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12.02.2004

07:15 Uhr

Streik abgewendet

Einigung im Metall-Tarifkonflikt

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg ist eine Einigung gelungen und damit ein Arbeitskampf abgewendet worden.

Müde aber erfolgreich - die IG Metall, hier sind Berthold Huber und IG-Metall-Chef Jürgen Peters (rechts) zu sehen, hat sich großteils gegen die Arbeitgeber durchgesetzt. Foto: dpa

Müde aber erfolgreich - die IG Metall, hier sind Berthold Huber und IG-Metall-Chef Jürgen Peters (rechts) zu sehen, hat sich großteils gegen die Arbeitgeber durchgesetzt. Foto: dpa

HB PFORZHEIM. Die am Donnerstagmorgen nach fast 16-stündigen Verhandlungen erzielte Einigung sieht Einkommenserhöhungen um 2,2 % ab 1. März dieses Jahres und um 2,7 % ab 1. März 2005 bis Ende Februar 2006 vor. Der Tarifvertrag gilt rückwirkend ab Januar und hat damit eine Laufzeit von 26 Monaten. Zugleich vereinbarten die Tarifparteien betriebliche Möglichkeiten für Arbeitszeitverlängerungen, denen die Gewerkschaft zustimmen muss, wenn dadurch Arbeitsplätze gesichert werden. Mit ihrer weiter gehenden Forderung nach Optionen zur Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf bis zu 40 Wochenstunden auch ohne Lohnausgleich und Zustimmung der Gewerkschaft konnten sich die Arbeitgeber nicht durchsetzen.Die 35-Stunden-Woche im Westen bleibt gemäß der Gewerkschaftsforderung Regelarbeitszeit.

Sowohl der Arbeitgeberverband Gesamtmetall als auch der IG-Metall-Vorstand empfahlen den anderen Tarifbezirken die Übernahme des Südwest-Abschlusses, der damit Pilotcharakter erhält. Am Nachmittag kommt die große Tarifkommission der IG Metall in Baden-Württemberg zusammen, die dem Abschluss noch zustimmen muss.

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sagte nach den Verhandlungen, die Arbeitgeber hätten ihre Forderung nach Arbeitszeitverlängerungen auch ohne Lohnausgleich nur unter der Gefahr durchsetzen können, damit „verbrannte Erde“ bei der IG Metall zu hinterlassen. Die nun getroffene Vereinbarung gebe den Betrieben zusätzliche Spielräume für Kostensenkungen. Nach drei Jahren wollen die Tarifparteien eine Bilanz der Regelung ziehen.

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