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16.03.2014

15:01 Uhr

Streichung von EEG-Ausnahmen

BDI warnt vor Wegfall von mehreren hunderttausend Jobs

ExklusivEin Wegfall der Industrie-Ausnahmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) könnte nach Berechnungen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) enormen Schaden anrichten: Bis 2020 würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um fünf Prozent niedriger ausfallen, heißt es in der Stellungnahme des BDI für die EU-Kommission zum laufenden Beihilfeverfahren. Die Stellungnahme liegt dem Handelsblatt (Montagausgabe) vor.

huGO-BildID: 35647032 Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim (Baden-Württemberg) vor einem Strommast: Ohne die Ausnahmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz würden einige besonders stromintensive Unternehmen zwangsläufig Defizite schreiben, warnt der BDI. dpa

huGO-BildID: 35647032 Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim (Baden-Württemberg) vor einem Strommast: Ohne die Ausnahmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz würden einige besonders stromintensive Unternehmen zwangsläufig Defizite schreiben, warnt der BDI.

BerlinDer Wegfall der Ausnahmen „würde voraussichtlich einen Verlust von mehreren hunderttausend Arbeitsplätzen allein bei energieintensiven Unternehmen in Deutschland bewirken“, warnt der Verband. Hinzu käme ein Verlust von Arbeitsplätzen bei Unternehmen, die den energieintensiven Industrien in der Wertschöpfungskette vor- oder nachgelagert seien. Ohne die Ausnahmen würden einige besonders stromintensive Unternehmen zwangsläufig Defizite schreiben, warnt der BDI. „Insolvenzen oder Betriebsverlagerungen ins Ausland, zumindest aber die Beschleunigung eines ohnehin bereits stattfindenden, schleichenden Desinvestitionsprozesses wären daher unausweichliche Folge“, schreibt der Verband weiter.

Der BDI kämpft mit seiner Stellungnahme für den Erhalt der Ausnahmen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hält sie für ungerechtfertigte Beihilfen und hat deshalb im Dezember 2013 ein Beihilfeverfahren gegen Deutschland eröffnet. Die Ausnahmeregeln des EEG führen dazu, dass die EEG-Umlage in diesem Jahr für 2098 Unternehmen stark reduziert wird. Die Entlastungen summieren sich auf gut fünf Milliarden Euro. Um diesen Betrag erhöht sich die EEG-Umlage für alle anderen Stromverbraucher.

Von

str

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

17.03.2014, 08:08 Uhr

Wer fragt nach den Auswirkungen für Kleinsteinkunftsbezieher?
Der BDI nicht und die Politik schon lange nicht nehr.
Also sollen genau diese Bürger dafür Sorge tragen, dass Dividenden und Boni infolge Nichtbelastung weiterhin fließen, während die Nichtzahlung der Konzerne genau von dieser Einkunftsklientel mit dem geringten Einnahmen mit bezahlt wird?
Perverse geht`s wohl nicht mehr.

Account gelöscht!

17.03.2014, 10:58 Uhr

"...von mehreren hunderttausend Jobs "

Reichen euch die Steuer - Oasen nicht mehr ?

Die Art und Weise, wie man die "Energiewende" entwickelt und gestaltet hat, ist erschreckend genug !

Aber diese mittlerweile durchsichtigen, peinlichen Versuche aus der Industrie/Verbänden sich von allen Kosten und Verantwortung zu verdünnisieren, ist mir zuwider !

Eine gute Infrastruktur und eine funktionierende, friedliche Gesellschaft kostet Geld, da sind GIER, Egoismus und ein einseitiger kranker Lobbyismus schädlich!

Eine drittklassige Politik ebenso !

Account gelöscht!

19.03.2014, 19:28 Uhr

Und was sagt der BDI dazu, dass Millionen Bürger den Strom nicht mehr bezahlen können? Ich hätte gern einen Vorschlag von denen, die sich aus dem System verabschieden!

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