 6,7 Millionen Menschen an der „Zuckerkrankheit“. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung wächst die Zahl der Betroffenen schnell. Jedes Jahr sollen 270 000 hinzukommen. Die Aufwendungen für die Behandlung und weitere Folgekosten machen pro Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag aus, heißt es in dem Bericht.

Zucker – der süße Energielieferant

Kohlenhydrat

Zucker ist ein Kohlenhydrat und hat einen hohen Kaloriengehalt. Der Energielieferant kommt in der Natur in verschiedenen Formen vor.

Quelle: dpa/zentrum-der-gesundheit.de

Haushaltszucker

Der Haushaltszucker (Saccarose) wird hauptsächlich aus Zuckerrohr und wie in Deutschland aus Zuckerrüben gewonnen.

Zucker hat viele Namen (1)

Es gibt verschiedene Sorten wie Kristallzucker, Puderzucker, Würfelzucker oder Kandis. In westlichen Gesellschaften ist der Konsum von raffiniertem Zucker zur täglichen Sucht geworden.

Zucker hat viele Namen (2)

Der Zuckergehalt eines Produktes wird häufig absichtlich vor dem Konsumenten „versteckt“. In der Zutatenliste des Etiketts wird der Zucker nämlich nicht unbedingt auch als solcher deklariert. Da steht vielleicht Saccharose oder Glukosesirup (als billiger Ersatz für Haushaltszucker, der nicht minder gefährlich ist).

Zucker hat viele Namen (3)

Oft enthalten Produkte auch reinen Traubenzucker (Glucose), Fruchtzucker (Fructose), Milchzucker (Laktose) oder Malzzucker (Maltose). Bei all diesen Zuckerarten handelt es sich um raffinierte Industriezucker – ganz egal, ob sie nun aus der Milch oder aus Früchten gewonnen wurden.

Fruchtzucker

Fruchtzucker, auch Fruktose genannt, klingt gesünder, hat aber keinen geringeren Energiegehalt als Kristallzucker. So müssen Diabetiker den Fruchtzucker wie normalen Zucker berechnen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass ein Übermaß an Fruktose in der Ernährung die Entwicklung von Fettleibigkeit begünstigt.

Künstliche Süßstoffe

Aspartam ist ein bekannter Süßstoff, der synthetisch hergestellt wird. Er ist in Softdrinks und Kaugummi weit verbreitet. Es gibt immer wieder Debatten, ob künstliche Süßstoffe gesundheitsgefährdend sind. Aspartam wurde in Deutschland 1990 zugelassen, die erlaubte Tagesdosis beträgt 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Natürliche Süßstoffe (Stevia)

Das zerkleinerte Stevia-Blatt ist 30-mal süßer als Kristallzucker. Wird der Süßstoff aus dem Blatt isoliert, erhält man den Süßstoff Steviosid, der 250- bis 300-mal süßer als Zucker ist. Ein weiterer Stoff, der aus der Pflanze gewonnen werden kann, ist das Rebaudiosid-A – 300- bis 450-mal süßer als Zucker.

Gesundheitsrisiko

Heute wird darüber diskutiert, ob Zucker ein Gesundheitsrisiko ist. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker ist in Deutschland und den USA mit mehr als 30 Kilogramm jährlich ähnlich hoch.

Maissirup

Die Amerikaner konsumieren aber mehr Maissirup, der häufig in Softdrinks verwendet wird. Er trägt möglicherweise zu Fettleibigkeit und einigen Erkrankungen bei.

„Wir wollen die Nationale Diabetes-Strategie 2015 gemeinsam in den Bundestag einbringen“, kündigte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach an. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Jens Spahn, warnte: „Auf uns rollt eine Diabetes-Welle zu.“ Da könne man mit Aufklärung „gar nicht früh genug anfangen“.

Im Herbst hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angekündigt, künftig über Kranken- und Pflegeversicherung rund 510 Millionen Euro in die Gesundheitsprävention stecken zu wollen. Im Fokus stehen neben Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen auch die Risikofaktoren Übergewicht, wenig Bewegung sowie Sucht.

Von

dpa

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